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Des Adelichen Landsund Feld-LebenS
Fünfftens/ soll der Mann sein Weib mit allem ge-bührlichen Unterhalt nach seinem Vermögen/ wol undgenugsam versehen/ und die zur täglichen Nahrung ge-hörige Mittel mit Treu und Fleiß einschaffcn/ ihr /als seine» Gehüiffin/alles/was im Hause ihrer Seitszu thun/leicht und bequemlich machen/ ihr mittreuemRath und förderlicher That/ mit Trost/Schutz undVerstand an die Hand stehen/sie in nothwendigen ehr-lichen Dingen nicht lassen Mangel leiden/ als seinenLeib versorgen/ ihre Verwandte und Angehörige gerne
sehen/und in SummZ sich gegen seinemWeibe also ver-halten/wie er verlangt/ daß sie gegen ihm gesinnet seynsolle. Dergestalt wird ohne Zweiffel ihr gantzes Leben/so wol in der Kinder-Zucht/ und Hauß-Wirthschafft /als allen zuständigen Fällen/ GOtt wolgefällig / ihnenerträglich und nutzbar / auch vor der gantzen erbahrnWelt löblich und rühmlich seyn/ja sie werden/nach die-sem zeitlichen Jammerthal/ auch den ewigen Besitz derhimmlischen Güter zu hoffen haben.
Cä?. IIl.
Wie sich ein Hmiß-Vattergegm seine Kinderzu verhalten.
Je Eltern sind denenKindern (nach der heid-nischen Weltweisen Lehr - Satz ) Unterhaltdes Leibes/ Unterricht der Sitten/ und Be-förderung ihres Glücks und Wolergehens/ vor GOtt-und der Natur/ schuldig :Das Erste zwar ist allen El-tern/so wol als auch den wilden Thieren/ nach ihrerArt/ eingepfiantzt/ und wird ( ausser höchster Noth-drünalichkeit) kein Vatter jemal seinen Kindern Hülleund Hülle / Nahrung und Kleider verneinen / vielmehrtreiben etliche hierinnen solchen Überfluß/ daß sie ihnendamit mehr schaden als nutzen/mehr zumTode als zumLeben forthelffen ; das andere und dritte aber/nemlichdieAuferziehungundAngewähnungzur Tugend undVerstand (darauf auch der Grund ihres beständigenGlückesjsuncjirt ist)betreffend/gchö:t allem für die ver-nünftigen Menschen. Also ist Noth/ daß die Elternvon der Wiegen und zarten Jugend / den Kindernihren eignen und bösen Willen zu brechen und den wil-ligen Gehorsam wol einzubinden/ anfangen; denn / soferne derMuthwillen eilimahl in ihrenHertzenWurtzelgewinnet/ kan eher nichts Gutes hinein/ es sey dann
dieservorherausgewichen; nichtanders/ als wie manin ein Gefäßlein/das vorhin schon mit stinckendem Oelangefüllt ist/keinen köstlichen Spiritus oderBalsamOeleingiesien kan/ es sey dann vorhin von dem übelriechen-den Sasst wol gereiniget und ausgewaschen; und die-ses je älter sie werden/und je mehr sie in ihrerEigenwil-ligkeit erstarren/je sehtverer und unerträglicher geht esdarnach zu.Sie sollen auch zur Sauberkeit/daß sie sichgerne waschen/ kämmen/recht anlegen/ wol gebärden /aile Häßlichkeit und Ubelstand fliehen / weder in dieNächte trincken/noch zur unfchicklichenZeit essen/nicktüppig und grob werden / von Jugend-auff gewöhnetseyn. Man soll ihren Wärterinnen und Kinds - Wei-bern verbieten/daß sie nicht mit ihnen lallen/ und mitFleiß kindisch reden/davon dieKinderdesto später ihrerRed-Art vergessen; da/ im Gegentheil/ wann man dieWort recht ausspricht/ und sie ebenmäßig die Wortdeutlich auszusagen gewöhnet/sie desto gescluvindergutund ausführlich reden. Es sollen auch die Warterin-nen/bey Straff/ nie vonGespenstern/Wauwau/Go-ckelmann und dergleichen Narren-Possen/ihnen fürlü-'
gen/