Ett/eö Buch/Land. Gut.
Wasser/ fruchtbares Land/ Bergwerck/Feld-Bau/! Bauen und Brennen/ WolftilkeirderÄeM MM/Ä-k ^lchc/ Obst- Garten/ Wem-Gebürge/ Teiche/! auch gute Gesetze und Ordnungen/Mörder,i abelGst-Gewerbe/ Handwerker/ Freyheiten/ leidliche Mau- tesforcht und des Himmels Seegen ist»then/ lustige Spatzier-Gange/ Holtz und Stein zum/
cxxxl.
Beschreibung des Landes Oesterreich.
Ch würde unrecht thun/wann ich nicht mit we-nigem meines Vatterlandes / des berühmtenE-tz-Hertzogthums Oesterreich/ unterundobder Enns/alihier gedencken sollte. Das Unter-Oesterreich wird von den Obern/ auf der einen Seitenmit der Enns/ auf der andern aber mit der Isser abge-sondert/und rinner dergrosseDonau-Fluß durch beede/fast in der Mitten durch/und theilet jedes derselben/diß-seits und jenseits/ in vier Viertel; und damit wir denLaufs der Donau / der aus Bayern und Passau in dasLand ob der Enns sich ergiesset/nachgehen / so hat dieserStrom erstlich aufder rechten Seiren/ das Hausruck-undTraun Viertel/ aufder lincken Seiten aber dasMühel und Machland-Viertel/ in Unter-Oester-reich laßt er aufder rechten das Ober-und Unter-Wie-ner-Wald Viertel / und auf der lincken Seiten dieViertel Ober und Unter Meinhards Berg/ scheinenalso diese OesterreichischeProvintzen/wie zwey vierblät-terichte fette Klee / welcher Stengel gleichsam der Do-nau-Strom zu seyn/ sich sürstellet/ und beyderseits vonunzehlichen Flüssen und Bachen seinen reichen Tributund Zins einnimmt/ bißer die Kayserliche Residentz-und Hof Stadt Wien vorbey streichend/ etwan zehenMeilunterhalbs / ^as Land Ungarn / zuDobenundPreßburg/ begrüsset/ das völlige Königreich durchrin-gt/ und endlich/ mit etlichen Ausflüssen in l-omumKuxinum.oder das schwartze Meer/ sich einstürtzet/nntsolchem Nachdruck und Gewalt/ daß man in den ge-saltzenen Fluchen (wieHer: Lctuiius bezeuget) auf 10.Meil Wegs/ ihr süsses Wasser noch spühren und trin-cken kan. Das Land ob der Enns grantzet nach Ostenmit Unter-Oesterreich/ gegen Abend an das BistumPassau / Bayern undSaltzburg/ gegen Mittag anSteyermarck / und gegen Mitternacht an Böhmen;Das Land Unter-Oesterreich stosser gegen Orient anUngern/ am Abend an das Land ob der Enns/ vonMitternacht an Böhmen und Mähren/ gegen Mittagan das weite Steyermerckische Gebürge / ist em edelund fruchtbares Land/ dergleichen in Teutschland nichtvielzufinden/ von herzlichen und eintragenden Eisen-undKupsser-Bergwercken/ reichen und überflüssigenSaltz-Brünnen/ (davon nicht allem die Innwohner/sondern auch die angräntzenden Lander reichlich erhal-ten werden) von rothen und schwachen Wildprät / de-ren die meisten den Lands Fürsten / sehr viel aber auchdenen im Land wohnenden Grafen/ Herm und Adelzugehören.
DieErtz-Hertzogen dieses Lands haben sehr grosseund ungemeine iviicZien / i Daß sie von dem Cam-mer - Gericht besreyet sind. 2 Daß ihre Unterthanennirgends anders wohin öpp-iuren können/ oder ander-wärts können verklagt werden, z Daß sie Grafenund Freyherm crciren können / die allenthalben dafür
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erkannt werden» 4 Kännenäuch keNl^tionemm-e ertheilen, s Dörffen inihren Erb-LandernnMZoll und Mauthen aufrichten. 6 Kan ihnen vom Rö?mischen Kayser keine contritzution angelegt werden»
7 Dörffen sie keine Lehens-Dienstbarkeil thun/noch aufdenNeichs-Tägen exscheinen/wosie nicht gerne wollen»
8 Empfangen sie die Lehen in ihrem Land bedeckt/ undzu Pferde. 9 Haben die Freyheit/zwey BisclMe/ttach-einanderzu Gurck zu erwählen/ undderErtz-BischosvonGaltzburg allein den dritten/doch/daß derselbe nichtdem Haus Oesterreich feindseyzdarffaüch derErtz Bi-schof von Saltzburg keine ^nnaren von dem Bischof zuGurck nehmen/ausser dieCantzley-^uxs looDucaten;und haben dergleichen ?rivUeZim und Immunitatennoch mehr.
In Oesterreich ist ein überaus - ansehnlicher Wein-Wachs / dergleichen in vielen Landern Nicht zu finden/und der an der Güte und Dauerhafftigkeit den Mosel-und Rhein-Wein die Wage/in theils Gebürgen/wohlhalten kan; Ja/ wer aus Bayern biß nach Wien undPreßburg reiset / der wird/ wann er an der DonaUhinab fahrt / die schönsten Schlösser / Marckt unsStädte in der Höhe/ vonKrembsaus/ edles Wem-Gebürg/ und aus der Ebene die holdseeligsten Äuen/ dieträchtigsten Getrayd-uud Waytz-Felder beederseitszehlen und sehen können. Wo Mahren/Böhmen undStevermarcrt angrantzet / hat es zwar mehr Gchöltz/aber überaus reich von Hasen/ Füchsen / Rebhünern/Kranweths-Vögeln/ und dergleichen Schnabeiweit/nicht weniger auch einen stattlichen Trayd-Boden/son-derlich gegenMahren/wiewol es auch »mMarch-Feid/zu Mistelbach/ Pulcke/ Polstorff/ Retz/ an Wein nichtmangelt/ausser/daß selbigerwegen seiner kalchichlenEi-genschafft/als einZunder des l>u<^Zrs,von etlichen ver-dachtig gehalten wnd/so wird er doch/wann er wol ab-liegt/und abgezogen wird/ denen/ die ihn massig brau-chen/nicht schaden.
Und weil wir nach der Donau Lauffhaben angefan-gen/ sind auch in Oesterreich/ neben der Donau/ be-rühmte und von edlen Haupt-Fischen reiche Flüsse/ alsdie Enns und Isper / welche beyde mit ihren Emlauffin die Donau/ diß Land von Unter-Oesterreich cibschet?den/ darnach die Trau/ Die groß und kleine Mühel/ dieRöttel/dieSierning/ die Aisch/ dieEger/dieVöckla/s die Tratten/die Alm/die Ischel/und andere mehr; un-ter den Land-Seen sind d-e vornehmsten der Traun-See/der Atter-See/ derHallstadrer-See/ der Man-See/ und der S- Wolffganger-See/ und noch etlichekleinere.
In Unter-Oesterreich aber ist/nach derDonau/wet-che jährlich aus Ungarn die Menge von Hausen unvStöhren nach Wien liefert/ die March/ die Teya/ derKamp/die Preßling/die Erlaf/diePielqch/diezwo Vi-
K-
scha/.