Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
183
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Anderes Bvch/Hauö-Vatter.

18Z

xxviil.

Was die Zürsichtiqkeit in Gewitters-Aenderungen betrifft.

Jcht wenig ist einem vernünftigen Haus-VatteranVormerckungdes Gewitters / derJahr-Zeiten / der gewöhnlichen Land-Windeund ihrer Würckungen / so wol auch der himmlischenEinflüsse/gelegen/damit er derenVZechsel vorkommen/das Seinige beyZeiten verwahren/ auch zeitlicher oderspäter werckstellig machen könne/als daß nichts/ inseiner gantzen Wirthschafft/ohne bewegliche und er-hebliche Ursachen vorgenommen werde/indem die Ge-witters-Abwechselungen beydes vielHinderungen und^ördernuß zubringen pflegen/ die in der Baumann-chafft Schaden und Nutzen geben mögen. Nichtdaßein Haus-Vatter alles sein Thun und Lassen/ neueKleider anziehen/Hochzewmachen/ Haar und Nagelabschneiden/bey grossen Herren etwas verrichten/ unddergleichen der;)ilpo5ilion und lnkuentz desHimmelSKnechtischer Weise unterwerfsen/ nichtdaß er sich analle lacherliche Bauren-Regeln / und abergläubischeTagwählungen anbinden und verknüpften / sondern/daß er/was Nawr/ Erfahrenheit und Vernunfft ge-masse/ behalten; die übrigen a'.lzugrippierischenThor-heiten aber verwerffen solle. Wie die Alten / so wolRömer als Griechen/ weil sie Heiden waren/ ex v»nSHuourum 6^ ^uspieuni szcrsuzlions, nie nichts ange-fangen/ oder das geringste gethan/als was jene bestat-tigten und gut hiessen; also / daß dieser fast ein Atheistode? Gotteslästerer geschienen/ der ihre Meynungenverachten oder gering halten dörffen. Von den übri-gen Mißbrauchen und Aberglauben aber zu handeln/will ich bis ins dritte Buch verspahren/ und hier allein

Zu dem/so wird an vielen Orten/was man ander-wärts imvollen/daselbst im abnehmenden/und hinwie-der/ was man an andern im alten / daselbst im neuenMonden angebauet und gethan / beederseirs mit demWahn/ihrer sey der beste/ wie Herr 6- dicrrcs su lisu

prcmiel clu 'skestre ^s^ricullurs cksp 7. toi. 4?.

dessen etliche Exempel anführet. Daher sich ein wei-ser Haus-Vatter nicht so eigentlich an die Bauren-Regeln halten soll/sonst er viel gute Gelegenheiten- sei-nen Feldern abzuwarten und zu pflegen / -aßenwürde. Dis ist wohl unzweisscnuicy/ daß a'le^Hskso man zu Gebäuen und Dachem dedarss/ dessen undfast nothwendig ist/ im abnehmenden Monden / beyschönem Wetter abzuhauen/weilen es (»..dem we-niger innerliche Feuchtigkeit darinnen) nicht w öaidsaul und wurmicht wird. Jteni/was unter d"rErdensoll wachsen / ist bekannt allen Gärtnern / daß et i.nabnehmenden / was aber über der Erden in Krau'Frucht und Blühe / im zunehmenden Monden ^gepfiantzt werden. Mehl mahlen und Brod dachen/das lang bleiben und nicht schimmlen soll / im allenMonden: also auch/daß man die schwachen WeinReben/die nicht viel Holtz haben/im wachsenden/dieträchtigen und frechen aber im alten Monden beschnei-de.

kluviX krOZnoüica.

As aber sonst die Veränderung desWetters an--^ langet/Habs die Alten(so auch unsereZeiten theilsbekräftigen) beständig geglaubt/ daß/wie nach dem

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anzeigen / was und wie ferne ein Christlicher Haus- Neu-Monden der vierd te und fünsste Tag gewittert/

Vatterder intiuentz des Himmels/der Sonnen undMonden/statt geben/ und daraus die Witterungen derZeiten/ durch mcht betriegliche Muthmaßungen/ vor-wissen kan.

Gewiß ist es/daß die Sonne mit ihren lebendigma-chenden Strahlen die 8pintuz, so wol snimsic, alsvitsi?» 5- vcKLlsbiies, erquicke/ nähre und vermehre/a«ch zugleich der Mond/als der nächste Planet an demindischen QivK», in seinen Veränderungen grosse undverwundersame Kräfften und Würckungen scheinenlässet/so beedes aus vielen Gewächsen/Kräutern/ Mi-neralien undThieren zu sehen/die theils nachderSon-nen Lauffsich wenden/oder theils bey wachsendemMonden voll/ und bey abnehmendem welck und lährsind. Und wäre zwar zu wünschen/ daß ein Haus-Vatter eine eigentliche des himnüischenLauffs undGe-stirnes Wissen,schafft hätte/so würde unzweissentlichseine Wirthscbafft desto besier/woibestellterund glück-seliger beschaffen seyn. Weil aber die wenigste hlerinnzu einiger Vollkommenheit gelangen/ die meisten derjetzigen Lcieichen nur in Lonjcäiuren

und Oi vinationen beruhen/als scheinet es/ GOtt habediese Wissenschafft mit Fleiß da,um verborgen / daßder sündige Mensch derselben zu ftincm Furwitz undLeichtsinnigkeit nicht wißbrauche/ da dieser Baum desErkantniß Gutes und öft^ ihme zu seiner selbst eige-nen Verdammnuß gereichen möchie.

^lTTheill

also sey es bestandig bis zu demVoll-Monden verblie-ben ; daher sie gesagt: l>rima sscuncls ( lcilicet chc»jZvtlnvviIunium )nikll tertia sliquicl, czu-irta sutcmSc quintaczualiz.tota I.u.13 kgliz,so in dengrossenErnd-ten/Lesen und Heumachen eine guteNachrichrung giebet; wann auch ein Regen-Wetter kommen solle/seyndieses nicht ungewisse Vorbotten: Wann das Gemäuer in denGemächern anfängt zu schwitzen.Wannder Ruß aus den Lammen und Rauch-Fangen vonfreyen Stucken sich ablediget und herab fallt.^ Wanndie Regen-Würme häuffig aus der Erden kriechen.Wann dieSonne und derMond trüb cum tisionc ncbuiolo aufgehet.Wanndie Sonne heißstechend schei-net. Wann die Bremen/Gelsen/Mucken und Flöhesehr beissen. Wann die Fische in Wassern und Seenhochgehen/ daß man ihren Rucken etw^s ausnehmenkan/und wann sie aufspringen. Wann sich die Katzenlecken und putzen. Wann die wilden Gänse und Kra-niche ihre Flug-Ordnung verwirren / sehr hoch undstillschweigend fortfliegen. Wann die Bienen aus ih-ren Stöcken nicht heraus wollen. Mann die Endtenund andere Wasser-Vögel in denTeichen/ Flüssen unSeen wechseln und baden. Wie auch/so die Huhne»im Staube sich herum wältzen. Wann der Raigerhoch flieqet/oder/ die Wasser verlassend / sich ins Feldsetzet. Wann Morgens die Frösche / und des Nachtsdie Laub-Frösche quacken. So der Regen-Bogen ei-

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