Anderes Buch/ Hauß.Äatter.
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gen/vndsie mit Fleiß (sonderlich die Knaben) forcht-sam machen/ oder allerley abergläubische Meynungenbeybringen/noch sie zu Thorheiken u.Lugen überreden.Also sollen die Eltern (weil die erste Jugend fürwitzig /ist /gerne fragt/und altes wissen will) darob seyn/daß sieihnen allezeit den rechten Grund der Warheit andeu-ten/ oder ob sie bißweilen/ ihre Einfalt/ zu schärften/ ih-nen gern etwas ungereimtes (nurzumercken/ was siedavon halten) fürmahlen/ sie doch nie lang aufdem fal-schen Wahn bleiben lassen/sondern stracks wieder aufdie Wahrheit brmgen/ so werden sie gewiß um etlicheJnhr eher die Kinder - Schuhe ausziehen. So baldauch dieKnaben das fünffte oder sechsteJah: erreiche!?/soll ein Vatter sich nicht dauren lasset!/ um einen tapf-ern/verständigen/ mühsamen Mann umzusehen / undkeine Unkosten scheuen/ indem viel an dem Grunde ge-legen/ wo man eiu gutes Gebau aus-führen will. Lassetsich doch mancher ein Pferd/ daß es Schul-gerecht;ei-nenHund/ den er zum vorstehen/oder einen Hirschenzu finden/abrichten will/ nicht ein kleines kosten; werwollte so unvernünfftigseyn/ daß er ein Füllen von ed-ler Art/ solte einen Bauren-Kerles/derweiter nichtsals ein paar Füsse hinab hencken kan/oder seinen gutenHund einem Menschen/der dasWeydwerck nie (ausserdaß er ihm ein Stuck Brod sürwerffen kan ) verstehet/abzurichten gebe/ würde er nicht billich ausgelacht /auch Mühe/Zeit und Unkosten verlieren. Nehme einerzwey gleiche Stucke/Porphir/ Helffenbein oder Eben«Holtz/das einegebe er einem künstlichen berühmtenZts-tuario oder Bildhauer/ das andere einem unerfahrnenStimpler/ so wird er von dem ersten einen zierlichenklercurium, eine schöne Oianz.oder dergleichenKunst-und Meister-Stuck / von dem letztern aber einen unge-halten i^Kei-sitcn, oder unförmllche^rcäula bekomen.Gibt man doch einem Verwalter/ einem Pfleger/ dernur mit den Unterthanen/mirBauren/und mit demGe-sinde umgehet/ eine stattlicheBesoldung:Warum dannwollte man/auf seiner eigenenKinder gute und tugendli-che Auferziehung/(die fein'Ileisch undBlur/die ein vor-treffliches Pfand der Gnade GOttes / ein Paradeis-Seegcn/ einer Verewigung unserer Sterblichkeit/ einHülff-Stab unsers Mers/ und von denen man künff-tig gleichsam wiedergeboren/entweder Ehr undRuhm/oder Schand utid Schmach zu gewarten) nicht auchalso um einen guten und tauglichen Mann sich bewer-ben/ der immerdar ihnen an der Seiten bleibe; nichtanders / als wie bey den jungen zarten Peltzern / eineStange beygesellet wird/ daß/ wie dieselbe nicht vomWinde mögen zerrissen/ also auch diese von böser LeuteBeywohnung nicht verführet oder beschmutzet / undmögen dergleichen treulich - verrichteter Dienste nim-mermehrgleich vergolten werden. Weil demnach einHauß-Vatter nichts köstlichers oder würdigers hat/als seine Kinder/ muß er sie anfangs auch keinem (wiegut er auch scheinet) also abloiutö vertrauen/ daß ernicht entweder/ wo ers verstehet/ selbst fleißig nachsehe/dieKinderofft unversehens im Studiren heimsuche /ihre profcQüs beobachte / und also dem ?rz?cc^tor,zwar kein Mißtrauen zeige/ dennoch allezeit in Bereit-schafft/ Sorg und Fleiß stehen und verharren mache.Wo ers aber selbst nicht verstehet/ mager einen ver-ständigen m Stuäiiswolerfahrnen und treuen Freundansprechen/ daß er bißweilen komme/ und sie in Lxe»
