Erstes Buch/Layd-Gut.
ster geheissen/ (hat jeder besonder sein erkaufftes Berg-oder Ertz Rechten undRath-Werck/das ist/Schm'eltz-Hütten/ wo in denen sogenannten Blech-Hausern dasEisen zu grossen Massen undStücken verarbeitet wird)die verlegen die Herren Innhaber der Hämmer / alsPrälat von äclmont.Grafvon Schwartzenberg/Hmvon Stubenberg/ Saurau/ und andere auf ihren dortund da habenden grossen sogenannten welschen Häm-mern / und ferners auch darunter gehörigen kleinenHämmern/ da dann allerley Zeuge-Sorten verfertigtwerden. Diese nun versehen gantz Steyermarck/undNieder Ungarn abwärts gegen der Sau / (dabin dieGewerckfchafft in den innern Bergen nicht darff) undNeustadt ist ihr Gcäntz-Gezirck. In Italien sind bee-de Inner-undVörder-Bergischen zu handeln nicht be-^rechtiget; die letztern aber dörffen gleichwohl Fassel-Stahl nach Venedig und Italien bringen.Sonst wasdasEisen betrifft / haben ihren gewöhnlichen Handeldahin die Karnderischen Bergwercks-Jnnhaber / alsdie von Grotta/ Paulen und andere. Haben also jederTheil seine ausgetheilte Ort/ damit jederseinen Handelunverhindert fortsetzen/ und keiner dem andern einigenEintrag thun möge / deßwegen auch einige Uberreuterbestellt sind / daß jeder seines Rechts unmolestirt undfrey sicher gemessen könne.
Sie haben auch im Eisen-Ertz eine eigene Stallmei-sterey / darinnen die Pferde / so man hin-und wieder zuführen/ und zu andern Nothdurfften haben muß/ jähr-lich müssen unterhalten / versorget und verrechnet wer,den; Jtem/Hctt man allzeit im Vorrarh/Waitz/Korn/Linß -Traid / Habern / Hirsen und Heiden / auchvonProviant/Schmaltz/Speck/Schmeer/Unschlit/Ker-ltzen/ Ochsen-Häute/ Plahen/grobe Kotzen/ Schleiff-Steine/ Kalb-Felle / Sau-Häute / rupffeneLeinwad/Spaget und Dacht-Garn. SiearbeirmScharffe-Stahl/ Zamtenfrimm-Stahl/ Hacken-Eisen/ Zieher-Eisen/ Gatter-und Steqreiff-Eisen / mitter und klemGatter^Eisen/ Ringel-Eisen / Zain-Eisen/Stangen«Eisen/Frimm-Eisen/ Zopffen-EW/ Hammer-Eisen/Schloß-und fein Blech/ Wagen-Schien / Aexe-undPfiug-Blech. Die OrclinainEinlag ist beyläuffig aufsechemalhundert und achtzig tausend/fünffhundert undzwey und viertzig Gulden; und ob sie zwar auch davonschuldig sind/ und die ^ereilen jährlich abrichten müs-sen / wird doch / durch gute Anstellung und fleisslgeWirthschafft/ alles so wohl angetragen/ daß (wcnmGOttfriedlicheZeiten gnadig bescheren wollte) sie in
^WEs Kayserlichen Bergwercks und Cammer-H^MGuts erste inttantz/ ist der Cammer-Graf/von^SKikm geht die Appellation andie HosCammer.
