Anderes Buch / Hauö-Vatter.
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dx?. XI!k.
sich befleissm soll.
O die Liebe und Treue zwey Eheleute verbin«det/ da werden alle Begebenheiten und wie,derwartige Zufalle desto leichter ertragen;dann/gleich wie ihrer zwey/wann sie eineLast/wieeseyn soll/recht und geschicklich angreiffen/ solche destoeher aufnehmen und fortbringen können; und/im Wr-derspiel/wann sie einander nicht verstehen wollen/ dadas eine angreifst/ das andere nachiäjftt/wann einesdort und das andere da hinaus will/so werden sie sichnur viel bemühen/und wenig ausrichten: Also ist esauch im Ehestagd beschaffen/sonderlich/ wann er erstneulich angefangen worden/da heisst es wol recht:
Oiwioium taÄi.qui dcne ccspit, Kabel,
Und weil die Lieb und Gegen-Liebe der festesteGrund-Stein ist einer glückseeligenEhe/so siehet man erst/wasAr ein Unterschied ist/ unter einer hertzlichen warhaff-en/und unter einer gezwungenen Freündschafft: All-wo nun das Letztere ist/muß ein Mann eine absonder-icheVernunfft/unersparte Liebs-Erweisung/und mas-iye Geduld brauchen/wann er seines Weibes gutenWillen erwerben/befestigen und klüglich erhalten will;)ingegen kommt es alles leichter an / wann zwey Her-ren einander vonAnfang treulich meynen: Indem eineFrau/so ihrenMann hertzlich liebet/verlangt wieder ge-iebetzu seyn/und sich befleissen wird/ daß sie ihm gefal-en möge/hingegen sich wol hüten/nichts zu thun/ dasihm einiges Mißfallen erwecken solte; und wie solche
dann zu einem Zunder wird/ daraus viel böses katt ün-geflammet werden. Er muß ihr die Wirthschaft;, »m!Hause anvertrauen/ und nichtalles / was etwan aus!Unersahrenheit übersehen worden/zu hefftig anziehen/isondern/sie mit Gedult und Bescheidenheit unterwei-sen/ und ihre Fehler / was aus Irrthum und wenigesErfahrung / vorbey gehet/ vergeben / auch keinen Ge-walt brauchen/ woferne sie nicht aus Trotz / frevent-licherWeise/zu seiner Beschimpffung sich anlasset/keine treuhertzige gute Warnung annehmen will/ undnicht aus menschlicher Schwachheit / sondern boß-hafftigem Gemüch / aus Murhwillen/ihme alles zu-wider thut.
Gehöret also/ ein Weib geschicklich zu regieren/ dieAnregung/ oder die Bezeigung einer treuen Lieb/ undder Zaum einer massigen Furcht. Die Lieb aber zu un-terhalten/muß erdasWeibauch mit allen/nach lememVermögen/versorgen/auf daß sie/ weder an Nory-durffr noch an Lust/einigen Abgang habe / sondern derGüter Nutzung / neben dem Mann/ auch gemessenmöge; damit sie an Kleidern / Geschmuck / Unterhal-tung und Gesinde/keinen Mangel leide/doch daß derMann dieMittelmaß und Erbarkeit nicht überschrei-te/noch/über sein Vermögen/ die 8s>elcn ergrossern/und sein Einkommen vermindern lasse.
Jmfall die Frau Lust hat zu schöner Arbeit/plr Ar-tzeney/und dergleichen nützlichen Übungen/soll ihr der
Lieb durch die Hochachtung / die sie von dem Mann Mann mit allem Fleiß darzuverhülsslich seyn/ und ihrtäglich geniesset/ vermehret wird; also wird sie auch die darzu gehörige Mittel zur Hand schaffen / denn)urch die verächtliche Ringschätzung verlohnn / oder nichts kan eine junge Weibs-Person eher verführen/doch geringert.Dahe: soll ein weiseMann demWeibe als der Müssiggang/und mit Nichts-Thun lernet manallezeit/mit Worten/Gebärden und in der That eine Böses thun: Wann ein Weib einmal Lust zur Ar-onderbare Werthaltung zeigen ; dis ist erste beit/oder zur Wirthschafft hat /kan sie ihre Zeit damit/Staffel der Liebt. ^ ^ in den Gärten/in den Meyerhöfen/ und andern
Zum Andern/wie er sich allzeit in ihrem Wolstand Lustbarkeiten/leichtlich verkürtzen/ darzu ihr ein ver-erfreuet/alsosoll er sie auch in ihren fürfallenden Wi- nünfftigerMannAnlaßundUrsach geben kan/wann er>erwärtigkeiten/ Unlust und Kranckh eiten trösten/ und selbst bisweilen mit ihr herum spatzieret / und ihr in ei-sein hertzliches Mitleiden jederzeit zeigen und bekannt nem und andern Unterricht giebet/und also dieGleich-machen/so viel ihm menschlich und möglich; alles/was > förmigkeit der Gemüther/ (welches ein festes Band ister remscjiren/vermitteln und abtreiben kan/mit Fleiß der Wolgewogenheit) dardurch unterhaltet und ver^und Eyfer leisten; daraus nun wächst ein hertzliches! mehret/ so bisweilen / wann er ihren Rath folget und
thut/(wo es thunlich ist) noch mehr wachsetund zu-nimmst ; also/daß sie eine desto bessere Meynung vonihremMann schöpffet/und sich befleißet/ihm wieder/nach allem Vermögen/ etwas zu Gefallen zu thun/ dahingegen/wann ihr der Mann gar in keiner Sackenfolget/verschwindet auf einmal das Vertrauen gegeneinander/ hingegen entstehet im Hertzen Bitterkeit undUnwillen/welchesFuncken sind/ vom Satan aufge-blasen/dessen gröste Freude ist / der Uniried zwischenden Ehe-Leuten / dadurch dann endlich die Liebe ga5erkaltet und abnimmt.
Zum Beschluß kan er auch seine Haus-Frau ver-pflichten/wann er ihr bisweilen solche Geheimnissen
Vertrauen und Zuversicht/daß sie/wann erihreMeynung und Rath in allen Haus-Wirth schaffts-Sacheerfraget/ und da es recht ist/gerne folget/wo es aber et-wan schädlich / ihr sanfftmüchig und gütig solches er,kläret/und die Ursach andeutet / was Böses darausentstehen möchte;sie aber nie hönisch/spöttlich ode: ver«ächtlich abweiset/auslachet/oder mit groben Wortenverunehret/sonderlich vor denDienstbotten oder frem-den Leuten/sondem/wann ja etwas wäre versehen wv!-den/ihr allein/mit guten glümpfflichen Worten solchesvorhält/und bittet / sich um seiner Liebe willen/ diesesDinges ferner zu enthalten / und wann sie darob be«trübt wird/ sie wieder freundlich tröstet. Es sind viel ,.junge Ehe-Monner/ die durch Unbesonnenheit/ grobe vertraut/die/da sie gleich sollen offenbar werden /ih-Scherh und liederliche Reihung/bey ihren Weibern ! me gleichwol keinen mercklichen Schaden zufüget?eine Amboi-ität und Forcht machen wollen / und wis- können; daraus kan er ihre Art ausforschen / öb siesen nicht/ daß sie dardurch die Liebe verlieren/ welches schweigen kan oder nicht/ und weil zu diesem ein e gute
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