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Deö Adelichen Land- und Feld-Lebenött.
Die Schönheit ist nach des sinnreiche» ^arini Zeug-nuß:
Violen!? Zentü, ciie opprimc. smrcn^?irs,lforxs, rapilce, e purnonnoce,
?'olco vilsl,ckc,nuti'e Sc avelcna,
L kn?a ^anns.slcuor pstls vclocc :
Alazis clet Liel, cli'incsnta 3c incslcnsL non K2 mano.enon ka linZua o voce,Vocc.ckc muta, pcrsuaäe e preza,
^lan,cks scn^a I.czsm> snnoäa«AusTeutsch:
Gn angenchmer Zwang / der zamnt und uMer-drücket/
Zieht/ nöthigt und beraubt/ doch keinen Schadenbringt/
Ein lebhasst liebend Gisst/das tödtet und erquicket/Ohn allen Schaden bald das Hertz besiegt undzwingt/
Ein'Himmels Zauberei)/ die Sinn und Geist ver-stricket/
Hat weder Hand noch Zung / auch keine Stimmerklingt/
Ist eine Stimme doch/ die ändert/ bittet/ findet/
Ein Hand/die ohne Band anfesselt und verbindet.
Die meisten überreden sich selbst/und nicht ohne schein-iche Ursachen/gleich wie ein schönes Geschirr/ Käst-lein oder Futral/ meistens nicht mit geringen / sondernkostbaren Oelen/ Sässten/Kleinodien und Raritätengefüllet ist/ also sey auch ein schöner wolgestalter Leibeine Herberg eines edlen und himmlischenGemüthes;und obwol dieE:fahrung bisweilen dasWidezspiel be-weiset/sey es mehr aus Ermanglung guter und gebühr-licher Auferziehung / dardurch die edle inwohnendeSeele von ihrer Natur abgeleitet / und zum bösen ver-leitet und verführet worden sey. Es ist jedoch in diesemallen/was allein aus GOttes Scbickung/durchs Ge-bet muß ersucht werden/m eigner Wahl/ein so grosserBetrug/daß auch die allerfürsichtigste Fürsichtlgkeitdamit kan betrogen werden/massen das Messing undAlchymistische Arbeit/auch bisweilen dem Golde glei-chet/und doch nicht ist; daher die geringste kciZcxionallein auf die Schönheit zu machen/ wann nur / demSpanischen Sprüchwort nach: lttuZernolcs tantiermola czue mstc ; ni tsn kca, que clpsntc, einesolche ttsta form.-, und mittelmassige Gestalt ist/ die ei-nen nicht gar abschrecket; und gewiß / wer die ersteconsilleration aufGottesfurcht und Tugend hat/kanam wenigsten betrogen werden/ oder übel anlaussen;weil die Schönheit und gute Art des Gemüthes / we-der durch tte Zeit/noch durch die Kranckheit / nochdurch einigen Zufall nicht abnimmst/welchen die leib-liche Schönheit allzeit unterworssen/und diese nimmttäglich ab / jene aber wächset und verstärcketsich im-merdar.
Auch soll ein Edler Haus-Vatter seine Kinder alsoverheyrathen/ daß sie dem Geschlecht keinen Schand-flecken anhängen; dann wann sie sich die patkon, dieGestalt/den Reichthum/überwinden lasien/ein Weib/oder einen Mann nehmen/die ihmn an derGeburt und
Stand weit nachgehen / machen sie ihre Kinder/Freundschafft/und sich selbst verächtlich; werden/in !weltlich-und geistlichen Stand / an vielen guten B<-förderungen verhindert; und kan dieses aufeine garlange Zeit hinaus währen/daß sie einen fchädlich-undschändlichen ttistum machen/ dessen sich hernach dieNachkommen schämen/ und ihrer Vor-Eltern Unbe-dachlsamkeit beseufftzen müssen; wiewvl die Tugendnicht allzeit an den Adel gebunden/ sondern ossr bey ge-ringen Lonclitionen vollkommen und glücklich zu fin-den ist; gleichermassen dis auch bey den Türcken /undandern Völckern in und , am wenigstenoblervirt wltd/allda sie wederAdel nochFreundschasst/sondernmeistentheilsallein die Gestalt ansehen/ undglauben/wann die Mutter schön/gesund/und von allenGliedmassen wol tormirt ist/ so können dic Kinder/alsMnschen/ nicht anders/der 9!atur nach/als derMm-ter gleich werden; dann bey diesen Barbarischen Na-tionen/werden die Geschicklichkeit und GebendesGemüths/ und insgemein / die sruois l.irersrun fürnichts geachtet/ und seyn zu frieden/wann ihreKinderwolgestaltet/ gesund und starcksind/ sonderlich dieSöhne/damit solche in dem Kriege/ ( worauf ihr mei-stesAbsehen) desto besser fortkommen mögen.
Vor allenDingen soll einHaus-Vatrer keines wi-der seinen Willen zu einer Heyrath zwingen/noch mitGewalt eine?skt>e,die ihnen/vonNatur/oder gewissenerheblichen Urjochen zuwider ist/ aufdringen wollen:dann/wie aller Zwang dem menschlichen von GOTTbefreyten Willen/entseklichist/ und daraus nichts/alsUnlust undVerdruß erfolgen kan;so ist es vornehmlichinHeyraths-^achen (woallem dieherhlicheZunei-gung und Lieb Platz haben / und Heyraths-Stissterinseyn solle) zu beobachten/ will man nicht/daß der Ehe-stand ein trauriges und erbärmliches Ende nehmensolle; daher soll eiu vernünsstiger Haus-Vatter seinerKinder lnclinstivn nicht gantzlich verwerffen / aberauch nicht gäntzlich Folge leisten/und wann er ein we-nig siehet/daß ihre Ursachen aus weiser Wahl herflics-sen/soll er (massen sie am meisten dabey mtereilirt/Mid !die gantze Zeir ihres Lebens bey ihren künsstigen Ehe-gatten/ leben und bleiben müssen ) ihnen etwas zu guthalten/ und gedencken/ weil die Ehe ein langer Kaussist/und zwey Personen zu thun haben/die einander ausblosser hertzlicher Liebe nehmen/ daß sie Lebenslang be-ständig also cominuiren können/wie gefährlich undmißlich es sey/daß zweyer/von denen da eines oder dasandere mitZwang darzugebracht wird/ihrVerdruß inrechte Lieb sich verändern solte; und gesetzt / es geratheeinmal/daß dergleichen Eheleute hernach erst einanderlieb bekommen/so geschiehet doch Wer/ daß der HaßundWiderwill mehr mit denJahren zu-als abnimmst.Die übrigenBcdencken wird ein fromme: undWelt-weiser Haus-Vatter selbst wissen anzuschicken ; wanner nur GOttes Hülffund Beystand/und treuerFreun-de Rath und Unterhaltung suchet / und seine Kinder/als Lsnäiclatos I^ztrimonii, zu einem ernsten Gebetsieissig vermahnet/ da wird ihnen GOTT osstermalsmehr Glück verleihen/ als sie ihnen hätten einbildendörssen.