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Th. 1 (1716)
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Des Adeljchen Land- und Ald-Leben6 :c.

scire cnim »istoriaz, cst pcrpctuo pucrum elso , wie

cicsro saget'.Denn die» ilioris ist gleichsam einSpie-gel/ darinnen man die vttgangene Zeiten fehen/ cmPfand und Depositum der alten verflossenen Thatenund ^Äionen/ein Zeuge der Tugend und Laster/ einExempel des Gegenwärtigen/ein Mahnzettel und Er-innerung desZukünfftigen/eine Schatz.Cammer/dar-aus eine gewisse Anleitung und Regel/was man fol-gen und fliehen soll/zu nehmen ist; sie ist/ wie Ncc omeldet/ein Leben der Gedächtnuß/ und eine Meisterindes Lebens/ja eine Erkantnuß der alten und neuenWelt/aller ihrer Provintzen/Gelegenheiten/ Inwoh-ner/Handlungen/allerThier undGewachse;darzu ge-hören ihre zwey vornehmsten Stücke/ als l'opszra.pkia. die Beschreibung derOtt/und ckronttiozi, ,dkeAbtheilung der Zeiten / und säge also billich mit demgelehrten : »iüolia naturslis Kcicnliüiri, cjivina KcIiZioncm,kum^ns?ru6cntjiim ,()mnez clclcÄstioncm kzkcnt.

ZumFünfften/ stehet einem jungen Edelmann wol

an/die8tuclis ^Ztkcmatica, sonderlich was ?rsÄi>.ca sind/als Leomclrici und ^rck>tc6lui-a tiim milila-nsqusm civiii«, die in KtteMund Frieden? - Zeltenein vortreffliches Ornamcntum sind. Über dis ist auchdie ^ritkir.ctica zu allen diesen ein treffliches Hülst's-Mittel / sonderlich aber zu Haus Wirthschaffts- undHof-Cammer-Rechnungen nöthig und nützlich. Dieübrigen mag er zwar wissen / sind aber nicht von sohoher und grosser lmport-,ntz.

Schließlich/wie eine gute4)rdnungin allenDingenzu loben ist/also soll einjungerEdelmann auch denTagzu gewissen Sachen anlegen/nach eines klugenHollan-ders Meynung/als 4. Stunde zum Gebet/ z. Stundeden Leib mitSpeiß und Tranck zu versorgen/2.Stun-dezurErqötzlichkeit undzuiassigerKurtzweil/?. Stun-de zum schlaffen/und 8. Stunde zumStudircn/odcranderer nothwendiger Beruffs-Arbeit. Ein andererhats also verfasst:

Lsptem liorös 6c>rmi,ln:z ora.sccumbcclusbus,Lxi^stiare äu-z, öaczuc ciccem üuciii«.

Lxercirien für den jullgtll Adel.

Je Übungen/so wol des Gemüthes / als desLeibes/sind eine Erhaltung des menschlichenLebens/ eine Aufmunterung der natürlichenWärme/ eine Aufweckung der schläffetigen Natur/eine Verzehren» der überflüssigen und schädlichenFeuchtigkeiten/ eineFeindin des Müsiiggangs/eine an-genehme Zeit-Vertreibung/ ein Schatz der Gesund-heit/stärcki dieGlieder/sporneman dieLebens-Geiste:/vermehren die Kräfften/machen hurtig/schnell / ge-schickt und angenehm. Und wann zumahl eine guteAnführung und löbliche Mittelmaß dabey fürgenom-men wird/stehen sie sonderlich dem jungen Adel ( dernicht müssig seyn kan/ und wo er nicht Gutes zu thunhat/sich leichtlich zum Bösen hinwendet) wol und löb-lich an/und conlcrviren sie so wol bey Leibeö-Kräfften/als bey langwührigem Wolstand / dardurch ihm einjungerMensch einelM^bimm derGeschwindigkeit undherDauerhasstigkeit zu Wegen bringt: nur daß einHofmeisterin acht nehme/ was für exci-ciii-, seinenjungen Herrn am wenigsten schädlich sind/und die kei»ner zuviel gewaltsamen Bewegung bedörffen/ davonman weder schwitzen/ noch sich zu viel erhitzen darff;welches gleichwol in den meisten nicht kan gäntzlichvermieden bleiben; was starcker dauerhaffter Lom-pie x ion ist/muß man von den schwachen Naturen un-terscheiden. Insgemein aber soll jedweder vonAdel/das Fechten/ Reuten/ Voil-ziren / Pique-Spielen/Fahnen-Schwingen/Springen/ Laussen/ Schwim-men/ Schiessen/ Ringrennen / und dergleichen Ubun,gen/begreiffen/die einem künfftigen Soldaten wol an-stehen/nnd in fürfallenden Occn^vnen manchmal un-entbährlich und nothwendig feynd/weil ihme offtLeibund Leben darauf stehen/wann er anStärcke und Ge-sundl)eit anders solches vermag:Auch soll erdie ^rcki-tcäturam militarcm wissen/wie dieLauffGraben/^p-procKcgAttcluiren/ Schantzen aufzuwerffen/wie vielSchritt dieLortin-,tace,cpauic.die Höhe und Tief-

fedes Grabens/die ^lanq»en und «Lontrasczrpen be-.dörffen/wie in der Eyle die k cucnckcmciuen undr-petci aufzuwerffen/ daß immer ein Theil von demandern recht kan bestritten werden. Nicht wenigermuß er daskxcrciren odttDrillen verstehen/die ^ni-Zl-rie, das Feuerwerck/ das Ringen / und wie er mitVortheil seinen Feind att^mrcn/ und anfallen / auchsich vor leinen Angriffgeschicklich und tapfferclclcn.jiren möge. Wer aber schwächerer Natur ist / kan diekxercitia znimi üben;darunter die l^uNcam, die dasmenschliche Gemüth mcilirt/aufrichtet und erfreuet/nicht das geringste ist/ ihm angelegen seyn lassen; wieauch die Kunst/recht zu zeichnen und zu mahlen/weil esaufden Reisen überaus anständig / da man allerleyThier/Gewächse/Früchte/ Städte/ Situ», und wasdenckwürdig/ihm und andern zu Nutzen/fürstellen kan/wie es dann auch in der konikcalion seine sonderlichen

Vortheil hat. ?jHurz enim,omniums>opul«^um lin-

Zu.,m loquirur: Doch gehört zu diesen beyden schönenund holdseligenWissenschafften ein vernünfftiger ^cicÄus, als in der .^u6quc, die 8s)iriluziia, als Pfeissen/Trompeten und Zincken/nicht zu erwählen/weil solche

dasGesichtverstellen/dieSpinkus vitiilcs und animalcs

äickpiren/auch der Gefundheit nachtheilig sind; son-dern die Saiten-Spiel/welche für die annehmlichstengehalten werdenund in der Mahlerey ist am Reistendas beste und geschwindeste/das Tuschen/weil (wannnur der Haupt-Riß recht und gut ist) solches am aller-wenigsten Mühe machet/ und was etwan Farben be-darff/ auch i-^vi neZs.rio also.iciumkrirt wird. DasDantzen ist eine Adel-Ubung/dardurch die junge(nocl)rohe) Leute/wolgebärtig/lernen ihreSchritt undTrirt/Hände und Füsse recht gebrauchen/gereimte/ wohlan-ständige ^.cvc-scntzen machen/und im gemeinen Leben/im Empfang-und Abschiede/ sich manierlich Und Ade-lichstellen und erweisen können/ auch auf allen vörneh-men Zusammenkünfften/für tapssere/ feine und wolc.e -

zogene

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