Anderes Buch/Hauß-Vatter.
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XXIV.
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WaseinHans-Batter zuthun in theuren Zeiten.
H)Nsere Oesterreicher haben ein Sprichwort:»§Ein vernünfftiger Haus-Vatter solle dreyKex-^nungen/ das ist/ dreyer Jahr Einkommen imVorrarh haben/eine aufdemKasten/die andereimStad<l/oder in derScheuren/und die dritte imBeu-tel; damit/wann elwan ein Schauer-Wetter aufdenFeldern Schaden thue/ er solches mit dem aufdem Ka-sten und in der Scheuren wieder ersetzen könne; oder/wann ihm durch Wetter-Einschlagen/oder andereUn-glück/ Haus und Hof/ Scheuer und Kasten angestecktwird/er noch so viel Geld im Vorralh habe/ diesen sei-nen Trauer-Fall/ wo nicht gar zu ersetzen/ dennoch zulindern/ und etwas in kclcrvazu halten/ daß er nichtin solchem Fall / die Nachbarn anlauffen / und durchmvieüe^nticipslionsz, ihm grosse Zins-Verschrei-bungen aufbürden dörffe / sonderlich/ daß er bedencke/was Massen dergleichen rumirte Leutlein/ nicht allein/durch dergleichen betrübte Falle/ an Haab und Gut/sondern auch am Lrccllt, ruinjrt sind / und offt unhalti-ger und böser creciltoren r-rAivcisationen entgeltenmüssen.
Die Theurung nun/ entspringt aus vielerley Ursa-chen / wann etwan das Land von feindlichen Einfallen/Sengen und Brennen/ geplündert und beraubt/ undder Bauer von Haus und Hof verjagt wird / und dasist die allerärgsteBegebnus/weil bey allen langwähren-denLands-verderblichen Kriegen / nicht allein Teu-rung/ sondern auch Pest/ und allerhand Kranckheitenund Unglücke auf den Fuß zu folgen pflegen / und dieserbösen Gefehrden/ fast keines ohne das andere ist/ wie inden vergangenen dreysigjährigen Kriegen / das armeTeutschland wol empfunden/und sonderlich/wo man ei-nen Ort scharffbelägert und von fernen bioquiret/ daßman nichts hineinbringen kan/als es zuBreysach in vo-riger harter Belagerung wolgesühlet worden.
DieandereUrsach ist/wann einegantzeRevier/durchSchauer und Hagel-Wetter / oder durch tiefe und zulangliegende Mertzen-^schnee / Schaden empfängt;oder wann die Trayder mlWinter gantz unbedeckt/dieharte Kalte nicht ausdauren können,oder wann ein all-zunasser vonjählingem Krost/ zuziehend-und aufziehen-derWinter ist/da dann das Eis/von der Kalte über sichgezogen/ die Wurtzel zugleich mit aus der Erden zeucht/daß sie dabey verderben muß; oder wann zu nasses undzu dürres Wetter ist / und wann bey blühendem Kornallzureissende Sturm Winde gehen / und die Blühe/vorder Zeit/ abschlagen; auch/wann das Korn in derMilch ist/ daß es bey nassen schaurechtem Gewitter er-frieret/« lso/daß man zwar viel Stroh/aber wenigKvr-ner einzuführen hat.
Alle diese Dinge nun/ weil sie/ aus Göttlicher Ver-hängnus / zu Straf unserer künden/herrühren/ so istdemnach hier kein Mittel auf der Welt/ als denjenigenfrommen und gerechten GQtt / durch Büß und Gebetwieder auszusöhnen / den man mit vielen muthwilligenSünden erzörnet hat. Nachdeme muß sich ein vorsich-tiger Haus-Vatter/in dergleichen Läufften/ mit über-fiüsslgenGesindlein/sonderlich/deren man nicht bedarff/
!. Theil. ...
nicht übersetzen / und sodann so wenig in seinem Brodhalten/als es immer seyn kan,hernach die gehörigePro-viants-Austheilung mit solcher Mässgkeit vornehmen/daß gleichwol derNaturNothdurfft(paucis emm con-renra ck)genug gethan/aller unnothwendiger Überflußaufgehaben/ und die ?ro vi5on desto weiter hinaus rei-che. Der Tisch ist ein heimlicher Dieb/ und Naschenmacht leereTascheN /czuicn cens ^ ciexs, clos vcccs co-m«. wer M und laßt etwas über/ der hat zwey Mahl,zeiren. sonderlich soll ein Haus-Vatter / sich selbstund die Seinigen/fein beyzeiten darzu vorbereiten/auchgrobe und gemeine Speisen zu essen/ und nicht allezeitdas allerbeste / niedlichste und köstlichste haben wollen/sondern auch bey geringen vor gut zu nehmen / so wirdes ihm/im Fall der Noth/nicht so beschwerlich duncken/und werden desto leichter dijj Ungewitter erdultenkönnen.
Es mag ihm auch einHaus-Vatter/wann etwa eineTheurung zu besorgen ist / fein zeitlich etwas im Vor-rath schaffen/ undgarnichtaufdieletztewatten/ wettdergleichen Sachen offt über Nacht aufschlagen undtheuer werden/ daher muß er einen kleinen Schadennicht ansehen/ damit der grössere möge verhütet wer-den.
Es entstehet wohl bißweilen eine muthwillige Theu-rung/ sonderlich in grossen Städten/ wann es Korn-Juden und Vorkäuffer gibt/ die nicht allein auf denKorn-MSrckten/ sondern auch aufden Strassen/ diezugeführten Getrayder alles zusammen kauffen / über-einander schütten /und nichts davon weggeben wollen/biß man es/nach ihren Preiß/bezahlen will: Da soll/insorhanen muthwilligen Theurungen / die Obrigkeit dieKasten und Trayd-Böden viiitiren lassen/solche aufzu-thun/ befehlen / und eine gewUe erleidliche setzen/aber die Ungehorsamen ernstlich straffen. Die Turckenhaben im Gebrauch/ wann sie einen solchen Wuchererwissen/der mit Übersetzung und Fälschung der Waarenberüchtiger ist/daß sie ihn zum Richter führen/der besth-let/ihme eine mit hellenCimbeln klingende Tafel an denHals zu hangen/ und wird also von den Schergen/ mitgrossem Zulauff des Volcks/die sich bey solchem Klangversammlen/ durch die Gassen der Stadt/ sonderlichdurch diejenigen/ wo dergleichen Gesellen mehr woh-nen/ herumgeführt/ wann sie ihn nach Haufe bringen/wird er mit 70. Streichen gebrügelt / und muß noch soviel Asperleindarzu geben/ so viel er Streich empfan-genhat.
Wann ein Haus-Vatter/ aus gewissen pra-lsZiK,mercker/ daßeineTheurung zu beförchten seye/ sollerseine Kästen desto besser anfüllen / und im Trayd Aus-geben desto gespahriger seyn / und auch von den Unter-thanen Getrayd für ihre Herren - Anlagen annehmen/da es schon ein wenig höher ankommt / wanns nur gutist/ also kan er viel Unterthanen und arme Leute erhal-ten / und die Theurung/ samt seinen Hausgenossen/desto besser überstehen. Gewisse Vorboten der Theu-rung/finden sich neben andern in dem CapitekWas dieFürsichtigkeit in Gewitters-Aenderungen betrifft/ so
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