Des Eisen-Obmanns /urisäiüion und Bott-mässigkeic fängt sich an/ wann solches Cammer-Gut zubürgerlichen Gewerben gedeyet/ dahin auch die Pro-viants-Glieder Grasten/Gcheibs /Burchstall/ und der-gleichen gehören. Kayftrliche Beamte/nächst den Cam-mer-Grafen/sind der Berg-Richter/Raucheisen-Wä-ger/Mauthner/Schinerer/der mit demBerg-Compostweiß umzugehen / die von der Hos-Cammer besoldet ^
kurtzer Zeit sich leichtlich von allen Schulden befteymkönnten. Hierbey muß ich auch gedencken/daßimJahrChristi 1669. ein Bergmann in der InnerbergtschenEisen-Gruben/E imon Weissenpachergenannt/don8.Octob. in seiner Gruben S, Dorothea/ ein Stuck voneinem Eisen-Srein / etwann Pfund schwer/ ohnge-sehr gesunden-welchen er/ihrenGebrauch nach/mit demBerg-Hammerzerschlagen/ daßerin Stücke zer-sprungen/davon das grössere Stuck mit dem innerstenTheil oben zu liegenkam/so etwas sonderliches zu weisenschiene/ deßwegen hat er seinen Nachbarn/ NamensMillauer/zu sich geruffen/und gesagt: Sihe/ dieser Ei-sen-Stein stellet das H. Marien-Bild dar: Als er hier-auf das andere Stuck auch inwendig besehen / hat sicheben diefesBildschön und vollkommen gewiesen;solchesist vomHerm Matthäus Weisenberger/ KayserlichenBerg-Richter/undHennAohannBernhard/Bischof-fen/derZeit Ober-Vorgeher im Eisen-Ertzt/ den Kay-serlichen Bergwercks-Eommissariendm zo.Octoberübergeben worden.
Das Vorderberger Eisen hat/damit es das Vatter-land wvlfeiler haben möchte / vomLrtz-Berg an / eineringereFrohn / dessen Bearbeit -und Bewirthschaff-tung/ sowohlbey den Wurtzen/ alsnachgehendsbeydem Rath-und Hammerwercks-Wesm/ wird immer,fort/ohne einige k-forw :wn/<mvorigm Stand ge-lassen/ danemlich/ wie bißhero / sowohl wasdieRad-und Hammer-Meisterbetrifft / das Werck von lauterPrivats-Pattheyen unterhalten und verlegt/ und als»stetwolständig conlinujrtund bearbeitet wird. DasJnnerbergische aber/weils in andere Länder/sonderlichin Oesterreich aus Steyer (so vocher zween Landes-Fürstengehabygesühret wird/hak von einem Centner18-KreutzerMauth geben müßen/ dabey esauchjetzt/wiewohl sie nur einer Lands-Furstlichm Obrigkeit ge-'hören/sein Verbleiben. j
Daß ich aber von diesen etwas weitläufftiger gehan-delt, ist geschehen/weil vielvornehme Lands-Mitgliederauch bey der InnerbergischenGewerckschafft mit in derEinlag sind/da mit diejenigen/ so erwan semer Lust/ sichmwerleibenzulassen / genügsame Wsormstion hätten/.wie alles beschaffen sey. Dieses alles ist mir von einem!guten Freund/ der aber une'ntdeckt seyn wollm/ <om. Im unicirt worden/sonst hatte ich nichtunterlaffen/seiner!gleichmässig/mit billigem Ruhm zu gedcncken; imdss ,gut ichs empfangm/hade ichsauch Mchei^wollen.
cxx.
werden. Zu Bestellung und Bewirthschafftung amBerg im Eisen - Ertz/ sind geordnet/ ein Berg-Schaf-fer/ und zwey Ober-Hutleute/ dievonderGewerck-schafft besoldet sind. Die Vorgeher werden von den.Gliedern der Gewerckschasst selbst erwählt. Drey >Vorgeher/ samt den Kastnern / sollen zu Steyer woh,!nen/ihnen auch ein Cassirer/ein Bu chhalter/ein Zeugs-Verhandler/ein Eisen-Camtmrer/ zween Heugs - Em-pfanger/ ein Kastner und Pfund-Auswäger zugege-ben seyn;wiewohl die Haupr - Buchhaltern itzund msEisen - Ertz transiemt worden. Bey der Rad - und
" Hainmer-