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Th. 1 (1716)
Entstehung
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155
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Anderes Buch / Haus«Vatter.

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zogene Leute/ (absonderlich/wann die/denen jungenLeuten zumal wohlanständige tVio6eü>a und Beschei-denheit dabey sich findet) gehalten und gepriesen wer-den. Unter allen diesenUbungen ist diejenige/dannnenman sich in frembden ausländischenPolitischenSpra-chen bekannt undpcrfcÄ macht/ mchr die geringste/weil die Leibes-Kxcrc 'lrien allem der Jugend anjran-digsind/ die Wlssensckaffr der Sprachen/ auch bisins Alter/ eine Tugend ist / damit man überall kandurchkommen/und deren man/in Handlungen mit de-nenAusländtschen/iuchtentrathen kan: nicyt weingersollen junge Leute sich befleissen/allerhand aufdie Taselgebrachte Speisen/zierlich und nach derKunstzu trcn-ci,ircn/so ihnen nicht allein im gemeinen Leben wol an-stehet und sie beliebt machet / sondern auchkünffrig inHos-Diensten wvlkan nützlich seyn.DieAlten habenihre gehabt/dadie Jugend von denen bestell-

tenMeistern/ in allen ihren Gebärden und Bewegun-gen sind unterrichtet worden/ihren Stand und Wen-dungen/Arm und Hände also regieren lernen / daßnichts ungeschicktes noch bäurisches dabey unte:gelaus-sen/und haben davor gehalten / daß esAdelichen undwolerzogenen Kindern zu wissen nöthig sey:JhreUbun-

gen waren/das Lauffen/dasRingcn/L>itcu8.?uKiiatu,,?ilz,8ö!tus, zppcniiumanibus tuncs, stsrepcäibus 8c msnibus in puZnsm vinÄiz esscjZ slteri ape»rienclas porri^ere, ponclera mzniku» attollcre, ccsti-

duz puznIrc ,den Athem lange Zeit an sich halten / dieStimme durch lautes Schreyen üben / und derglei-chen mehr/welche biicron^m US !v >crcuiisiis in 6. Bü-chern/die erKäyseMaximiiiüno H.HochlöblicherGe-dächtnuß zugeschrieben hat/ beschreibet. Unsere altenTeutschen haben meistens strenge und ritterliche Exer-citia gehabt/ und vor allen des Jagens sich beflissen/auch die schärften öffentlichen Roß-Turnier gehalten/und große schwere Stein aufgehoben und geworffen;wie noch heute in der schönen Chur-BayrischenResi-dentz-Stadt München/ im alten Hof daselbst/ wo vordiesem die alten Bayerischen Fürsten gewohnt haben/ein Stein/ im Hof liegend/ ;u sehen ist / drey Cent-

ner und viertzig Pfund wiget/welchen im i^o.Jahr/Hertzog Christoph in Bayern aufgehoben / und einenWeg-lang von sich geworffen hat; Item/sind unserealten Teutschen an einem Ort/ aufrecht und unbeweg-lich gestanden/ daß sie keiner von den Stärckestcn da-selbst hat herabziehen oder wegbringen können; Item/haben sie ein lauffendes Pferd oder Ochsen/mit gros-sem Gewalt/aufgehalten/welches/zu diesen unsernZei-ten/nicht leichtlich einer leisten wird/ auch ein Frevelwäre nachzuthun. Also haben die Hofmeister in allenLxcrcilienm achtzu nehmen/ daß sie ihre junge Her-ren solche Übungen vornehmen lassen: i. Daß sie aucheine Ergötzlichkeit des Gemüthes zugleich an sich ha-ben.2.Soll die Übung aushören/ehe man sich ermüdet/dann durch allzustrenges exercim-m wird der Lebens'Balsam clisüp.rt/und also das Leben verkürtzet/wie ichselbst etliche gute Freunde gekannt habe/ die/ wann siesich im Ball-Haus erhitzt/ und darauf kalt getruncken/die Dörr, und Wassersucht bekommen/und frühzei-tig zum Grabe sich befördert haben Nimm zwey Lich-ter von einer Grösse/ d^ls eine stell an einen steten Ort/das andere aber bewege/ da wirst du sehen/daß dasletztere viel eher verbrennen wird; so bey allen derglei-chen Sachen wol acl ttotzm zu nehmen/und darwide:nicht zuthun. Sonst sind auch etliche Kurtzweilen/dieeinem jungenCavaiier wolerlaubet/als das Schiessenmit Palestern undTürckischenBögen/mit denRachet-ten und Balleteln zu spielen/mit der Zarsbotrana undBöltzen aufeinen Teller zu schiessen/mit denen Sckio-cketli ,?slamazlio, aufder langen Tafel/ SU trau lisklamme, mit z. oder 9. Kegeln und Kugeln/mit He-tzen/Paissen/zum Vvgel-schiessen/ Danken/ Fechten/Reuten/zur (ZuintansundRingrennen/imBallHausund mit dem Ballon/Feuerwerck und Jagten/seineZeltzu vertreiben/und andere mehr inZcmoliundZeit-ver-treibende Lust-Spiel und Übungen / bey Ausammen-kunfft edler Gesellschafft. Also wird ein vernünfftigerHofmeister weislich unterscheiden / was hierinn zufliehen oder zu erwählen sey/ damit die goldene Mit-telmaß nicht überschritten werde»

Vlii.

Wann ein Hans-Batter jemand von feinen Kindern will

an einen Hof bringen«

Je Spanier haben ein Sprüchwort: 1.0s rs-

mo» czus cstan mZ8 lexos Is , sc te-

cen mag presto : Die Aeste/ die am weitestenvon der W.urtzel stehen/verdorren am ehesten. Es sindetliche Geschlechter / die ihr gantzes Aufnehmen undWolfahrt demHofleben zuschreiben; und ist wahr/wohohe/vornehme/reiche Höfe sind/wie sonderlich an un-sermKayserl. auch andern Königl. Chur- und Fursili

zu sörchten/ nicht weniger Wollust-Sirenen / die mitihrem lieblichen Singen die Einfältigen/ darum anlo-cken/daß sie solche verführen/ und um Leben und Wol-fahrt bringenmögen. Der grosse Glantz an den Hö-fen/ist mehr ein Feuer das brennet und verzehret/ alsdaß es leuchten und erklaren solle,daß also derWelsche

weislich sagt; kntrsre in telaKn clc li, Lotte, ö pro-voc-r !a tottun-,: Sich in das Hof-Meer begeben/ist

chen Höfen zu fehen/da wird mancher/entweder durch so viel/ als das Glück zum Ouci heraus fordern; undeinen Glücks-Fall / oder durch sonderbare Verdienst die Hoffnungen/ so man in das Hofleben sitzet/ zehren

und Geschicklichkeit/aus dem Staub erhaben/ daß ersich selbst/und sein gantzesGeschlecht/groß un berühmtmachen kan. Hinqegen aber ist das Hofleben auchgleich dein grossenMeer/darinN Schroffen/Felsen undSand-Bäncke/es gibt grausame und wütende Wall-Fische/welche die keinen fressen und verschlingen / sosind auch Ungewitter/ Schiffbruch und Sturmwinde

gemeiniglich ab / und sterben an einem langwürigenFieber / daß man mit jenem alten Hofmann klagen

MUß; 1 rsnscKi milerö wiler tot annoz,(Zustanclo msig,ßratizs s^enclo»Speran^o, inzenue^ue lervicn^o jI^unc post tot trübi prsemium lsbotSS8 u n t, se r o szpere Ztczue pcenitcrs

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