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Des Adelichen Landend Held-^ebenö
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gedeyet/ eine sonderbare Ehre und Vergnügung zu^hoffen.
Drittens / wann er ein Gut kcmffen oder verkauftenwill/ muß er Zlnfang nicht sonderlich zeigen/ daß es ihmein Ernst oder Angst dabey sey/ sondern er kan es perlerlium (der nur gleichsam aus Vermuthung/ solchesfeil zu seyn/glaubete) an einem und andern Ort anbrin-gen lassen; dann vermerckt man/ daß man emes Gutsgern los wäre/legt man um viel weniger darauf/vermu-thet uum aber/er hälte ein Gut gerne/so überbietet manihms.
Zum Vierdten/ssll er glauben/daß seine Gegenwartin allen seinen Gründen/ Feldern/ Weinbergen/ For-sten/Fischereyen/auch im Hause/ Mayer-Hof/Kasten/Keller/und allem/ was ihmezugehöret/ höchlich vonnö-then/und nie vermeynen/daß es ein andererer sey auch/wer er wolle) ihm so treulich und so wohl lasse angele-genseyn/ nichtallem/ daß alles besser von statten ge-he/ sondern auch / wann die Arbeiter nur besorgen/er möchte kommen/ allezeit desto anhäbiger und fleissigersind.
Zum Fünfften/soll er sich versichern/daß wenigViehwol gefüttert und gewartet/mehrGenuß gebe/als wanner sich mit Vieh übersetze / das weder genug WartungnochNahrung hat;soll auch in nothwendigenArbeiten/als Äckern/Schnitt/Lesen/Brachen/und dergleichen/nicht so gar an des Mondes und des Gestirnes Fügun-gen sich binden lassen/ sondern seme^lrbeitthun/ wannHimmel und Erden in tauglicher Mässigungund gu-tem Wetter vereiniget sind.
Zum Sechsten/hat einHaus-Vatter unfehlbar ihmeinzubilden / daß/ wie er auch an Mitteln/ Vermögen/schonen trachtigen Gründen und Reichthum bestehet/nichts sey/ daß seine Glückseeligkeit/(nachst GöttlichemSeegen) erhalten könne/ als eine richtige Ordnung/gebührliche Anstellung und emsige Nachsicht; ohne die er-ste / hat er nichts / als Verwirrung; ohne die andere/nichts/als Versaumnus;und ohne die dritte nurScha-den und Schande / und aus allen endlich die Armuthund üble Wirthschafft zu gewarcen; daher soll/so wohler selbst/als seine Bedience/drob seyn/daß in einem unddem andern kein Mangel oder Abgang sey; auch so we-' nig ein Regiment/ ja die Natur selbst/ ohne Ordnungdauren kan/so wenig kan man von einer Haushaltung/ohne solche nothwendigeStücke/einfruchtbarllchesGe-deyen hoffen.
Zum Siebenden / die Gerechtigkeit und Billigkeitmuß ein Haus-Wirth / so wohl gegen den Sein,gen/als Fremden/ mit Sanffrmuth und Vernunfft wissenzu tcmpcriren/aus welchem Sämlein das herzliche Ge-wächse eines löblichen guten Namens zu wachsen pfle-get/ daß er Credit und Vertrauen findet; sonderlich/wann er dasjenige den Leuten zu erweisen pfleget / waser wollte/daß sie ihm leisten sollten.
Zum Achten/wann von seinenNachbarn jemand ihnum Rath und Beystand anspricht/soll ers mu willigemHertzen /sovielervermag/leisten/und ihm nichts andersrathen/als wie er selbst (so es ihm angieng)chun würde/soll nie zur Weitläufigkeit oder Verzögerung desZancks/ sondern allezeit zu Fried und Eintracht rathen/
und alle seine Rathschläge zu billiger ^locierstion len,cken.
Neundtens/ ein Haus-Vatter gleichet einer Haus-Uhr/darnach sich jederman mir Aufstehen/ Schlaffen-Gehen/ Arbeiten/ Essen/ und allen Geschaffren richtenmuß. Wann nun die Uhr wohl ist eingerichtet / mitgleichen / weder zu schweren / noch zu leichten Gewich,ten/ versehen/ auch zu rechter Zeit aufgezogen wird/so ist es alles wohl bestellt; wann aber emes aus diesenermangelt/oder ein Rad/die Unruhe/ oder das Gering-ste daran zerbrochen/ sosteckralles/ und kan niemandsich eigentlich in die Zeit richten: Also / so lang einHaus-Vatter mit seinem Fleiß / Verstand und Rathden Seinigen vorstehet / gut Exempel gibt / alles zurechterZeit befihler und anordnet/ so gehet die gantzeWirthschafft wohl von statten/ ein jedes weiß/ was esthun oder lassen solle; dann/so lang das Gesinde merckt/daß der Haus - Her! seine Anstellung mit Erfahrungund gutem Nutzen anschafft/ thun sie alles/ aus gutemWahn von seiner Weisheit / desto lieber: Aber woesdemHaus-Herzn amFleiß/Wissenschafft undErnstgebricht / daß sein Gesinde einmal glaubet/ er verstehees nicht / oder wann ihm eines und das andere übel ge,räht/ so kommet alsdann alles in Unordnung und Ver-wirrung.
Zum Zehenden/ bey Tage / soller/nach ?limi Mey-nung/nie thun/was er bep der Nacht/noch bey schönemWetter/ was er bey üblem/ im Hause verrichten kan/noch im Hause was vornehmen/ wann er im Feld noth-wendigere Arbeit hat. Eine jede Zeit soll haben ihregewisse und geschickliche Ausrheilung/damit man einesvor das andere bringe/ und keineszuruck bleibe. EmHaus-Vatter soll auch in der nechstenStadt oder Fle-cken/ wo wöchentlich Korn-Märckte sind/ entwederselbst ein eignen/oder doch ein Bestand- Haus und Ka»sten haben/daraus er/ zu gelegener/ sonderlich zu Win-ters- Zeit/sein Getrayd hinein führen/ schütten und zumVerkauffen behalten kan.
Zum Eilfften / ein Haus. Herz muß seines Gutes/und der darzu gehörigen Gründe/ Eigenschafft selbstwohl erkennen lernen/ daß er wisse/ wie eines und dasandere zu bestellen/ wenn er sich allein auf einen verstän-digen Pfleger/ oder Amtmann/ als seine andere Hand/in allem verlässet/ist wohl glücklich: Er soll aber (wo ersnicht vor kan) seine gute Anstellungen auch selbst für-mercken / dannt/wann er stürbe/oder wegkäme/er selbstwieder einen andern abrichten könne. Durch guteNachsicht und bescheidenes Erforschen / kan man vielBöses verhindern/und viel Gutes erfahren. Ein fleis-siger Haus-Her: macht auch das Gesinde arbeitsamund munter.
Zum Zwölssten/m 8umma,wann ein Haus-Wirthgottsfürchtig und vernünfftig/ das Weib' tugendsamund wirthlich/ die Kinder gehorsam und wohlgezogen/das Gesind treu und emsig/ ein jedes zu rechter Zeit inseinem Monat geschieht/ alle Laster/ Faulheit und Unei-nigkeit ausgebannet sind/so gibt GOtt Glüsk undSee-gen / welcher allen Christlichen Haus-Vättern undHaus-Müttern von Hertzen zu wünschen undzu gönnen ist.
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