Dritten Theils Fünffteö Buch.
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Von andern lliiterschtedlichen Kräutern / welche unser fttliqer^
übergangen/ und nichts davon gemeldet. Alö da sind: Lonu» »enricus, guterHeinrich/Lupiukaimum, Rinds-Aug-Kraut oder Kühdilien/LAcaim, Scheißekraut/ ^kritmus. Laciilen oder Meer-Fenchel/ C/mKaiaria , Aymbel-Kraut/Oraba vuißaiis, TürckischemKresi /vaucus. Möhren-Kümme! / undOiÄamnll8 >OiÄamoder Diptam.
l. Onus ttenricu8,Guter oderstoltzerHeiNrich/
»-^oderSchmerbel/hatBlatter/welche sich zum
^heil demSauerampffer undWege! ich ver-gleichen/ am Angriff sind sie weich und schmotzig/ obenaufglat/ unten aber mit zartem Meel besprenget / bis-weilen werden sie groß / als Aron-Blatrer. Er siostseine gestriemte/haarige l^chuh-hohe Stengel in dem?7!ayen aus/ daran wachsen viel gelbe oder braunlichreZaser-Blümlein/und folgends der kleine schwartzeSa-'men/zusammen gedrungen/ wie eine gehauffelrc/spi-tzige Traube/die da anfängt zu blühen. DieWurtzelist groß/ lang und weiß-gelb/ scharffund bitter wächstins gemein lan den ungebauten Orthen / in den Dörf-fern hinter den Zäunen/aufden alten Hofstätten nebenden Strassen.
Mannennets aber darum guterHeinrich/zum Un-terscheid bes bös nHeiiuichs, welches ein schadlichKrautist/ und von denBauren die böse ölum.'geheissen wird:Dessen Stengel ist weich / steiff/ Schuhes hoch/ undmir einem dünn-feuchten Safft angefüllet. Die Blu-! men sind Purpur-farb/haarig/ wie eine Aehre gestal-tet/der runde Saamen vergleichet sich dem Hirs.DieWurtzel ist gantz weiß/rauch von Knöpssen /schupichr/sehr lang/und stecket etliche Elen tieff unterder Erden. Er ist sehr kalter Natur / und verderbetdie Reben/ wenn er nahe stehet/ dahero manihnfleis-sigausreuret. Die Stärcke seines Wachsthums istsogroß / daß sie auch durch eine Wand dringet: Abergenug vom bösen Heinrich.
Der gute Heinrich hingegen ist temperirter Natur/hat viel wasserigen Saffcs/ neben wenig flüchtig-nitro-sischen Saltzes/ und etwas ölichten Theilen bey sich /und dahero die Eigenschafft / zu erdünnern / Schmer-tzen zu stillen / zu heylen / und ein gutes Geblüt zuzeugen.
2 .DerguteHeinrichisteinherrlichWund - Kraut/dienet/gi-ün übergelegt / zu alten/bösen/faulen Schä-den. Wider den Schmertzen der guldnen Ader:Nimm dieses Kraut/ zerstosse und koche es bey einemlinden Kohlfeuerlein/ mit Butter und Milch/ nachma-len drucke es aus/und schmiere den Orth damit/ es istein gutes Salblein. Dieses Kraut samt den Sten-geln und Schößlein/ pflegt man auch in Aleisch- Brüh! mit Butter/ Saltz/ und ein wenig Gewurtz zu kochen/! und also zu essen: Ist ein Gericht bey nahem so lieb-lich/ alsSparglenundHopffen.
Z. kupkllizimum, Rinds. Aug-Kraut oder Küh-dillen/ wird sonst auch Streichblumund Steinblum
genannt / und finden sich dessen ins gemein drey Ge-schlecht :Das geineine Rmds-Aug-Kraut hat eine glei-che Gestalt anzusehen wiedieChamillen / doch ist derStengel etwas langerund dicker/ auch sind die Blu-mengrösser/ schön gelb/wie die Ringelblumen. BeydeKraut und Blumen/ haben fast einen Geruch / wie derBeyfuß. Die Blatter gleichen dem Garbenkraut /sind noch breiter und grösser. Ferner sind bekannt /das Rinds-Aug-Krauc / mir Purpur-farbigen Sten-geln und Blumen.
Item / das mit gelben lind weissen Blumen. DieKühdille oder Rmds-Aug-Kraut/ist warm und tro-cken im andern Grad/ hat ein bitteres / ölichtes/ durch-dringendes Saltz in sich verborgen/ und hiemit die Ei-genschafft / Verstopffung aufzulösen/ zähen Schleim!zu verzöhren/ und aller Faule zu widerstehen.
4. Das von dem Rinds-Aug-Kraut destillirteWasser/ ist insonderheitwider die Gelbsucht dienlich /so man bißweilen drey oder vier Loth davon trincket.Es pflegen an manchem Orth die Weiber dieBlumendieses Krauts / wenn es in vollkommlicher Blüh ist/ zusammlen/dörren sie es imSchatten; bereiten alsdanndie Stärcke damit/ und bestreichen die Better/welcherGebrauch sonderlich um Mayny und Worms/ zu Er-haltung des Bettgewands ist.
f. cacaiia, oder s.v. Sck>eißkraut/ ist mit vielenBlättern gezieret/ welche sich dem gemeinen Hufflat-tich vergleichen / sind doch etwas grosser / fast Circul<rund/ an dem Umkreiß gekerssr / oben bleich-grün / undunten grau/ an welchen viel Ädern oder Nerven sicherzeigen / eines unangenehmen / hitzigen und bitternGeschmacks / sie stehen aufPurpur-farbenundholcke-lichten Stielen. Der Srengel ist fast zweyer Elen-hoch/hat oben mir den Neben-Zweigen Purpur-far-be viel-blätige Blumen/eines geringen/doch annehm-lichen Geruchs / die alsdann ;u einem Flug-Haarwerden/ in welchen der ablange Saamen liegt. DieWureel ist viel-häuptig/mir weissen langen Aaselenbegäbet / und flösset alle Jahr neue Schoß Herfür.Wächst auf den Oesterreichischcn und Steyermarcki-schen Gebürgen.
6. Dieses Kraut hat mit der Detter-Blum durch-!aus gleiche Eigenschafft und Tugend/wird aber eben ^so wenig in der Artzney gebraucht; doch wissen dieBauers-Leut damit faule Schäden bald zu heilen.Lsrolus Liulius hält darfür / es habe dieses Krautgleiche Würckung mit dem Hufflatrich.
crilKmuz.Bacillen oder Meerfenchel hat vie-ler'^