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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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lerley Geschlecht/ welche zu beschreiben wir mir Still-schweigen übergehen wollen/ der Meerfenchel hat z.oder 4. weisse Wurtzeln / Fingers dick / eines liebli-chen Geruchs und Geschmacks. Das Gewächs iststaudicht voller Blattsr/etwann einer Elen-hoch.DieBlätter sind fett/ und dick/ wie des Burtzelkrauts/doch lang/ und eines geftitznen Geschicks. Obenam Stengel trägt es Dolden und Saamen wie derFenchel. Wächst zwar bey dem Meer in steinichtenGrunde: doch wird es auch bey uns in den Gartengepflantzet.

Der Meer Fenchel hat einen gesaltznen und bitternGeschmack/ derowegen ist seine Tugend zu trocknenund zu säubern. Das erste zahme Geschlecht ist dien-licher zur Speiß/als zur Artzney. D.e andern aber/oder wilden/seynd kräffliger zur Llrtzney.

8. Der Meer-Fenchel ist von den Alten so wol roheals gekocht / in der Speise genossen worden; Daherohaben sie ihn auch mit Saltz und Eßig eingemacht/wel-ches man noch heut zu Tag in Franckreich im Brauchhat. In Languedock / da es all sandigen Orten desMeers wächst/ wird es obgemeldter massen einge-macht/ u«d in Vaßlein zu uns gebracht/ welches nichtallein in der Speiß gebraucht/ dienlich ist / sondernist auch eine treffliche Zlrtzney sür dieHarnwinde/unddas tröpff>ichte Hünen/ es vertreibet die Gelbsucht/bricht den Nieren-Stein/ und bringet den verlohrnenAppetit wieder/ wenn mans vor anderer Speiß isset:Coofftmanaber den gebrauchen will/ soll man ihnim laulichten Wasser abwaschen/ darnach Eßig undBaum-Oel darüber schütten/ und m»t andererSpeißessen.

Das zahme Basilienkraut aber/ ist in derSpeiß an-muthiger zu gebrauchen/ das sollmanübers Jahr zubehalten/ ausfolgende Weiß emmachen: (sammledes Basilienkrauts/ ehe es zur Blühe oder Saamengeschossen/ein gut Theil / nach dem du viel oder wenigelklegen wilt/ nimm die dickesten Stengel mit ihrenfetten Blättern/ wasche die sauber/ daß der Sandund Erden darvon komme/ darnach lege sie auf einsauber Tuch/ laß z.Tage darauf im Scharten schwel-cken/ dann nimm ein bequemes Vaßlein/ bestreue denBoden mit Saltz/ darnach lege eine Lage desgemeldi-ten Krauts daraus/ streue wieder Saltz darüber/ dasthue soofft/ biß dasVäßlein voll ist / hernachschütteeinen guten Wein-Essig darüber/und stelle dasVäß-lein aN einen trocknen Ort: Damit aber kein Schim,mel das Kraut verderbe/ sondern allezeit in der Brü-he bleibe/ soll man einen Teller darüber legen / undmit einem Stein beschwehren. So man davon brau-chen will/muß man nicht mit den Händen darein greif-en/ sondern allezeit mit einem Löffel oder andern be-quemen Instrument/ so viel heraus nehmen/als manbedarss/sonst verdürbe das Kraut miteinander.

Der Garten-Bacillien also rohe / wie er an ihmselber ist/ mit Essig/ Baum-Oel und ein wenig Saltz/zu einem Salat angemacbt/undvor anderer Speisegeessen / bringet Lust zur Speiß. Man kan ihn auchmit andern Salat-Kräutern vermischen / und obge-meldter massen gemessen.

Garten-Bacillien in der Speiß mit anderm Ge-

Be6 Adelichen Land-imd Feld-Lebens

mues/auch mit dem Fleisch und Hünern gekocht/istdienl'ch den Geibsüchrigen/ und denen / so mir denGrieß und Suin beladen sind/ auch Lenden- und Nie-ren-Schmertzen. In Summa / es dienet wider alleGebrechen der Nieren und Blasen.

Die Speisen mir der gemeldten Bacillien bereitet/ ^sind den unfruchtbaren Weibern eine köstliche Artzney/ ^desgleichen denen/so die Mutter mit faulem Schleimund andern Unrath angegriffen wird. Sie sind auchden Weibern dienlich/welchen die natürliche Monat-blum verstopfst / oder sonst dieselbige nicht recht undgenugsam haben. Wer dieses Kraut viel braucht/derbekommt davon eine schöne und liebliche Färb. DieWurtzel/ Kraut und Saamen der Bac-llien m Weingesotten / und die durchgesiehene Brühe / Morgensund Abmds getruncken/treibet den Harn / eröffnetdie Verstopfung der Leber/führet aus-die Gelbsucht/lose tauf die Versiopffung der Nieren und Blasen/reiniget die Harngäng / treibet Grieß und Stein/ ver-treibe da» Lenden-Wehe/ die Harn-Winde/und dasrröpfflichre Harnen / und sördcrt die Weibliche Mo-nats-Blume.

So der Mensch hitzig / oder ein Fieber verHanden/oder aber sonst keinen Wein von Natur trincket/mager die gemeldte Wurtzel / Kraut Mr Saamen inWasser sieden/und gleicher Gestalt brauchen' EineHand voll frisches Bacillien- Kraut in einer Hüner-oder Fleisch-Brühen gesotten/und die Brühe Mor-gens nüchtern getruncken / erweichet den Bauch / undmachet sanffte v^tulgäng: das thun auch die Blätter/so man sie mit einer Fleisch - Brühe zu einem Mües-lein kochet/und es vor andern Speissen isset: ist auchdenen dienlich/so ein blöd Gesicht haben.

Bacill>en-Kraut in Milch gesotten / und wie einPflaster über die Scham gelegt/ ist eine gute Artzneywider die Oi-idctem.oderHarn-Ruhr. Das Krautin Dampff-und Lenden-Bäder gebraucht/sördert dieWeibliche Monatblum/reiniget die Mutter / sühretaus den Stein/vertreibet den Schmertzen in den Len-den und Nieren.

Bacillien-Kraut mit ein wenig Mein und Butter/oder Baum-Oel in einer Pfannen geröstet / darnachzwischen zweyen Tüchern/so warm man es leiden kan/über die Scham geschlagen/treibet fort den verstande-nen Harn/ vertreibet die Harn-Winde/und das tröpf-lichte Harnen.

9. Cymbelkraut/ so man auch krie-

chendNabelkraut nennet/wachst aus denMauren/undhänget herab mit gar vielen dünnen und zarten Sten-gelein/ an weichen Blätter sind/ wie am Epheu / dochetwas fetter an langen Stielen.. Die Blümlein sindklein/gelb und blaulicht / hänget sich an mitseinenkl UNlmeil Fädemlein. Wächst viel in Italien / son-derlich zu Padua an den alten Mauren. In demCymbeikraut steckt ein heimlich flüchtiges / Malischesmildes Saltz/ und hat dadurch die Eigenschafft/ gelindzu wärmen/ zu eröffnen/ zu zertheilen/das scharffe/Me-lancholische und versaltzne Geblüt zu reinigen.

Etliche geben dieses Kraut den Weibern widerden weisseN Fluß / mit Eßig und Oel/wie einen Sa-lat zu esssn.

Man