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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
16
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Des Adelichen Land - und Feld-Lebens

Sen dasgantzeLand büssen/ und desto mehr die nöthi-gen Unkosten zu tragen/ contribuiren muß. Ich redeaber hier nichtvon denen eintragenden Regalien/ so zurCammer gewidmet sind; sondern nur von den ligendenGütern / da dann das .s)vchlöbl. Ertz- Hause Oester-reich/ aus sonderbarangeborner cicmsntz/ in Dero

Erb-Ländern/ offrermals ihre Lammer-Güter einemund dem andern Lands - Mit - Glied/ zu einem Pfand-Schilling überlassen/entweder als ein ^jZnui.oderp-rkipulstinnem, odercuin psäto retrc >ven6itioni«, undsind doch die Jnnhaber solcher Güter bißhero meisten-theils in ruhiger Nutz-Niessung gelassen worden.

X.

Hof-Marck-und Erb-Zinß-Güter.

^Jewol dieses zweyerley ist/ haben wir es dochin einem Capitel allhier gedencken wollen.Also nemlich Hof- Marck werden im LandBayern/die AdelichenGüter genennet/ deren?oll-ssc».rcs die Edelmanns-Gerechtigkeit habeii/ ist/ teileZuicio tti'ticjlv, ein altes Bayrisches Wort/ so vor et-lich hundert Jahren im Brauch kommen ist/ und be-greifst dieNieder-Gerichte/ leu /urizciiQionem tlmpii-ccm> ausserhalb des Land-Gerichts/ welches gleichsamNötur!» ^ prvsirietate stlN 0ppo5itum ist /UNd fast denVerstand hat/wie in Oesterreich die Dorffs-Obrig-keit/ oder der Burg-Fried/ daß nemlich die Herschafft/in einem gewissen cietcrmininen Gezirck/ mit Gewaltnicht eingreissen darss/ sondern/ wo Klaiekcsnien vor-handen/ ctebiwmycio die Einliefernng begehren muß:Und werden die Jnnhaber derselben Hof-Marcks-Herren genannt.

' Die Lmpkxrevs-z aber/das ist/ Erb-Zinß-Güter/dienstbare und zinßbare Güter und Gründe/ inczuibusLmpll/tevtse non chrcÄum lcäutilc Oomi iumcom-

pclit. sind/ wann eine Obrigkeit einen Grund oderGut einem andern / um einen jahrlichen Zinß-oderDienst ausgibt; und dieses kan geschehen/ entwederaufewig/oder nur aufgewisse Jahr/ oder auf gewisseLeib / oder nur auf eine Linie; doch ist im Land Oester-reich (r-lie ^iilk<-ro)mehrenthcils derGebranch/daßdie Aufgebung durch die Grund-Herm erblich geschie-het/daher sie auch Crb-Güter und Erb-Gründe genen-net werden. Welchem nun ein Grund /oder Gut/ alsoerblich übergeben wird/der mag dasselbe / gegen Ver-richtung des jährlichen Dienstes/ umhaben/ nutzen undgeniessen/ auch verschaffen/vermachen/verkauften undvergeben/ unverhindert des Grund-Herms. Wann erohneTestament mitTod abgehet/so fallet solcherGmndauf seinen nächsten Erben / doch in diesem allem demGrund-Herm an seiner Gerechtigkeit unvorgriffen ;gleichwol ist es auch der Gebrauch/ daß H,e Grund-Herm ihre Grunde/ wie gejagt/zu Zeiten auf eine An-zahl Jahr/ oder aufetlicheLeib auslassen/solcheAuslas-jung aber geschieht nicht erblich / sondern allein Be-standS-Weise/ wie dann das Wort hinlassen/ oder ver-lassen/so allweg in dem Bestand-undLeib-geding-Briefeinverleibt wird/solchen Verstand lauter gibt/ und mirsich bringt/ wie l).>Vs!il>er bezeuget. Ln.j>K)ttcvlis,

heisst eigentlich eine Peltzung oder Impfung / wanndurch einen emgepfropfften edlen Zweig ein wilderStamm gebessert und zahm gemacht wird / also ist die-ses ein kicliorsüon des ausgelassenen Grunds oderGutes. Diese Erb-Zinß-Güter sind theils behaust /theils unbehaust ; durch das erste werden verstandenHauß und Hos/ und was darzu gehöret / als Baum-und Kraut - Gärten/ Felder/Wiesen/ Weyd/Gehültz /und andere dergleichen ?ertinentjen ; die nnbehaustenGüter aber sind die jenigen/darauf kein Wohnung ste-het/es seyen gleich Aecker/ Wein-Gärten/Wiesen/Ge-hültze/ Vieh-Weyd/ die man auch freye Burg-Recht/Uberlände/ Erb-Grütide/ ledige Grundstück zu nennenpfleget/ und unter die Uberländ-Dienste gerechnet wer-den. Und diese Freyheit/ seine Freysaigen Gülten undGüter zu Erb-Güter also zumachen/ hat ein jeglicherLandmann; diß geschiehet wol auch in Geistlichen undLehenbaren Gütern/ wann nur dieselbe meiiorirtundnicht abgeödet werden. Sonsten aber sagen die Juri-sten: Vslaliu «non potell linc conlenlu Oomini keu-clum suum sNis in^mpkitevlin ciare. Also Mag auchein emplutcvta sein Erb-Gut/so er von einem Grund-Herm/um einen jahrlichen Dienst/ innen hat / einemandern/weiter um einen Uberzinß/ auch erblichen auf-geben; mgleichen mag er solch Erb - Gut/Bestand-undLeib-Gedings-Weise/und erhindert desGrund-Henrveinem andern hinlassen ; doch ist dieses alles zuverste-hen cum?rseluppolito öonum noncieteriorancii, undwann der Grund ein freyes Burg - Recht und kein be-haustes Bauren-Gut ist; dann was diese anlangtmag ein solcher Jnnhaber / ausser Bewilligung derGrund-Obrigkeit/ weder in Bestand noch LeibgedingsWeise/ noch per mocium Tmpkitcv.'cos, sie weiter nitverlassen/ sondern l>s entweder selbst zu besitzen/ oder«meinem andern tauglichenHolden zu stifften schuldig.Also auch/ wann in geistlichen Erb-Verlaß ein Km-pkvrevt^ in zweyen/ oder ingemein in dreyen Jahren/den Erb-Zinß nicht abrichtet/ sondern anstehen lässet/ sohat er das Erb-Recht verfallen/auch hat einer/ der wolund gut wirthschafftet/ und seinErb-Gut/ in einem undandern/mercklich verbessert/diesen Vortheil/daß ihmcder Zinß nicht darffgesteigertwerden. Lmp^tevts,

qui rem sterilem iccit sertilem, non liebst auzeripen5io.Loerius.ciec. sv.num. 8.

Xl.

Er Burg-Frieden ist ein gewisser ausgezeichne-ter Gezirck eines befreyeten oder auch belehne-ten Land-Guts/ darein andere / oder auch dasLand-Gericht keinen gewaltthätigen Eingriff zu thun

Vom Burg-Frieden.

befugt ist; und wann bey einem solchen Gut K5s>ckcsnten und Ubelchäter einkommen / werden sie nicht v>srmats weggenommen/ sondern an ein gewisses cieii^-niries Orthmgelisert/und/dem alten Gebrauch nach/

von