Anderes Buch/ Hauß-Vatter.
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halber/einen geringen Unterscheid finden/ weil die gott-lose Gewonheit/die losen Exempel/ die ungestrafften/ jawohl befohlnen und vertheidigten Laster / gleich einemSauerraig/ die Gemütherder meisten in jetzigen Krie-gen sich befindenden Soldaten / dermassen eingenom^men/daß e6 schier unmöglich scheinet/ eine rechte Oilci-piin weiter bey ihnen einzuführen / ohne / daß man dieewige Gefängnus nicht so sehr dabey besorgen darff/und bißweilen noch ehrliche und Christliche Gemüthersich unter ihnen befinden: Ist gleichwol hochbesorglich/wann sie / als Feinde / ins Land fallen / den ungewissenAusgang zu erwarten / und auf ihre Barmhertzigkeitsich zu verlassen.
Daher mag ein Haus- Vatter/sonderlich/ wann sei-ne Lands Obrigkeir zum Widerstand unversaßt / feinbey Zeiten seine besten Güter an emen sichern Ort brin-gen/ und wann sich der Feind im Land einquartirt/ mirVorwissen seiner gnadigsten Lands - Herzschafft / sichdurch seine Bediente um eine SaivaZuarcka zu bewer-ben/ und lieber etwas leidliches zu contriduiren/ als sichdurch Plünderung/Raub und Brand/auf einmal rui-niren und in den Bettel-^rand setzen lassen/ nur / daßer sich hüte/ sonst inandern Lolresponcientzm mit demFeind keines weges sich einzulassen: Dann/was die s-u-vaZuartiien anlangt/kan solches von der Lands-Fürstli-chen Obrigkeit leicht verwllligt werden / weil ihnen bes-, ser/ihre Vasallen erhalten/als daß sie völlig zu Grundegerichtet werden/davon der Lehens-Her: gleich so wohlSchaden leidet/als der Vasall/ es helst nach des racm
MeyNUNg/ nec ^uiesZentium linearmiz nsczuearmsliipenäiiz, neczue ttipenclia lins triburis kaberipossunr, dann/ wo der Bauer nichts hat/ da hat derHerz auch nichts / wann der Edelmann selbst Mangelleidet / woher soll er seinem Herm Steuer und Dienstabrichten.
Dieses zwar lässet sich in unsernKriegen/die zwischen
den Christen geführt werden / zum Theil praüiciren,'mit dem Erb-Feind aber hats keine solche Beschaffen-heit/ da NAß man entweder beyzeiten sich in Sicherheitstellen/ oder muß sich wehren / so gut und viel man kan/und lieber seinLeben/alsseineFreyheit verliehren/und indie unertraglicheDienstbalkeit sich hinschleppen/fesseln/prügeln und peinigen lassen/ oder zu emen schändlichenMammelucken werden: In Ungarn zwar / in denenGütern/Marckten/Städtlein und Dörffern/ die nahean denen Türckischen Besatzungen angräntzen / gibt esviel gehuldigteOrt/ die einen gewissen benannten Zinsund Tribut jährlich denen dort commsnclirenden Bäs-sen ablegen / und sonst bey ihren Gütern ruhig verblei-ben mögen; ist aber «ne sorgliche und gefährliche Wag-nus/ dann das Lamm/ so offc der Wolff will / wann esgleich unterhalb stehet/das Wasser muß betrübt haben/und deßwegen den Balg mit sann dem Fleisch lpenäi.ren / wie man dessen viel traurige Exempel in den Hi--storien anziehen konnte.
GOtt/der unüberwindlicheKriegs-Held/wolle demlieben Teutschland Einigkeit der Gemüther und Waf-fen geben/daß sie dem grausamen/drohlich - annähende«Erb-Feind widerstehen/die unter sich eingerissene Miß-Helligkeiten und privat-Interessen aufheben und ver-gleichen/uns wahre Busse und Christliche Standhaff-tigkeit verleyhen / dem Türckischen Blut ^Hund mitmannhaffter Resolution ferner ritterlich unter Augenzu gehen/und ihn/ unter den Schutz seiner heiligen En-gel/ unverzagt anzufallen und zu fällen/ daß wir einenSieg nach den» andern mit Hreuden / und der armenChristenheit zu Trost/erlangen mögen/zu Ebren seinesGöttlichen Namens / zu Ausrottung der Feinde desCreutzes Christi/ zu Ausbreitung der heiligen Christli-chen Kirchen/um des allerheiligst erworbenen und unsaus Gnaden geschenckten Verdienstes IEsu Christiwillen/Amen/Amen.
Cz?. XXVII.
Vom Kalender.
Iewol in den meisten Wirthschaft-BüchernLalenetsria perpctua jU finden/ darinnen dieAuf-und Untergange des Gestirns/ die in al-len fürnehmen Städten gehaltene Jahr-Marckte / zuwelchen Monats-Tägen die?eka immobil^ fallen/und was sich von einem und andern/ in diesem oder je-nem Monat htzrfür thut/ begriffen sind; habe ich doch/weil die gelehrten ä lkonomi uns / von Jahr zu Jah-ren/mit ihren Calendern/^ilmanscKen und prsüicken/mit Wagen voll überhäuffen / und alle diejenige Zeit-Wechslungen/ von den ?bs5ibus i.unse. vonFinster-nijstn (die man im Oi-m^rio pc^petuc» nicht habenk«n/und nach welchen andern pro^notlicis der mensch-liche Fürwitz am meisten trachtet) und dergleichen cu-riolitäten fürstellen/ solches für unnöthig erachtet/ undallein von dem Jahr/und alren und neuen Calender/et-was weNigs allhier gedencken wollen.
Der erste Römische König und Erbauer der StadtRom/Komulll«, hat das Jahr in zc>4 Tägeundio.Monat getheilt; sein Luccessor aber/liu,, weil er gesehen / daß seines ^ntccelloris Ausrech-
nung mit der Sonnen Lauff nicht zugetroffen/hat nochso. Tage darzu gethan / der Meynung/ daß der Lauffder beeden Lichter/der Sonnen und des Mondes/destobesser übereinstimmen möchten / welches ihm doch nichtallerdings gerathen wollen;daherhatderersteRömischeKayserLaju8 sulius Lielsr, alseininder^lironomiahocherfahrner Her?/ wie solches.suüus kirmicus be-zeuget/ naäidcm er zu ^lexsnclrigm Egypten sich bes-ser mtormirt gehabt / die dritte Aenderung fürgenom-men/und das Jahr recht nach der Sonnen Lauff einge-richtet/ hatzu des Nums z 54. Tagen die übrigen nian-gelhafften noch beygefüget/und secunclum cursum 80-Us,die Zahl der Tage/biß auf56s. Tage vermehretzdie-weil aber gleichwohi die Sache nicht gantz war ausge-macht / indem noch 6. Stunden abgiengm / der Son-nen Lauffvöllig zu Messen/ diese aber in 4. Jahren24. Stunden/ das ist / einen völligen ciicm nsturalemmacheten/ also hat (--lsr verordnet / daß allezeit imvierdten Jabr/ im Monat 5ebrui,rii, um einen Tagmehr zugeflickt werden sollte/ damit also die Sonne ih-ren curlum völlig ablolviren / und die Zeit in rechteOrdnung gebrac ht werden m öchte.
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