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Th. 1 (1716)
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De6 Adelichen Land-und Feld - Lebens

s Also soll ein weiserHaus-Vatter/der seinenSohn an! einen Fürstlichen Hof bringen will/ vorhero seine Ge-müths-Beschaffenheit wol cxpioriren/ er muß eintapfferes/ standhafftes/ dabey auch besänfftigtes/.ge-dulttges Gemüthe haben/muß vorhero im Studierenund Reisen wol erfahren seyn/wo aber die Mittelnichtvorhanden/ soll er wenigst kein läiot seyn/da thut manam besten / wann sie noch jung/ daß man sie zu Edel-Knaben-DienDracht anzubringen/zumal bey der jun-s gen Fürstlichen Herrschafft/sonderlich bey demHenn/der künffttg in der^ucccffion folgen soll/also gewöhnensie des Hoflebens von Jugend auf/ und ist ihnen alledaselbst sürfallnndeUngelegenheit mehr einLust/als einVerdruß/zwar destomehr/wann sie geschwind/ hurtig

cuum. Ferner/des Herrn und des gantzenHofsGunstzu gewinnen und zu erhalten/ ist/ die Gehennnissen/dteder Fürst verborgen halten will/auf keineWeise zu ent-decken/sondern/mit aller Treu/geheim zu halten/ »am

-czuic^uiäclimiltisin Hulü, (pctronius.)

LÄuil, Lc tukiti» rumoribus oppicia pulsat.

Dann/wie durch verschwiegene Beschaffenheit / ihmselbst und andern/ viel Gutes zu erwerben / also dienetGeschwätz und Fürwitz / nichts als Haß und Feind,schafft zu erwecken.

Vor allen Dingen muß man den gut-gezeigt;n undgeneigten Willen undGunst eines grossen Herrens niemißbrauchen/ alle sein Thun und Lassen / Reden undGeberden/m die Schrancken dervilcienon und Be-

und gehorsam sind/und ist keine Tugend einem grossen scheidenheit einschließen / sich keiner.insolenten Frey-Herrn angenehmer/ als die Schnelligkeit; die jcniHe/ heil anmassen/ aipcrse cnim 5acct>»; ubi muilum cx

so grosse Vernunffr und Witz zeigen/ sind verdächtig/ob sie nicht ihreHerrschafft/auch wider ihrWissen undWillen/umtreiben möchten/die mit der Gcmem hal-ten/ sind dem Herrn besorglich / daß sie nicht Aufruhrmöchten anspinnen; was tapffer und hextzhafft ist/kan

vero trsxöre, screm sm mcmoriam rclinquunt;

Sonsten ist dasHofleben einProbie:-Stein(wie ^si.vc^l inOaviclo pcrlcxuit^äu sagt) der tapffern Gei-ster/ein^kssrrum, daraufdie Laster am sichtigsten er-scheinen/auch die Tugenden am besten belohnet wer.

