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Th. 1 (1716)
Entstehung
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159
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Anderes Buch/ Hauö-Vatter.

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sollen /1. die gewöhnliche Verwüstung und Unter-druckung derArmen und Unschuldigen/ 2. die übel aci.minikri. te Oilciplin derSoldaten/und z.die Undank-barkeit der hohen Kriegs-Häupter und Feld-Herrn/daß gute Krieger endlich elende Kriecher/und für ihreTreu-geleistete Dienste/ sehr undanckbarlich und übelbelohnet/und zu Bettlern werden. Gleichen also diearmen Soldaten denen Nachtfaltern / und gleich wiesich diese von den schönen Glantz des Lichtes bekriegenlassen/ daß sie ihre Flügel verbrennen; also werden je-ne von lieblicher Schimmerung des Golds und Sil-bers/von dem jüssen Hoffnungs-Schein einer reichenBeute verblendet/daß sie krumm und lahm/ohneGeldund Hoffnung/sich in zeitliches / und offt in ewigesVerderben stürtzen.

Vor allen Dingen sollauch einChrMchcrVcitterdie Ursachendes Krieges vor Augen haben/ und sindcter in seinem Gewissencinige Unbilligkeit/ soll er dcnSohn davon abhalten; ist cs aber wider-den Erb-Feind Christliches Namens/ oder das Vatterland zubeschützen / und unrechtmäßigen Gewalt abzutreiben/angesehen/ so kan er/ als zu einem so löblichen Vorhaben/auch allen Vorschub darzu beytragen/sonst hei«,es/ nach dem genieinen Italiänischen Sprüchwort:

8erve ia xucrrss Inkermo e ^opolarls tc^rs.

Also / daß einen Sohn in Krieg zu schicken / eine guteFürsichtigkeit/weisse Anstellung/und iapffere kelviu.tionvonnöchen ist.

Cx?. Xl.

DesItaliänischen/ in Franckreich berühmten piuvmck Rath/

wie Academien für jkmge von Adel aufzurichten.

Er weit-aussehende Neapolitaner und KöniglicherFrantzösischer Stallmeister / Herr ^ntonio cie ?iuvincl, in seiner bekannten und be-rühmten InttruHion ciu cn Lxcrcicc cis monlcr

s c^kevai, oder Weise / ein Pferd in der Reut-Kunstrech^zuregieren/gibt indem Gespräche / das er mitdem verstorbenen König in Sranckreich / ^ucio-vico XIII. gehabt / einen nicht Übel tunciirtenRath:Man solle/(weildie meiste Stärcke/das Königreichmit tüchtigen S ubjcScn M versehen/in dem Adel/unddessen Erhaltung stehe) gewisse e»/als etwanzu^aris,1'our8,(oder poilicr») öorcjcsux undaufrichten/darinnen so wol arme/ unvermögliche / alsauch reiche junge Edelleute/ohne Unterscheid/ möchtenangenommen/und müsste deren jeder eme mit gehöri-ger Übung und Wissenschafft begabte Person vorge-setzt werden/darzu der Lands-Fürst denn gewisse kxPensen zurBeyhülffe Herschiessen solte/und waren fer-ner also einzurichten/daß die Stadt-Obrigkeiton den-selben Qrren und Städten/wo die ^caocm icn sich be-finden/daselbst eine gewisse ^axs. mit Beyziehung derandern intereMrten/machen/wüund wasWeise manalle diejenigen Nothdurfften/ so zu Hlimennrung/ in-ttruirung und Schaltung der Jugend gehören/gebühr-lich schätzen solle/dann/weil die Orciinsri-^csctcmienvon meistentheils solchen Leuten'regiert werden / diemehr aufihren eignen/als gemeinen ÄTutzen/ geden-cken/und weil sie sorgen müssen / durch allzuscharffeAufsicht/ihre Oiscipcln abzuschrecken und gar zu ver-lieren/ dardurch nicht allein ihr gantzes Einkommenfallt/sondern auch sie mit grossemSchaden dasJhrigeeinbüßen; wann man dannenhero dergleichen Unter-weisung redlich und nach seinemGewissen also verrich-tenwill / daß man Ehr und Lob davon habe/muß einsolcher von der Lands-Fürstl. Obrigkeit einen Grundhaben/dessen er versichert ist/und darauf er sich ver-lassen kan/daß er der Jugend mit kl-miren und Anrei-hen nichtdarffihrenUnfurm (aus Forcht desVer-lusts)durch dieFinger sehen/sie zubehalten oder anderean sich zu ziehen/damit es ilM nicht anSchulern man-gels/ weil niemand kan angestrengt werden/ sein eignesGut/um eines andern Nutzen willen/zu fpendiren/auch1. Theil.

ihr Vermögen solches selbst nicht zulasset/ dardurchdann viel Gutes verhindert und gleichsten gehemmetwird; Also müste zu diesem Werck/vön Hsf-aus/einegrosse und weitläufftige Behausung/dem ^caciemicoemgeraumtwerden/damit aller der ihm anvertrauteA-del bey ihme/ mit Zimmern/ Betten/Essen/ und andernNothdurfften/ möge versorgt seyn; auch soll erwe-nigst zwantzig Pferde/ samt ihren zugehörigen Reut-undStall-Knechten/Bereutern/Fecht-undDantzmei-stern und VoiliZeurs, item einen in der undttikorien wolgelehrten und erfahrnen Mann halten/und diesen muß man allen ihre Besoldung reichen;welches nun / ohne hohe Obrigkeitliche Hülffe / einePrivat-Person nicht über sich nehmen kam

Die Ordnung hierinn betreffend / vermeyntHerrvon ?iuvinei. daßman die Vormittags-Zeit auf derReut-Schul soll zubringen / und zum Ringe- rennen;Nachmittags aber/als am Montag/ Mittwoch undFreytag/sich üben imSchiessen/Fechten/Dantzen undVolkeren/ auch in Mathematischen Wissenschafften;den Dienst-und Donnerstag aber nach Essens/soll dergelehrte Manu oder Professor seine Zagend mlilzu-wol i^tormiren/und auserlesene/so wol aus altenalsneuen Historien/schöne denckwürdige Exempel/derTugenden und Laster/ wie diese gestrafft mid jene be-lohnetivorden/ ihnen fürstcllen/dardmcher das Erstezu ihrerNachfolg in ihnen pflMtze/und das Letzte durchAbfcheu aus ihren zarten Gemüthern bey Zeiten ausreute und vertilge; und wann sie in der Sitten-Lehresattstnn untenviesen sind/ soll er die?oUno-,mit ihnenvornehmen/als einen jungen Edelmann zu wissen dasvornehmsteSwck; auch sie lehren/wie Länder/Städteund Vestungen zu ^uderniren / darzu sie etwan künff-tig möchten zu gebrauchen seyn ) wie man sich bey derArmee in Feldzügen/so wol im cdmmÄnciiren als imPariren/ zu verhalten habe / wie man seinem Herrn inHof-Diensten/in^mK^6en/oderandernpsrlicu^-'r-OommiiNonen/und Fried-und KriegS^Laufften/ge-schicklich dienen solle; Eswäre mgleichen gut/den Adeldesto besser in ritterlichen Waffen zu üben/ daß manMonatlich einen Tag erwahlete/darinnen man/nach

/und

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