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Th. 1 (1716)
Entstehung
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158
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Des Adeltchea Feld und-Land- Lebens.

guter Vernunsst regieret/ und ju rechter Zeit gezeigetwird.

Erstlich aber muß ein Soldat/ ob er schon nichthauptsächlich ttucjirt h .it/ dennoch aufs wenigst imLe-sen/schreiben und Rechnen wol unterwiesen seyn/sonderlich ein Officier / damit er ein Orcir« selbstschreiben/ von euiem Höhern ihm zugeschickte/ lesenkönne/ und in Quartier und Verpflegungs - Sachenin der Rechen-Kunst wol erfahren seye.

ZUM Andern MUß er auch in Lxercitiis militariku,(davon oben in demCavitel/von des jungen Adels Lx-

tion/ Ehr und Leben hanget;dahero/besser/eine Zeit^lang warten/und bey einem alten Soldaten und Ofi-cier/ wann er etwancommsnciirt worden/ ihmander Seiten bleiben / und in einem und andern wol zu<5?inn fassen/ wie er sich verhalt / und seinem Beyspielfolgen/oder er kan ein halbes Jährlein eine Musqueten/auch/ wo es bräuchig / eine Picque tragen/ Zug undWacht verrichten / und auf alles fleissige Achtung ge-ben.

, Ein junger Neufang muß auch nicht mit seinen Ca-meraden allzu empfindlich seymSchertzun Schimpff

crcitien/gedacht worden) geübt seyn/sonderlich wissen/ Reden/wann sie aus Gcwonheit/Kurtzweil/ oder blos-sem Pferd Adelich zu gebrauchen/und sich wol auf den ser Grobheit geschehen/nicht für Pun,o cl'iiolio, L also-Degen verstehen/6isjiosvonHänden undFüssen seyn/ bald aufnehmen sondern wanns nicht öus Verach,von beeden Seiten aufdas Pferd sitzen/ lauffen/sprin- tung und «mmo injurisn^i geschiehet / lassen vorbeygen und schwimmen können. ' streichen/ und wieder mit gleichen Vvppervyen ihnen

transnare lonoras ^ vergelten ; wo man ihm aber die Ehre wucmren will/lorrcntum suriss, asccnsu vincere monle, ! muß er/ sonderlich wann andere mehr zugegen sind/planiticmcurlu, valles8cconczv» szltu. ! nichts ciislliNf>!iren/sondernalsobaldseiNeLouraZeun-Noch nutzlicher/ und zu künfftiger balder Beförderung verzüglich und unverzagt erweisen; zwey guteäüivnendienlicher ist/wann er sichaufdie ^ortikcalion/ ^ werden ihm seinen Occli^wunversam vermehren/undleria undFeuerwerckverstehet/so manchen bald zu ho- er lieb und werth (wann er etlichmal probirt und jult^,en und vornehmen Diensten avan?irt hat; auch soll befunden worden)bey jedermann gehalten werden/alsoer zu Pferd und zu Fuß wissen seinen Feind anzufal- soller keine Saumagereyen anfangen / noch Händellen/und Widerstand zu thun/ wie ein Ort anzugreissen/ suchen und anrichten/ doch auch / wann man sie frevel,und geschickiich zu vertheidigen. hasst an ihm suchen will nicht kleinmüthig rctuliren.

Zum Dritten / muß er dauerhafftig und arbeitsam Und weil die Laster im Krieg/ als Fressen/ Saussen/ftyn/ Hitz und Frost/ Hunger und Durst/ Arbeit und Huren und Buben/Spielen / Stänckereyen machen/Noth/ alle Wechsel desUngewitters/ zu Wasser und meistens ungeskafft/ja wol von denen UnverstandigenLand/tragen und vertragen können/ sich vor keiner gä- vor Tugenden / gute Gesellschaftt und Tapsserkeiten

henBegebnus entsetzen/ das Hertz in keiner Wider-wärtigen verliehren/ beständig und tapffer allem Un-glück entgegengehen / darzu zwar mehr die Göttliche /Lurchs liebe Gebet und Christliche Andacht erworbeneGnad/ als menschliches Vermögen/helffen/und-dieses

gerühmt und gehalten werden/wie 8lrstiu«

^ttaiuin beschreibet:

^lilcs mslus c», i?onus«tzmcn A>ttals milc»,cnim ut canis ett, quimslus illc bonus.