wenig'leiden; was fromm undGewissenhM/kan nicht, den; es ist em Licht/dleMenschen von innen und aussenalle Vornehmen desHerrn billichen/ und sind nicht in' zu erkennen; eine Capelle/dardurch das guteGold vvnalle Sattel gerecht/und ist schier keineTugend/die dem dem falschen unterscheiden wird / da man meistens anHerrn nicht kan ein Bedencken und Schatten vor die den unzlücksceligenHof-Leuten erkennen kan/das rech-Augen stellen. Die einigeGeschwindigkeit/ des Herrn te Gepräge der Fürsichtigkeit habe ihnen gemangelt/Befehl zu beschleunigen / hat nichts als angenehmes dieweil sie ihre Müntze höher ausgeben wollen/ als sieund wolgefälliges an sich. Zudem haben hohe und von Rechts- wegen gegolten; und ist an einem OrtFürstliche Gemüther schnelle Bcwegnissen/und hassen Göttlicher Beystand und vernünfftige Anstellung sei-den Verzug/und weil sie sich einbilden/alles zu vermö, ^ nes Lebens vonnöthen/nach des gelehrten Spaniers/I gen/ und mangle ihnen nichts als die Hurtigkeit/ ihre 5 )ok.i.uclovici Vivi» Sprüchwort in Sat-iimo: ^ni-I Anschläge hinauszuführen / daher ist ihnen die leb- ^ miintci-spinszcsiceari.soistcsbeydemHoflebenvon-hafste Geschwindigkeit und Tätigkeit am allerange, nöthen/daß man unter den Dornen und Diesteln desnehmsten; darum haben die Poeten ^crcurium, des Neides/der Falschheit/der Verstellung/ undderUn-/ov>5 Bedienten / mit Flügeln gemahlet/ wie ö-,cc>n, tteu/ wol gestiefelt und aufsichtig wandle/ damit manKaro 6-Vcruizmio, weislich meldet. Insonderheit unverletzt durchkomme; da es am sichersten: Vielse-soll man die jungen Leute an solcheHöfe zu bringen/sich hen/mehr schweigen / und sich vor den meisten hütenbefleissen/wo sie ihreHvsmeisterund iniurmalorcs ha- und vorsehen. Der WelschePoet^iarini beschreibtben/dasie zudene8tuciii;3lkico I^oiiticis und ttiliori-! das Hofleben also:ci». zu guten Sprachen und Künsten/ auch zu allenlöblichenKxe5citiis gehalten/ und in Gottessurcht/zucht und Tugenden/mit allem Ernsterzogen und ge-wöhnet/auch wol/ wann sie erwachsen/ auf des HerrnUnkosten in die Lander verschickt/ und da sie wohuaii-Kcirt wieder kommen/ zuHof-Diensten sppiicirt undgebraucht werden/ sonderlich diejenigen/ die von Ju-gend aufmit der jungen Herrschafft sind auferzogenworden/ vvn den Kindes-Beinen an mit Gehorsam/

Treu und Liebe sich bey ihnen intmuiren/ dardurch sieihnen ein gutes Vertrauen und ^ffcüion, auch fol-

gends alle Zuneigung und Beförderung erwarten undhoffen können / darzu hilfst viel / wann die von Sittenhöflich/ adelich und wol ckspott sind / sich so wol wis-sen bey dem Fürsten/ als bey denen / so die nächstenund höchsten am Brett/ gemach einzulieben / und mitUntertänigkeit und Di enst-fertiger Bezeugung / eineWerthhaltung und kstime zu verdienen/ worzu De-muth undHöflichkeit eine gewisseBahn zu be:eiten pfle-get : Uncic (sagt ^acilvs) <julzilarccc>80i>füto Le lortc

Vicii la Lorre, e nella Lortc io vicii?romeisc lunZ^ie, e Zuicicrcioni avari,ksvori inZiuÜi, e pztrocinii inticli,

Lpcran^e ciolci, e pcntinenti amsri,

Lorrisii tracjitori, vc?/i komicictiLt ac quiüi 6ubbloii,c äanni cklsri,L Votivsni6c Iclioli duziarcliOncic il ms! c sccuro il' kicn vicn tar6».

Und ein anderer sagt: DerHossey ein BabylonischerThurn/so wol von Verwirrungen als Eitelkeiten an-gefüllet/da die Bequemlichkeiten / nur dem Scheinnach/dieUngelegenheiten aber würcklich sich einfinden/eine Pflantz-Schule des Ehrgeitzes und der Unord-nung/wer zu Hof tüchtig ist/ den treibt man zu tode/und wer untüchtig ist/den vexirt man zu tod/derHofistein öffentliches Siechen-Hauß für die krancke Hoff-nungen/deren die wenigsten mit demLeben davon kom-men. Also hat ein vernünfftiger Haus-Vatter wol zuüherschlagen/ob seinSvhn/den er nachHofzu bringenbegehrt/ die darzu gehörigen k-quilits habe / und son-

riskencli. utc-etcrs, itaj'rincipum i'nclinatio inbos, sten/wo er ein wenia dahin untauglich/sich demEhrgeitzoff niio in iiioz,sn lit siiqui^in nottris conlliiiz, U- !und die ungewisse Hoffnung nicht verleiten lassen/ anceratque inlcr sbruptam contumaciam. «c cjcfoime statt des vermeinten Glückes/gewissen Untergang set-

oblequium , perzcre iter ambitionc sc pcriculis vs- -MM Sohn zu procuriren. ^