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Deö Adelichen Land- und Feld-Lebeuö
darauf erscheinen imBrach-Monat Gold-gelbe Blu-men/ wie an den Kühdillen. Die Wurtzel ist vielfältig/dünn und wohlriechend. Wächst in den Waldern undfeuchten Erdreich/sonderlich wird es in Böhmen/ umNürnberg/Helmstädt/und auf denElsassischen Gebür-aen gefunden. In Steyermarck findet man ein Ge-schlecht mit Himmel blauen Bmm en/ auf denWiesen/wird von etlichen für ein Geschlecht der Gembsenwurtzgehalten.
Engeltranck ist neben vielen irrdischen / und wenigbalsamischen ölichten Theilen/mit einem subtilencslischen Saltz begäbet /und hat also die Elgenschafft/gelind ju warmen/zu trocknen/ dem Gifftzu wwe: lie-hen/ durch denSchweiß zu treiben/ das geronnene Ge-blüt zu zertheilen/ und das saure/ scharffe/ gesaliM Ge-blüt zu versüßen / und zu verbessern.
2. Dieses Kraut dienet denjenigen/so einen Fallerlitten/oder sich mit starcker Bewegung innwendigverletzt haben. Man nimmt zwey Hand voll/siedetes in einer Maas Bier/ giebt dem Krancken alle Mor-gen einen guten Tnmck davon / decket ihn wohl zu/und läst ihn darauf schwitzen/alsdann empfindet derKrancke am verletzten Ort/ein paar Stunde ziemli-chen Schmertzen/ wird aber ihm auf solche Weise ge-holffen/ wenn aber keine mnwendige Verlegung ge-schehen / empfindet der krancke keine Ungeiegenheir.Man zerflösset diesesKraut auch zu Pulver/ und giebtsdem Viehe ein/wann cs nicht essen kan/ und da manvermeynet/daß ihnen Gisst beykommen seye.
z. ündroiaccs, Allermannharnij^ch / vder Meer-nabel/ ist ein kleines Meer-Gewächslem/ man findet e?aus den gestriemten Muscheln / mit glatten / kieinm /glantzigten Stielen/darauf stehet ein kleines Schi-d-lein/gestaltet wie ein Nabel / darum es auch umd.ncu8 m^rinus oder Meer-Nabel genennet wird. Unterdem Wasser ist es grünlicht / walln es aber dü.rwird/ist es weißlickt. Es wird auch ein ander Ge-schlecht Allermannharnisch gefunden/wächst offt zweySpannen hoch/trägt weißlichte Blumen/und nachdenselbigen folget in kleinen Knöpfflein / ein braunE amlein. Oroluz , hat ihrer viel in Oe-sterreich um Wien und Baaden angetroffen, i-omccrus schreibt/ daß/so man den Allermannharnisch mitWein trincket / treibe es gewaltig die Wassersuchtaus durch den Harn : Der Saamen thut derglei-chen. Das K.'aut gesotren/und aufgelegt / stillet dasPoingra/wird gebraucht zur Wassersucht/ 2. Quint-leinschwehr/in W'in/Wasser/oder Essig eingenom-men. Er mehret den natürlichen Saamen m denManns-Pecsohnen/daher er auch den Namen bekom-men.
4. äntkyliiz.oder Saltzkraut/ hat zweyerley Ge-schlecht. Das erste mit Linsen-BlätterN/kriecht im san-dichten Grund weit herum/und ist mit vielen zur Er-den sich neigenden/ dünnen / viereckichten / biegigenAestlein begäbet; Diese Aestlein aber werden mir klei-nen dicken/sassciaen / grünen / glatten / nach.Saltzschmackenden Hunerdarm-Blätklein bekleidet; und anden äusser?. Gipsseln mit subtilen/ grünlichren Blüm-lein gezieret; denen ziemlich grosseSaamen-Gevaßleinmit grossen Saamen folgen.
I Das andere ist das Asch-Z?aue Meerftltzkraut / hateine einfache Wurtzel/ vielröthlichre/ querHand lange/in Schoßiein zertheilte / und mit sehr kleinen / ablang/runden/glatten graulichten Blätlem bekleidereSten-gelein/ welche mit kleinen weissen/ vierblätigten Blüm-tem geziert/und den gantzen Sommer durch blühend/in den Weinbergen umMonrpelier gefunden werden.Diese in dem Saltz-Erdreich berfür kommende Kräut-lem/kühlen und trocknen/ haben viel "in osisch - saltzich-ten Sasttsin sich/ und daher dieEigenschaßt/durch denHarn zu treiben/ auch «usserliche Wunden und Ge-schwahr zu heilen und zu saubern.
f. ^l^l-nium,oder Miltzkraut/ hat Blätter Fin-gers-laag/ deren viel aus einer schwartzen/ zasichtenund haauchten Wurtzel Herfür knechen/em jedesBiät-lein ist zerschnitten/und vergleicht sich mit seinen Kerf-jen dem Engelsüß/ oder einen halben Mond/ sind obenschon grün/unten gelblicht / auch gantz rauh / als wä-ren sie mir ^tau^ überzogen / welches aber nichts an-ders ist/ als die subtilesten Saamen- Geväßlem. Eswachst in den Gebürgen /^ an den Felsen und Stein-klüfften/ allerdings wie die Mauerrauten.
Das Miltzkraut führet neben vielen »rrdischen Thei-len em groblicht/ arisches Saltz/ dadurch es die Ei-genschaft hat/allem Sauren zu widerstehen/das sau-re Geblüt zu verrussen / die Verstopffung desMichesund Nieren zu erössnen/denSand und Stein derNie-ren zu erdünnern / und zutreiben/ Ruhr und Blur-flüsse zu siillcn.
6. Eine Hand voll Miltzkraut in einer Maas weis-sen Wem gesotten/ und davon getruncken / ist dienlichwider die Aufblähungen/ Verstopffungen/Gejcbwulstund Harte des Miltzes / die schwartze Gelbsucht undviertägiges Fieber. Das destillirte Wasser von demMiltzkraut getruncken/ist gut wider den Nieren - undBlasen Stein wie solches ^smcrarius in^ortomc-ciic.^>.m.z>z berichtet.
7. ^Ul-icuia, oder öuflicuron, zu Teutsch/Hasen-öhrlein / hat unterschiedliche Geschlechte: Das schmal-blatige Haftnöhrlem hat eine kleine/runtzlichte/scharff-schmackend'/ etwas grüne und zaßlichte Wurtzel; da-von ein dünner/runder/glatter/gestrieinter/ mit vie-len Knötlem begabter / holer/ ästicher/ bißweilen röth-lichrer S tengel/fast Elen hoch emporsteiget / undlange/rundlichte/ zusammen gebogne/ mir vielen A-dern durchzogne Blätter/ auch an den Gipsseln kleine/g^ '>e Fenchelblümlein in Dolden- Büschlein tragt;Worauf endlich der kleine scharfflichte Saamen/wiePetersilg-Saamen/folget. Wachst in Teutschlandund Italien/ in bergichten Waldern haussig. Dieübrigen Geschlechte sind: Hafenöhrlein mit scharffenBlättern/das kleine schmalblatige Hasenöhrl.in unddas kleinste.
Obwolen dieses Kraut ein ölichtWarffes ^ flüchti-ges/mildesSaitz/ sonderlich in dem Saamen führet/und daher eine Eigenschafft hat/zu erwärmen/ zu er-öffnen/zu zertheilen/ durch den Harn und Schweiß zutreiben/ auch Wunden und G.schwahr zu säubernundju.heuen/so wird es dennoch wemg oder sarnicht gebrauchet.