Und da die wenigsten Gottes gedencken / als wann sie

erwerben kan / doch können die vorhergehende Udun- ^ mit Schelten und Fluchen seinen heiligenNamen miß-

gen auch viel dienen und nützlich seyn/wie Königin«?-rtoricuz bey Lsiliocloro schön vermahnet: vilcat milesin olio, czuoci prcikcere in bello, snimos subi-

to armg nc>n crizunt, nili czui ss acl ij)sg iclonsos ,^zrTmIszZ excrcitatione,conkclunt.

Zum Merdten/ soll sich der Vatter beflcissen/ ftinenalso clisponirten und zuin Krieg gewidmetenSohn/an-fänglich an einen bekannten / vernünsstigen und redli-chen Officier zu rccomm-ncliren/ wie der Virgiliani-sche König seinen Sohn paiiant-m dem Tro-janischen Kriegs-Fürsten mit folgenden Wor-ten untergibt:

5junc tidl prTlcreä spcs Lc solati^noliriP^IIantem schunzzm. sud tc tolercire^lilitism LiZrzveIVlzrtis opu»,tua ccrnerefaÄa^ssvcscat, primis8c mirsturab^nnis.

Es geschieht offr/ daß man einen jungen wolerzogenenEdelmann alsobald ein Fähnlein geben/Her aus ge-wissen kelpcÄen zu einen andern Dienst befördernwill/so aber gantz nicht rathsam/ weil ein junger/obwolsonst tapfferer und großmüthiger/ doch noch rolstr undunerfahrner Soldat/ osst allein aufeme com-msncjirt wnd/ und wo seine untergebene Soldatenmercken/ daß er den Handel nicht genugsam verstehet/sie ihn wol mit Fleiß/ da sie es schon thun könnten/ nichtwollen Unterrichtung geben/und ihn also lassen anlauf-fen/ so im Krieg höchst-gefährlich ist / daran keputg.

brauchen und selbigen verlästern/ auch die Jugend / diesich selbst zu regieren/und das Böse von den Guten zuunterscheiden viel zu schwach und zu unverständig ist/und von bösen sündlichen stets vor Augen schwebendenExempeln bald angefiamet/und wie von einemStrom/zu allen verderblichen Lastern hingerissen wird / daßsie an ihre Gesundheit/an künsstigen Glück/ ja an Leibund Seele / elender Massen unhülfflich verderben müs-sen : Also hat ein Vatter fürnehmlich zu sorgen / einenvornehmen/tapffern und aufrichtigen Officier (wannSihm auch gleich etwas kosten solte / ist es doch sehr wolangelegt);» erbitten und zu erHändeln/der ihn in seineZucht / Fürsorge und Aufsicht nehme/ damit er durchdenselbeu von allen Lastern/ so viel möglich/ ab - und zuallen ritterlichen Tugenden angehalten werde/ den derSohn rchieZiren und förchtenmüsse/und ohnedessenKonsens er nichts hauptsächliches unterfangen dörsse/sondern stets unter seinenAugen/sv viel möglich/bleibenmüsse/aufs wenigst so lang/ biß die erste Tobsucht derimmergierenden Jugend etwas sich gesetzt hat.Die erstim Krieg ziehende Jugend ist anfanglich wie die Mer-tzen-Kälber in den Frühlings - Wiesen ohne Hirten/dieosst mit ihrer vermeynten Lust/ ihnen selbst Schaden/und den Ihrigen Unlustverursachen. Darum auch dertapffere Teutsche Kriegs - Held / Her? Georg vonFreun^sperg/knrh vor seinem Tod/gesagthat:Es seyendrey St ucke/ die einem M enschen von Krieg abziehen

sollen/' l