Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
153
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Anderes Buch/Hauö-Vatter.

i53

vi.

Wie ein junger Edelmann fein Studiren wol anlegen soll.

wahre Lust gemessen/indem dieWiderwärtigen unter-schiedlichenGeschmäcke derSpetsen/denselben verder-ben; noch der Gesuudheir dienen / massen keine gutecvncoüion und Dauung darauf erfolgen kan/auchder Gesundheit nichts nachtheiliger ist/als vfftereVer-anöerung/sowolder Speisen/als der Medicin: Also

.Er ein vornehmes Musicalisches inllruarcnt,

?als die Lauten/ v>ola Lumd-«, Spinet undkdergleichen/ in seiner Jugend wol lernen will/

! der muß vor allen Dingen einen pertctten guteNMei-ster haben/der ihm die rechte ^pUcation,und alleLieb-uchkeiten auf den Saiten und Claviren/ wo/und wanncm jedes zu gebrauchen/ recht anweisen/und aus dem die/welche imStudiren zunehmen/und tmc rjeieQuin5uncjZmcntzeigen muß; dann/wofern er anfanglich ei- allenBüchern lesen wollen/vergleichen sich denWan-nemStümpler untergeben ist/wird er nimmermehr zu dersleuten/die (wie Senccs sager) muika l,ois,itia. sccletnige:Vollkommenheitgelangen/un wird ihn schweh- psucss amicitias inveniunr, dahernicht nrch vielen/rer fallen/seiner bösen Anweisung zu vergessen/als eine sondern nach guten Büchern zu trachten; onersr cji-bessere an sich zu nehmen: Also auch/wann ein junges i leentcm »urba non mttruit. Es siehet erstlich einemedles Kind/von einem ungeschickten Lehrmeister / der Edelmann sehr wohl an / wann er seine Lateinischeweder inMoribuz.höflichen Sitten/noch in Ooüri- Sprach lersö Sc eiezanter reden/und einen zierlichennk s-kruciitione was leisten kan/in seiner Jugend ver, wolgestellten Brief in derselben schreiben kan; weilderbt wird/ist ihm hernach schwerlich so leicht zu helf- ihm diese nicht allein zukünftigerBeförderung und gu

Ifen; und wird/wie ein neues Hafelein/ den häßlichenGeschmack / von dem unsaubern stinckenden Eingußseines elenden Zuchtmeisters/ nicht leicht mehr in ei-nen bessern verandern können / daher die Eltern wohlsollen zusehen, sie ihren Kindern / von ihrer zartenJugend an/gelehrte und verständige prseceptores zu-ordnen/daß sie(nicht ohne vernünfftige Wahl)was sie

ter Bekanntschafft mit vornehmen Leuten / sondernauch darzu dienet/daß er die kuiisi Sprachen / Fran-tzöfisch/Welsch und Spanisch/desto geschwinder undleichter begreiffen kan.

Zweytens/ kan ein junger Edelmann seine Zeit nicht!besser anlegen/ als wann er sich der zierlichen (nicht!geschwätzigen) Wohlredenheit befleißet/ da es auch

lernen oder mcht lernen sollen/wol in acht nehmen/da- schon nur in seiner Mutter-Sprach ist/daß er etwasmit sie/vonJugend an/denWegantretten/der ihnen deutlich/ zierlich und kurtz vorbringen oder verantwvr-

rühmlich und wolanständig/ und hingegen/ was nichttaugt/vorbey streichen lassen mögen/ solchegrobe