citiz?ietat!is, Stuliiornm 8c Sh'k. SXZMMM /nachlässig/ antrcibe und anfnramere / ihnen bekannteLxempia tapfferer Lob-würdiger Männer / die <Mdurch diesen Weg so hoch und groß worden ; als auchbekannter/ungeschickter / einfältiger grober Edelleute/welche/ aus Unterlassung des Studirens / und durchwenige Erfahrung / sich verächtlich gemacht / offlersmit Nachdruck vorstelle / und was sie aus Fleiß oderUnfleiß unfehlbar zu gewarten haben/ andeute / undalso sie / acipidtatem Sc Stuclia iiccerimc cxpctcncta,cxcilirc und aufmuntere. Zu diesem kan nun der l'rse.ccptor, Informator, oder Hofmeister/viel thun /wanner sich vor alleuDmgen anfangs beliebt macht/auf ihreFragen freundlich /sanffrmüthig /gütig / S- iccunclumDlsc ipulorum csplum antwortet/sie/wo sie einen Feh-ler begangen / ohne Zorn/ ohne Schmah-Wort/ miternsthaffren Worten abmahnet / der Eltern Ungnade/GOttes Straff/ und ihr eigen Unglück drohet; hmgegen/wann sie etwas recht thun/ohne Heucheley sie er-hebt/und alfo fortzufahren anspornet; da>M woferne?sonderlich im Ansang/ die zarte Jugend ein Wolwo-l«len und Vertrauen zu jemanden setzt/ mit einer SorgeundRespeet vermischet,so kommt hernach alle nachfol-gende Mühe und Arbeit beederscits desto leichter an.
Erstlich aber muß ein Informator einen guten leich-ten ^lerkoclum mit ihnen anfangen / sie nicht obenhinliederlich / sondern mit Fleiß und Vorbedacht inttruiren/anfänglich die Verbi, jzriü,iriv-i und LiAttiKcatio-ne» Kerum. nur täglich zwey oderdrey Vocakuis, ih-nen einpflantzen/ und offtmals - epstiren/wann sie in ei-nem Jahr tausend primitive können/hemach die Lom.polila nach und nach beybringen.
Zum Andern/soll er eine richtige Ordnung haben/die zarten Gemüther nicht übertreiben/sondern wie einverständiger Roß-Bereuter einemFüllen/der edlenArtist/ nicht gleich den Sattel auflegt/ und unter dieSpor-nenimmt/ sondern an einem gelindennnt Werck undHadern überwundenen e»ve?2on an der corcla einegute Zeit nur um den ?ilicr traben/ und gleichsam nurspielen lässet/nach und nach abe:/mit derZeit/die schwe-rern Schulen zeiget/ daß es allezeit mit Lust aufhöre/eine zierliche schöne Erhöhung m der ?arsöa macheund nicht/ mit aufsich stehendem Schweiß/ einziehen-den/ schwer athmenden und blutigen kisnequen abge-führt werde; Also soll ein weiser Infvrmstor ihnen die^uciimenta prima (^rammstices LcT^ntaxsos, inst)kurtze?rTccptz,^ls immer möglich/einschliesscn/schönedenckwürdige 8cmcntias zum Exempel und Erläute-rung/ beyfügen/die Pr-eccpta nie verwechsle»/weilensie dardurch/ indem dasluclicium schwach ist/nicht be-fördert / sonders verwirret werden; und Vkrgenszwey Stunde/ und Nachmittags auch so viel/ anfangsdamitzubringen/daßsie nichtdie Ltuclia ( die sie nochweder lieben/noch fassen und begreiffen können) baldanfangen zu hassen. Also soll er sie stets bey der Lustbleiben lassen/ und in ihr schwaches enges Gefaßtemnicht unvernünfftig mehr emgiessen oder überschüttenwollen/als dessen Kapacität mit sich bringt. Und wel-cher Gärtner wolte so unbesonnen seyn/ und von einemaller Früchte und Blatter entblöstemBaum/iw Win-ter/ Früchte mit Ungedult fordern oder hoffen; er mußjader Zeit erwarten / biß sie im Frühling auskeimen/grünen-Blatter und Blühe gewinnen/ den Sommet
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durch