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Des Adellchen Land - und Feld-Lebens
darinn ein von Rosen Essig/ oder andern guten Sa-chen gefülltes Schwammlein ligt/ bey sich haben/ undofft daran riechen; man soll nie ausgehen / man habedann vorher ein wenig gebähtes Brod mit weissenWein oderLimoni Saßt eingeweicht/genommen:krsncoiz cito^s, des Königs IN Franckreich und Car-dinals kickciicu Lei!)-^ccjicus, sagt/man soll zu dieserZeit/nie gantz nüchtern/ noch überfüllt bleiben/ nie vonvielerlei) Speisen essen / und nur diese / so leicht verdau-lich/ als frische Eyer/ Geflügel / Kalb-und dergleichen/auch Schepsen Fleisch/ Fische/ sind zu meiden / weil siebaldFäulungen verursachen/ausser dieMeer-Fische/ukwas sonst in harten/steinichcenFlüssen und Bächen sichaufhalt; auch gesunder/gebraten oder gebacken/als ge-sotten/Milch/Kase/Hülsen - Früchte/ Melonen/ Gur-rten/ Pfirsing/ Marillen/ die Flüsse und Inneres vonden Thieren / auch alles Obst/ (ausser die UngarischenPflaumen/Brünner-Zwelschgen/Trauben undFeigenmag man vor dem Essen gemessen) soll man gantzlichmeiden; das Bronnen-Wasser aus Schöpff-Bron-nen ist verboten / wann die ContzZion von unterirdi-schen Dämpffen entsprossen ist; kommts aber von an-
gesteckter Lusst/ so ist sie allen andern fürzuzichen/ undist alles anders zu meiden; der Wein soll nicht starck/sondern pi^usni seyn/weiß/ klar und hell/ er mag wohl/sonderlich im Sommer/mit dem Decotto von Sauer-ampffer und Li.or?onore, tcmperirt werden/ oder mitein wenig Limoni-Sasst; Schlaf und alle Übungendes Leibs / soll massig seyn; und ist vornemlich in Achtzu haben / daß man allen Verstspffungen bald begeg-ne und wehre; wer am Leib offne Schäden oder Fönte?nellen hat/ soll sie bey solcher Zeit vielmehr fliessend ma--chm/als zuheilen/so wohl auch die NTmorrKoiöes.uni)dsrMchenfiiessende Zustände/ weil sich die Natur da-!durch zu reinigen pfleget; man soll sich mit der wulic zund Saiten-Spielen erfreuen / und GOttum seinenBeystand bitten/ daß wir mögen ohne ^pprcksntio nunserer Lieben und Verwandten Tod anschauen/ uriddie l<-soiutlon fassen/ von seiner Hand gedultig auf«zunehmen/ was ihm mit unserm Leben und Sterbenvorzunehmen gefallen möchte. Was ferner fürservaliv und Artzeneyen in der Pest zu gebrauchen/magman zu Ende deö dritten Buchs/in diesem Theil/ nach- >suchen.
xxvi.
Was ein Haus -Batter zu thun/wann Krieg im Land ist.
ErKrieg ist unter allen schon angeführtenLand-Strassen/ die allerärgste/ weilermeistentheilsmit Hunger und Pest begleitet wird/ nnddannmuß ein weiserHaus Vatter klüglich handeln/gute Vorsehung thun/ und vorher wohl bedencken: i.die Beschaffenheit desFeindes/2. seine vorgeseheneSi-cherheit/ z. wie mit dem allerwenigsten Schaden durch -zukommen: Ist es ein grausamer und barbarischerFeind/ wiederTürckundTarter/ so muß man nichtlang warten/sondern sich alsbald in einer grossen/ wol-besetzten/und bestens-versehenen Stadt/ um Gelegen-heit/ Zimmer und Unterkommen umsehen/ seinen be-sten Schatz/ von Geld und Geids-werth/ vonKorv/Getrayd und Wein/ Weib/ Kind und Gesind/auchPferd und Viehe / hinein bringen/ den Unterthanenbefehlen/ daß sieihre besten Sachen? und sich selbst indie Gebürg / Klippen und Walder rctinren / dieselbenverhauen/ sich mit Büchsen/Spiesen und Gewchr/aufdas Beste versehen/ wohl Wacht halten/ etlicheunterihnen die hertzdafftesten / dieetwan vorhin den KriegpraÄicirt haben/ zu Befehlhabern aufwerffen/ tind ih-rem Lommanclo psriren/ die Proviant von Getrayd/muß man (da sie nicht fortzubringen) eher vergraben/als dem Feinde zu Nutzen machen; wo grosse Gebürgesind/ ist es sehr bequem/ Weib und Kind in die Hölender Stein-Felsen zu rctiriren/ weil sonderlich die Tür-ckenihre meisten Gtreiffereyen zu Pferde verrichten/und an solchen Orten wenig rieten können / auch ihreAanitscharm/Heyducken und Fuß-Völcker nicht leichtauf den Raub ausschicken / sondern gemeiniglich beyder grossen Arnm verharren; die Passe müssen entwe-der gantz verpollwerckt/oder mitBrust-Wehren/Pal-lisaden und Stacketen verwahret / die andern Wegemit tiefen Graben verbauet und unwegsam gemachtwerden/ damit auf das wenigste zu Pferd keiner durch-kommen kan/gehört aber Hertz und Muth darzu/ uner-
schrocken beyeinander zu halten; man soll aufsichG/nicht vergeblich Feuer geben; wer sein eigen Leben ringschätzet/ ist Meister von eines andern Leben/ und grossetapssere Thaten werden mit grosser Gefahr und Wag-nus verrichtet; wann sie dem Feind nahend merck en/ist es besser/ daß sie dieWerber und Kinder t-efer hin einin die Gebürge schicken/damit sie durch ihr Hmien/ Za-gen und Weinen/ zu keiner Kleinmüthigkeit bewog enwerden; durch dergleichen Pässe/Clausen und Hole n/sind manchesmal grosse Armeen aufgehalten worde n/wie die Trusci und Maroniten/die Inwohner des gros-sen Gebürges lübani in l>slseltinA,lange Jahr des Tür-cken Bottmässigkcit sich rapffer widersetzt/ und ihm etli-che Armeen/ durch ihre Tapfferkeit/ zu Schanden ge-macht haben / alsdichs o Leonhart Rauwolffiman-dern Theil seines Reise Buchs im ii.Cap. lvi. 290».bezeuget hat.
Also hat unserChristlicherHauS-Vatter dieArt un!dWeise des Feindes wohl zu bedencken; nicht wenige rauch das Vermögen seinesLands-Fürsten/wie er in di e-sen allen/ wohl oder übel versehen/ ob er den Feind a nden Gräntzen empfangen / und ihm in sein Land einzu-brechen/ verwehren/ auch/ im Fall der Noth/ emeSchlacht liefern kan; ob er mit seinen Benachbart mwohl daran/ in ällisnce und confoe^erskionen stche?ob sich daraufzuverlassen?und ob sie deßwegen in Ver-fassung stehen ? daher vonnöthen/ daß ein Land Mannvon allen eigentliche Kundschafft habe/und darnach sei-ne Sacheclilponire und anstelle,
Ist aber der Feind Christlicher 5w-on und Glau-bens/ so sollte man sich zwar / solcher Grausamkeit undtyrannischen Hausens zu ihme von Rechts-wegen nichtzu versehen habemjedoch/wer die Weise und die Hanli-lungen derjetzig«nChristlich-genannten Soiäalesca willexaminiren / der wirdDielmal zwischen Christen MiZsTürcken/ des Raubens/ PlündersundUbelhausens
halber/