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Deö Adelichen Land- undFeld-Lebenö
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XVttl.
Bon dem Pfleger und seinerGebühr.
>S sind viel weitläufftige und curioss Inllru-Äinncs.die Pfleger betreffend/hin-und wiederzu finden: darunter dann die Fürstliche Liech-tensteinische die vornehmste ist/ darnach viel andere ihreKxtfaü und Anstellungen zu machen pflegen. Weil esaber sehr weillaufftig/ in etlich und neuntzig Punctenbestehet/und keineHerzschafft also beschaffen ist/daß sichjede inttruiÄiou darauf schicken / und in allen Punctenzutreffen solle;will ich/aus unterschiedlichenOblsrvimo-nen/nur die vornehmsten hieranziehen/Harauf/unmaß-gebig/ett! Pfleger/ aclclenciis scläitis,^ von ncccüariis«jcmpüs,möchte befelcht und inttruirt werden.
Erstlich/ wann die Herzschasst groß und mühsam/'oder der Her: selbst nicht allzeit gegenwartig seyn kan/ ^! ist sehr am und wohlgethan/daß er sich uach einemPfle- ^' ger umsiher/ der seine Stelle vertretten/und des GutesNutzen beobachten möge. Der soll nun vor allen Dm-'gen einen guten ehrlichen Namen haben/ nicht zu jung/ohne Erfahrung/ noch zu alt/ ohne Lust und Krässten/sondern mittelmässiges Alters seyn / der gottsfürchtig/dasGesind zumGebet/Morgens undAbend6/vor-und ^nach dem Essen/ fleissig halte/ kein Tmnckenbold nochBuhler/sondern wachsam/der gern srüh ausstehe/nüch-tern/ unverdrossen/ nicht mehr Leute und Gesind halte/als ihm erlaubt worden/ seine monatliche lnliruZionc8offtdurchsel)«/ und/ denen gemas/ alle Wirthschasstenanstelle/nichts von der Herzschafft entziehen laste/ keineNeuerung gestatte/ und in Lumina, alles thue/ was ervor GOtt und der Obrigkeit tmt gutem Gewissen ver-antworten könne.
FürsAndere/soll erindemSchloß/Haus/oderWoh-nung/ dem Gennd wirthlich und würcklich also vorste-hen/und Einsehen thun/daß Schand und Laster verhü-tet und gestrafft / sie zur Arbeit / und allen Haus-Gar-ten-und Feld.Geschä^ren/zu rechter bequemer Zeit an-gehalten/Feuers-Brun^en/und andere Schaden/(de-nen durch menschliche Fursichtigkeilvorzukommen)ab-geleitet/ alles im Feld/ Mayer-und Schäfer-Hosen/Garten/KellerN/Kasten/ Gewölber/ Mühlen/ und an,dern ^ccicicntien/ beobachtet/ alle Thore und ThürenumgewisjeZeit fleissig gesperret / alles Viehe wohl ge-wartet/alle Wirthschaften wohl bestellet/dieZehendenrecht erhoben / bey dem Anbau und EinerndleN nichtsversäum^/ die Försieund Wälder nicht verwüstet/ dieWiidprat - Stände und Sultzen erhalten/ und inßcncrs derHensebafft Nutzen befördert/auch/was dementgegen ist/verhutet und abgeschnitten werde.
