Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
175
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Anderes Buch/Hauö-Vatter.

daß denen Unterthanen nicht zu gedrang geschehe. Dißkan er zu wegen bringen / wann er denen hohen Ossici-rern (vorhero noch) entgegen ksmmet/sich mit ihnen/sogutesseyn kan / abfindet/ sie mit einem guten TrunckWein/Haber/Stuck Fleisch/Wildprat/Fischen/ Gar,ten Früchten/ undsndern ^»lirt/ undsolche/ seinenUnterthanen Schutz zu halten/damit verbindet/kan al-les hernach/ mit einem kleinen Anschlag/ schon wieder«ingebracht werden.

! ZumVierdten/ woferne seine Pfleger/ Beamten/Richter/oder dergleichen Bediente/denen Unterthaneneiniges Unrecht wider die Gebühr zufügeten/soli ere mit' allem Ernst abstraffen/und vielmehr/was recht und bil-lig/durch seine Untergebene/ ihnen widerfahren lassen;damit sein guter Name (unter dessen Schatten derglei-chen/Ul-nt2t2 beschönet und bedecket werden^nichtver-kleinert/sondern in gutem Rufbleiben möge. ^

Aünfftens/ soller keine unbillige/ übermäßige An-schlagend Lxr^Zionenihnenzumuthen/ oderdurchandere einzwingen lassen/unter dem Schein/ als ob esdie Lands-Obrigkeit forderte. Man mag wohl denSchaflein die Wolle nehmen/ so hat man sie jährlich zugemessen/aber nicht die Haut gar abschneiden/davon siesonst zu Grunde gehen. So sind auch die Unterthanenwohl so gescheid/daß sie sich anderwärts/ unter fremderHerschafft Unterthanen/ erkundigen/und auf Befundder Unwarheit / entweder das Vertrauen zu ihrerObrigkeit/verlieren/oder wohl gar an gehörigenOrtensich darüber beschweren / welches keinen guten Erfolgnach sich ziehen k«n.

' Zum Sechsten/Hingegen soll er auch von seinen altenRechten/ Hertomwen uvd Gerechtigkeiten/ nichts las-

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senabbringen/ sondernmiternstlicher^o-icrationdieGeböhr also fordern/ daß/ wann er schon einem oderdem andern etwas/ausErbarmung undGnaden/nach-lasset / es zu keiner s>rzejuäicirlichenLonle<juenT ihme/oder den Seinigen/gereichen möge.

Zum Siebenden/ dieTagwercker/ die um Lohn arbetten/ soll er von seinen armen Unterthanen bestellenlassen; muß man aber Fremde nehmen/soll man sie me/als nach verrichter Arbeit / bezahlen / ihnen entwederselbst/oder durch seine Bediente/fleissig lassen nachspüh-ren / und zusehen / damit nicht um genüge Arbeit einnicht geringer Lohn erfordert werde. In« GegemlMsoll er sie/ wann sie treulich arbeiten / auch redlich undaufrichtig bezahlen/nichtÄusflüchte/Verzögerung undHinterlist brauchen/ etliche Kreutzer abzuzwacken/ soihm schlechten Gewinn/aber bösen Nachklang verursa-chet / und nichts dadurch erhalt/ als daß er/ offt m dernöthigsten und grösten Arbe>r-Zc>t / keine Taglöhnerbekomme / und alio viel in seiner Wirthschaft versau»menmuß; langwurige Arbeitkan er wohl überhauptandingen/so hat er weniger Obsicht vonnöthen/und ar,beiten die Tagwercker desto fieGger/ chrenLohn ja eherja besser zu verdienen.

Zum Achten/in allen seinen Vornehmen undAnstel-lungen/ soll er ein ernsthafftes Thun/m»t der Ee^indig-keit/sowohl gegen denUnterthanen/Tagwerckern/Be-dienten und Gesinde/also mischen/ dccher/ wegenderLeucseeligkeit/nicht verächtlich/und wegen der zu grossenSchärffe/nicht gehasset/ sondern mit sorgfältiger L»ch<M Ehrerbietung von allen angesches Mdhedimet werde-

XXIlk.

Was ein Haus-Batter insgemein in der Wirthschafft habe

zu beobachten.

In wahres Sprichwort ist: Wo kein Mannist/da ist auch keine Meisterfchasstnvo die Mei-sterschafft mangelt/da ist auch keine Forcht,'wokeine Forcht ist/da thut jedes/was es will; wodiß geschihet/ folgt nicht leicht eines des andern Räch;wo diß mangelt/wird selten was Gut-s entstehen.

Daher soll ein Haus-Vatter/ Erstlich und vor allenDingen/ gottsfürchtig/ erbarund redlich seyn/ Weib/Kinder und Dienstboten zum Gebet und Kirchen-Ge-hen halten / nichts Böses gestatten/ ihnen mit gutemBeyspiel vorgehen/und sie mit aller billigen Nothdurfftversorgen/ sein Vermögen/ Capital und Einkom,men/ mit denen Ausgaben / also abmessen/ damit dieAusgab die Einnahm (ausser in Abstattung Haupt-Schulden/ zur Erleichterungen der Verzinsungen) nieübersteige/vielmehr etwas erspart werde/m dem gewiß/wann ins Capital einmal gegriffen wird/ die Einkom-men dadurch geringert/ und vermuthliches Verderbenzu besorgen. Den Dienstbotten/Handwerctern/Tag-löhnern/ soll er das Ihrige treulich geben/ nicht kleineLumpen-Vortheil suchen/ indem er dort und da etwasabbr?cht. Ist er schuidig/soll er die Verzinsungen rich-tig/willig und in gutem Geld abstatten/ so hat er ein sie,

tes Vertrauen/ und man leyhrl ihm/ im Fall fürfallen-, - —

der Noth / gerne. Durch guten Credit kommt einarmer Haus - Vatter / der nur fieissig und wirthlichist / besser fort / als ein geitziger Reicher, Nie soll ereinen grossen Unkosten machen / davon er Nicht wie-der einen grossen Gewinn zu erholen weiß / sonsten sagtder Spanier weißlich; c^uinen Zusrcl» <jmero«;Kalis.

Zum Andern/soll er vom gemeinen Brauch undtan-des- Sitten / im Feld Bau / mit den Unterthanen undDienstbotten nicht leichtlich abweichen / oder neueKunst-Stücklein und Formen zu probiren sich gelüstenlassen/ weil dergleichen ctum-ren/ mehr in Betrach,tung und 8p-cu!ation / als in der Warheit selbst beste-hen/zumalen nicht ein Ort/eine Lufft/ ein Feld/ wie dasandere geartetist/auch die Leute zu ungewöhnlicher/un-bekannter Arbeit Nicht mit solcher Lust und Nachdruckmögen gebraucht werden: Man hat sich/wann es nichtgerather / des Auslachens und Gespöttes zu besorgen/heißt hiermnen/dte Land-S trasse die sicherste/ und sindosst neuetnvcnrionen/nurAnlaßzuruck zu Hausen ;aus-jer/was Garten-Sachen betrifft/ da ist nicht allein löb-lich/sondern auch bißweilen nutzlich/ fremde Künste/dienatürlich undthulich scheinen/ anzuwenden/ indem/ obes schon mißrathet/kein sonderbarerVerlust/da es aber

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gedeyet/