Brüder bringen offt der Jugend etwas bey/dasbesser wäre/ sie wissten es nicht. Vor allen Dingen sollein vernünfftiger Haus-Vatter verhüten / daß seineKinder zu fürwitzigen bösen Künsten und Eitelkeiten/(mit Vorstellung/was Schaden und Unglück darausentstehen/ja das ewigeHeyl verschertzt wezden können)keinen Lust tragen/und dardurch nicht gottloß/ lieder-lich und frefelhafft werden. So soll auch in guten undrechten Wissenschafften von ihrem Informator-einvernünfftiger Unterschied gehalten werden/was ihremStand/Alter und capic.ilät anstandig oder nicht sey/

utinüiwsnlur lis srtiku8,(zuiku« inzenisalj ms^nse Lciibi convcnicntiz fortun» cultum excitÄnturzwie^it.

l.iviu,,mit wenig veränderten Worten von Lervic»5uiiio meldet.Gleich wie aber die GotteSforchtzu al-len Dingen uuölich ist/ und dem / der am ersten nachdem Reich GOttes trachtet/alle andere Dinge zufal-len müssen: Also ist einem jeden edlen uvd tapffernGe-müthe darauf zu sehen/ daß er solche/ in allem seinenThun und Lassen/den Anfang / Mittel und Ende seynlasse/indem der H. Geist/ die himmlische Weißheit/niemal in einem gottlosen Hertzen wohnet/und wo die-ser nicht ist/niemandes/als des höllischen bösenFeindes

ten kan/nichts ist/daß die Gemüther mehr einnehmenund lenckenkan/sonderlich wann sie von derVernunft/IWeißheit/und einer guten manierlichen be-gleitet ist/ welches zumal denen / die an die Fürstli-chen Höfe verlangen/ ein schier nothwendiges/wenigst!wolanständiges k-quilnum zu seyn scheinet. s

Drittens / ist einem edlen Gemüthe der Fleiß undFürwltz ingutenKünsten löblich und ruhmwürdig/wie!Hbulciu» lib 4 kloritj. schön saget: Omnibus boni'8 insrcbu8,consw8 in laucie.csscüvZ in cslu cK; Its ut con-lrs in mslcticis ctism coZitsta lcelcrS, non pc>fe<5ta!scjtiuc, vinclicsntur, cruenlia mentc impurZ manu,!

licul sä poensm s^Kcit moäitari punik-ncjzsic!6? scl Iau6cm lalis ek.conar! prTclicsncls Und Wird!selten etwas rechtschaffenes aus einem jungen Men-schen werden/wo keinFleiß u. löblicherFmwitz (der zurWissenschasst aller gmenKünste ansporet)zu finden ist.

Viertens/wann er der Lateinischen Sprach undWohlredenheit sich beflissen / mußerauch den Zweck!beoachte/darzu er zu gelangen suchet/und weil er in den Ikacultäten/ als der 1 bcoivKiaund^eckcin (welchesdermeistenStudirendenZiel ist)nicht begehrt vvrnem»lich zu prokciren; ( wiewvl er in allen kein Frembdling ^seyn solle) als muß erzuforderst in der poüticZ, in jure!Lommuni k Nunicipsii sich wol bekannt machen/und

Rath und Eingeben / den armen MensMn/ zu seinem ^ nicht pcrsunQoriö, sondern cx funclaniemo solche ttu-ewiqen Verderben / leiten und reitzen können. j cüren/auch der Juristen äpkorismos und ^xiomaraNächst diesem hat man eine gewtsseOrdnungzu hal- wol wissen und verstehen.Darzu ihm dann vielhelssenten/utsnimuskrmcrur multSquiclcm I^cSione. l-ci , wird/wann er die alten ciaiücos^utores, und so wol

non mulrorum. wir wissen offt das Nothwendige nur! darum nicht/ weil wir uns mehr auf das Unnothwen-dige befieissigen/ gleich als wie diejenigen / die auf ei-gnem ösncquct von allen Speisen kosten / weder eine

!. Theil. '

klclioris.als auch posteriorisLecuIi k^ikoricos,die er- !sten/wegender reinenLateinischen Sprach/die andem/wegen der Zeit- Veränderungen und Revolutionen/wol durchleftn/und zu seinem Nutzen fassen wird. 5le-

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