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Th. 1 (1716)
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182
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Heö Adelichen Lan d- und Feld-Lebens

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Der vierdte/ und jetzt durch gantz Italien / Franck- ge weiter rucket/ die Monat anders eintheilend verreich/Span,en/und einem grossen Theil Teutschlands/! meynet/ daß dieser sein erfundener Calender fort undUngern und Polen gebrauchte neue Calender/ist^nn»> fort bestandig wahren / und diesen Ausstellunaen unds8 z.vom Pabst (ZrcZvrio XIII. auf AlMben ^Ntvnii - Mangeln (wiedie vorigen) nicht unterworffen senn sol-Iin^i l)octc)ri»resonn,rt/und um lo.Tagefurwarts j le/ und nennet er solchen den LeopoldmischenCalender/

^ " k.r ^mis^-n

geruckt und versetzt wordennveil man geglaubt/die übrigen Minuten über die sechs Stunden/hatten/von julüc-luri, Zeiten an/ bißdahin/ aufs wenigste i c». Tagemehr gmiacht/und wurde/ wo diesem nicht vorgesehenwürde / endlich Ostern gar im Mitten Sommer / undWeyhnachten im Frühling kommen.

Dieses nun har allerhand OiKcuitäten und Ver-wirrungen/ im Handel und Wandel / auch im gemei-nen Leben gebracht/ und war zu besorgen/ es würde inVectragen/LonlraÄen/obiizztionen aufden MessenundJahr-Marckten/ bey Schifffahrten/ Zins-undSchoß Entrichtungen/auch in Oicbmung derFestenund Keyertagen/eine weitere Unordnung entstehen/ dazumal viel gelehrte ältronomi dafür haltcn derLrcAo-rianifche Calender sey so wenig ohne Mangel / als der/uiiamsche/ massen man/ der übrigen Minuten halder/welche dieser kc6u9ionvomwthen hatten / kein gewis-ses/ unbetrügliches Fundament haben könne/ und dieStern-^eher selbst unterfchiedeneMeynungen davonhaben: »ippsrckuz setzt des Jahres Lange z6s. Tä-ge/4-Stunden und 55. Minuten; (^opernicus gibt denJahren ungleiche Lange / als den längsten 56/ den kür-tzesten4?/ und den mittelmassigen 49. Minuten.cbo clc örälic, der berühmte und gelehrte DänischeEdelmann sagt/ des Jahres Länge sey unveränderlich(über dieTäge und ^runden)48.Mmulen/4s.8ecun-den; Ooüoittorüius setzt49. Minuten/und 2.8ccun-den;OoÄ.V^eiocIiuz,/Ugtticlcos ^rosclsorzuJeNg/und ^1. ^bcliss Treu / zu Altdorff/ machen des JahrsLange z 6s.Tage/s.Stundenund 48.Mmuten:Wannnun/ nach ttipp ^rcl'.i Meynung/ (welcher nach <-o!umciiz? und plinii Urtheil / für einen berühmten äkronomum geachtet wird) das Jahr nur 4. Stund upd5s.MinutenÜberschuß hatte/ alle an„i irncrezi^e»aber um eine gantzeSrund s.Minuten mehr rechneten/müßte folgen/ daß ein Jahr jetziger Zeit nicht fortzurü-cken/ sondern zurück zu ziehen wäre; inmassen aber allediese LonjsÄurenausErrathen und Gerat!) wohl/ be-stehen/welche gleich so wohl Mreffen/als fehlen können/auch nichts Gewisses haben / weil niemand diese Mey-nung/ sonderlich/was die Minuten und Secunden be-trifft / (da eine Sccunäe erst der sechzigste Theil einerMinuten bey den ättronomiz gehalten wird) per6emonttratio,»cm oder glaubwürdige k«,tivn<:s be-haupten und erweisen kan; also / wann diese Minuten, mehr/ oder weniger / oder gar nicht waren / so wäre die! Veränderung des Calenders gantz umsonst gewesen.Johann Heinrich Vogt/ ein Schwedischerticus und Httronomus, im Hertzogthum Bremen zuStaade/ hat änns 1670. abermal einen neuen Vor-schlag gethan/darinnen er das Jahr wiederum 10» Tä-

Zweiffels ohne der Römischen Kayserlichen Majestätunserm AllergnädWen Her:n zu Ehren.

Es geschiehet aber gemeiniglich / je mehr Verände-rungen/ je mehr Verwirrungen/ und die grossen auslanger Gewonheitentstandene Jr:thumen/sind wie eingrosser / durch Wolckenbrüche sich ergiessenderWald-Vach/ den man nicht aufhalten kan / und welcher auchdie mir gesunder Vernunfft und natürlichen Ursachenerbaute Dämme und Gegenwehren/mu Gewalt durch-bricht/un d mit sich hinwegführet und reisset;zu gesch>wei-gen/ diese auf zweiffelhafftigen Fuß wanckende conje-^uren gantz übern Haussen wirfft; Daher auch gar indenen Provintzien Teutsches Landes / wo der neue Ca-lender gebraucht wird/sehr viel einfaltige Bauern/ ihreuralte Bauern-Regeln/ mehr nach dem alten/ als nachdem neuen Calender richten/ weil sie glauben / sie seynnach der alten Zeit gegeben worden/so zwar einSchlußist/der nicht allezeit mit der Warheit übereinkommt/dißaber düncket mich/sey gleichwol in conllclcrLlion zu zie-hen/ ob nicht öolltiiia und ^Lquinoüia, als wie gleich-sam gerechte Abtheilungen des Jahrs/ billig zu haltenseyen; da die alte/entweder von Vcnerabiii ösäa selbst/(wie etliche vorgeben) der anno ckriki7oo. ohn-gefehr/zu Zeiten Pabst/vannis des VI. golebet hat?oder doch zu semerZeit gemachte Verse/ davon also be-zeugen:

I.smIzcrt,(ZseZori,nox ck seczuzta Oiei,Vilus,I^ucis,sunt cluc> Lolliiria.

Wann man NUN/nach dieser Regel/zwey Calender/als einen neuen und alten/ zugleich für sich nimmt/ wirdman finden / daß meistentheUs/ so wohl das 5<Mi um,alsdas^quinoäium, Nachdem /ulisnischen HIma-N !,ck,naher bey Lambert Lrczori.und VitUZ und l.uciastehen werden/als sie in dem neuen Calender verzeichnetsind: Hat nun von Zeiten an/(welcher schon vielüber 980. Jahr gelebt hat) der von^ulü c»iar>s Zei-ten an / und noch vor Christi Geburtgemachte Calensder/von dieser Regel so gar nicht abgetretten/was sollteman dann im Übrigen/ dem neuen Calender so weitvertrauen können/ der billiger/ weil er noch wenig überi Oo. Jahr gestanden/dieser des öcäse Meynung naherhätte zutreffen sollen/und da er jetzo weiter abtritt/ wassolle wol in 9oo.oder i vOo .Jahre(da anders dieWeltso lang stehet) von seiner Richtigkeit zu hoffen seyn?

Ich will aber diese Meynung denGelehrten und Un,pslliomrten übergeben/ zu entscheiden/ welche die bestesey / und in folgenden Capiteln allein mit wenigem an-zeigen/was das gantzeJahr durch/von Monat zu Mo-nat/ein fleißiger Aauö-Vatter/so wohl in seinem Hause/als auch in Garten und Feldern/zu thun/und zu verrichten habe.