152 Ves Aoellwen xa
ten/ Dantzen/ Fechten und dergleichen/ doch alles nichtzu viel/ sondern fein mässiglich üben/ cm besten ists /wannsvordem Mittag-oder Abendmal vorgenom-men wird/ rukorcm non sä suciorem, ohneEl'MÜ-dung/und vorher ein Viertheil Rast-Stund gehal-ten/ zwischen der Übung und der Mahlzeit/ damit dieerhitztenOeisterwieder abkühlen und sich setzen mögen.DerSchlasssoll übe: y.oder Z.Stunde nicht lang seyn:nach demAbend-Essen soll man nicht gleich zu Bette ge-hen/sondern entweder mit der.viutica, oder mit äiscur-riren/eine Zeit zubringen/ odereine Stund spatzlren/und nach verrichtetem Gebet schlaffen gehen; zum Mit-tages-Schlaff soll nian sich nicht gewöhnen/ weil es sowol dem Haupt/ als der Gedächtnus schädlich/Flüsseverursachet/und der Verdauung hinderlich ist/indemder noch nicht geschlossene Magen/mit rauhen und ro-hen Ausdünstungen/das Hirn und den Verstand um-nebelt und verdunckelt / soll auch wenigst ein Stundenach dem Essen verflossen seyn / eher man sich wiederzum Studiren nidersetzt. Die Reysendcn sollen einftoiiches Gott-vemauendes und von aller Kjeiancl>olis besreytes Gemüthe haben/ nicht allzulange Haartragen/das Haupt aber (nicht zu wurm) bißweilen wa.schen/und mit warmenTüchern wieder abtrocknen las-sen / die mit Mastix und Weyrauch wo! geräuchertsind/un sollen dieHaar nicht lang naß bleiben;willmanbaden/ soll es nicht bald nach dem Mittag - E^en seyn /sondern entweder frühe/ oder Nachmittag um 4. Uhr.Morgens soll man das Haupt mit Kämmen / und das< Angesicht/Augen/Nasen/ Ohren/Hände/Zahn und^Zungen/auch andere Lxcremcnla. so viel es seyn kan/''reinigen ; mercket man einige Verstopssung (darausKefährlicheZustände entstehen)muß man derselben mitj leicht verdaulichen Speisen/ als Zwetschgen/ SpenatMangold/Rosincken/bald begegnen/ oder Pillulen ge-brauchen; wann dir nicht recht wol ist/ und du selbst> nicht weist/ was es seyn möge/ so nimm ein Zeltlein vonIcrra lZxiiiztz. laß es in einem TrünckleinWein zerge-- hen/ oder wann du Hitz oder Hauptwehe hast/in einemi Rosenwasser/trincks aus/ leg dich darauf nieder/undwann der Schweiß kommen will / so thu es. Man sollauch ein Artzney-Büchlein bey sich haben/darinnen diegeringsten Haus - Mittel zu finden sind/ als widerKopffwehe/Nasen-Bluten/ Mundfaul /Zahnwehe/Bräune/Halswehe/ Geschwulst/^nxma. Hustcn/Ca-thar:/ Durchbruch/ Seitenstechen / Magemvehe/ Un-dauen/Coliea / Verstopfung / Fieber/Kinds-Blat'tern / Ungerische Kranckheit/ tn^ciivn; item für aller-hand Zufälle aufder Reise / als wann man fället/sichistosset/ brennet/ krätzig oder verwundet wird. DieRei-jsenden sollen nicht harte und enge Schuhe und Stie-j feln tragen / dadurch offtmahl.s die Füsse verletzt / dieReise verhindert/und die Unkosten vermehret werden;diesen gepresseten und gedruckten Füssen sok man mitangestrichenen Zwiebel-Sassr (wie Qcorzius i.o^liuz<tü?erczrinstic>nc § 89 will);« HÜlsse komen; (ZratZ-roiu»meynt/man solle Wider die Müdigkeit d<r Reise
id^und Feld^LebenS
Beyfuß (^rtemiliam)in den Schuhentragen. Dar-> nach muß die Reyse per (Zrscius,nicht per Lailus an-gestellet seyn; mit knrtzenTagreysen verrichtet man dieweitesten Wege; jedoch wie keiner den Eymer ausden Bronnen lähr wieder / sondern voll mit Wasserheraus ziehen will? also soll ein Reysender / nicht alsein Gans über den Rhein flieZen/ und als ein Ganswiederkommen.
kl» , xc'ka» 1-k
I'urpc manerecliu, scci inzncm clclncle reclirT,Wiek-Iomcrus lid. 2. Iliac! saget.
Sondern fein aller Orten nachfragen um dieGelegen-heit/ Gebräuche/ Gesetze und Sitten einesjedenLan-des und Ortes/was für Obrigkeit / Regierung/ Ver-änderungen/Zufälle/ und dergleichen Denckwürdigkei-ten/ zumerckensind/ indem ein Schand ist / wie Un-crztcsmeldet/ daßdieKauss-und Handels-leute/zuWasser und Lande so weite gefährliche Reysen thun /eines schnöden geringen Gewinns halber/ und hinge-gen die jungen Leute sich scheuhen/ ein geringen Weegüber sich zu nehmen/ damit sie ihr Gemüthe desto aus-gezierter und erfahrner machen möchten ; dieaufge-pfrossten Zweige/auffrembde Wildunge/ tragen destobessere und schmackhafftigere Früchte; die öffters vonihre alten Faß abgezogene Wein / werden viel gesün-der/reiner und besser. An Orten/wo man nichts ausdem Lande p-ssiren lässet/ und alles was in Schub«säcken und Felleysen gefunden wird / vermauthen mußkan man theure Sachen/ als schöne Hals-Uhrlein undKetten an sich hangen / und theure Ring an die Fingerstecken/ auch 2. oder mehr Camisol von Gold/Seiden/biß man durch den Paß kommt/übereinander anlegen/dann was an dem Leib ist/ wird Zoll-frey geachtet/dochhat man fürsichtig mit umzugehen/daß mans nicht zuplump mache/ viel weniger mit den Bedienten sich mitvielen nnnöthigen Schwatzen einlasse / sich nicht ver-fänglich zu machen. Diß ist für junge reysende Leuteeine ^Isxime, in derZuruckreyse allezeit einen andernWeeg und'lour nach Hause zunehmen/ als hinaus/gezogen/ so kan man mit einer Lpels zweyerley verrich-ten/und desto mehr Gebräuche und Ort zusehen be-kommen. Und wann einer von einem vernünfftigen ge-schickten Hofmeister von den bösen Lastern abgeleitet/zu guter Gesellschasst und Lob-würdigen Leuten gehal-ten wird/so kan man zu einen tapffern/ berühmtenMann werden. Utenim kcrba» öc arbores crcscercnon ccmimus,lc6creville, sagt der gelehrte I-ipl, us;llcsg(H?>m iianc pruäcntiam.potius czuum kcri. Da-mit er sich hüte / daß er nicht/ nach des gelehrten /amQrulcri Ausspruch/aus frembden Landen nichts als ei-nen lähren Beutel/ einen ungesunden Leib/und ein bö-ses Gewissen nach Hause bringe.Zu welchem allem derGöttliche/durch gottseliges Leben und embsiges Gebet/erlangte Seegen/ den bestenVorftdub leisten mag/daß man/ wie der fromme Jüngling Tobias/durch denheiligen Schutz, Engel hin und wieder sicher geführtwerden möge.