Drittens/ die Bediente/ als Schreiber/ Amtleute/Nichter/Kastner/Keller/Bräuer/ Meyer/ und derglei-chen/ sollen alle ihre gewisse Span-Zetteln haben/ undsich nichts/ ohne des Pflegers Verwilligung/ unterste-hen/oder ohne seineZettel und Unrerschreibungen/(aus-scr ihrer vrckn^ri.Dienste) zu sich nehmen / sonst wer-den solches künfftig nicht sie/sondern der Pfleger zu ver-antworten haben. Hingegen hat er völligen Gewalt/die Ungehorsamen undMuthwilligen ;u straffenzdann/wann er die Officier nicht in rechtemGehorsam halt/daer versichert ist/ daß sie seinem Befehl auch im Abwcsen
nachkommen/ so isi ihm unmöglich/ die WirchschaAwohl zu versehen/wie die Fürstl.Lichtensteinische lnttru-övon weißlich ausführet. Auch soll der Pfleger keinem >Bedienten/ der Raitung führet/ seine Besoldung an-schaffen/ er hab ihm dann vorHers die Raitung nachVergnügen gechan.Alle Wochen sollen sie einen gewis-sen Tag/ und zu bestimmter Stunde/ bey dem Pflegerzusammenkommen/ so wohl/als die arbeitende Hand,wercker/ daß sie Bericht ablegen/ was sie die Wochen-über verrichtet/ und daß sie berathschlagen/ was einge-hende Wochen fürzunehmen; darzu das Monat-^le-moriai gute Anleitung geben kan / und stets auf demTisch seyn solle. Und diß ist am füglichsten am SambF-tage/so endet die alte Wochen/ und fängt eine neue ckn;und es soll unfehlbar alle Wochen geschehen/ so kan alleArbeit wohl ausgetheilt/und mit guter Beschleunigungverrichtet werden.
Zum Vierdten/ der Pfleger soll/ wegen taglich-für-fallender Handlungen/ fleissig bey Hause sich befinden/sich alles unnothwendigen Reifens/sonderlich/ wann ee !über Nacht ausbleiben muß/gäntzlich/ohne Vorwrssen-derHerzschasst/enthalten.DicRauch -Fang undFeuer,Stätte fleissig/sonderlich imWinter/kehren und besich-tigen/und in denStällen Laternen brauchen lasscn.DisDacher soll man jährlich besehen / und vor Winternausbessern/die Rinnen rsumen/ damit das Wasser sei'nen Ablaufs habe- Die Röhr-Brünne vor der Gefriereinbinden/ und allzeit Bronnen Röhren im Vorrachhaben. In entstehenden Sturm-WindeN/so'.lm Fen-!fter und Läden wohl beobachtet seyn; Item/die Oefen/ ^daß man sie im EinheitzeN Nicht grob zerstosse; auch ntußman bey allen neuen Gebäuen fleissrg ansehm/ daß mansie zu rechter Zeit anfange/ recht und treulich arbeite/und die Spätlinge / oder Garausbleibenden'straffe.Die!nvsnr->ii6Nttlß der Pfleger bey allen Auswechs-lmMn und Veränderungen/ kevicliren/ von den alrenEmpfang und den neuen aufzeichnen; auch soll er dieSchlüssel zu allen Zimmern in guter Ordnung hal-ten/ jeden mit Pergammt-Zetteln in einen Kasten ver-wahren / daß man gleich sehen kan/ wohin jeder gehö-rig sey.
Zum Funfften / mit den Robbüihern und Tagwer-ckern/soll ers hallen/ nach altem Herkommen. VonGeorgi biß Michaelis/ gibt man etwas mehr/ und vondannen an/biß wieder ausGeorgi/etwas weniger/nach-dem der Tag lang oder kurtz ist. Die Boten wordennach der Meil belohnt. Mit denen Unterthanen soll erfreundlich/doch nicht zu verträulich seyn/nicht mir ihnenzechen / spielen oder kegeln; mit Schlagen und Ehren-rührigen Worten/sonderlich die Alten/ nie beleidigen;eine durchgehende Gleichheit in der Robbali) halten/nicht etliche befreycn/und/ um ein Smn al/ durchgehenlassen; ihr Anbringensoll er gern anhören/ richtig undbald verbescheiden/kein Gcschenck annehmen/ der Bil-ligkeit nachkommen/ niemanden wider Gcbühr/ oderaus?rival-p-il!iou beschweren/ die Ungehorsamen aberzur Gebühr mir Straf/ am Leib und Gut/ anhal-ten : m wichtigen Sachen un d Händ eln / daraus