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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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398 Adeliche !, La

zerstossnen Kraut/ die Nacht durch über das Ange-sicht geschlagen/vertreibet alle Fl»«ken/ Masen undUneinigkeiten; Den folgenden Morgen aber/ mußman das Angesicht mit Wasser / darinnen Kleyen oderKv-sch gekocht worden/ abwaschen. Das frische Krautctwann z.oder4-Tag aufs längste in Bier/ m einemwohlvermachtm Glas liegen lassen/wird demselbigenalle seine Tugend und flüchtigen Saltz- Geist inilthei-len/daß also ein mir dem Scharbock und Milksuchrbehaffteter Mensch/ solches Bier mit grossen Nutzenfür seinen o^mari Trunck geniessen kan. Wannnian das Kraut über 4>Tag liegen lässet/ so wird dasVier auch die indischen Theil desselben an sich ziehen/und also nicht so viel Krafft mehr haben.

4. ^onst vflegen die Erd-Flöhe du jungen Pflan-tzen sehr abzubeisien/und sind ihnen gar zu wider / dar-um soll man Ruß aus dein Schorstem in ein Wasserrühren/ und d>e junge Pfläntzlein etliche Äbend / nuchder Sonnen Unlergang/daimt begiessen/so werden sichdieErd-Flöh bald verlieren/und dleselbigenzuftiedcnlassen. Man kan den Saamen auch wohl iiii Herbst/etwas gegen Michaelis säen/ so wu d man denscll en »nFrühling desto eher -haben und gebrauchen. I m an-dern Jahr bringet er erstlich seinen Saamen / barmnmuß man alle Jahr etwas säen. Der Saame haltsich nur em Jahr/ wo er älter wird / gehet er nicht aus.

s. limdiucu-i Vcncr.s, oderdasNabel Kraut zer-stossen/und wie ein Pflaster übergeleget / ist gut widerdie hitzige Geschwulst/ wider den Roch lau ff, und widerdie Entzündung des Magens. Es soll auch das Krautgut seyn wider die Geschwär/so man zu nen-

nen pfieget.DoSgleichen auch wider die erfrohrne Fer-sen.

6. Der aus ?orwiacs, oder Burtzel-Kraut ausge-preßte Sajst offt Löffel-weiß eingenommen/verrreibralle fliegende Hitze in dem Scharbock oder in Fiebern/treibt durch denHarn/milderr und vertreibet dieHarn-Strenge/ wehret auch den Blurflüffen Mid Blut-speyen.

Burtzel-Kraut zu einemMues gestossen/mit Sauer-taig und Saltz zu einem dicken Pflaster gemacht / mitEßig besprenget/ und auf die Fußsohlen gebunden/zie-het alle fiebrische Hitze aus demKspf und Leib. «Soman in hitzigen Fiebern und HÄupt Kianckheiten kei-nen Schlaffhaben kan: Nehmer süsse Mandeln 2.Loth/Melonen-undKürbis-Kern/jcdes ein halb Loth/Burtzel und Lattich-Wasser/ jedes 6.L»th / daraus sollman eine Mandel-Milch machen/und demKranckengegen !/Ibend einen guten Trunck davon geben.

Das destillirte Burtzel-Wasser gerruncken / löschetund kühler alle innerliche und äusserliche Hitze der Fie-ber/ Leber/des Magens und aller mnerlichen Gliederdes Eingeweids/ stopffet die Rothe-Ruhr/und ande-re Bauch-Flüße. Es kühlet auch die erhitzten Nie-ren/ und mildert den scharffen brennenden Harn/stilletbenunmassigm Fluß der Mutter und Güldnen-Ader/beninimt auch das Bliitspeyen. So die jungen Kin-der vor grofferHitze nicht schlaffen können/oder Wur-me im Leib haben / denen gebe man etliche Löffel vsll> dieses Wassers ein/ so wird es besser werden.

I Das Burtzel-Wasser hat auch vielen das Zahn-

ld-und Feld-Lebens ^

Wehe gestillet/wann sonst nichts hat helssen wollen.

Das l-oocKclc?nrlu>Zi.-i, oder Burtzel-Latwerg/ist 'sehr dienlich in dem Blutspeyen / wann die Lunge ver- ' ^sehret/oder etwas in derselben zersprungen ist/so man ^nach Belieben / einer Mu^cat-Nuß groß einnimmt. °Der Bm tzel-Syrup löschet den Durst / kühlet undmildert die übrige Hitze der Leber/ Nieren und des Ma-gens / ist gleichfalls gut für das Blutspeyen / Rothe-Ruhr/ zu viel fliesstnde Weiber-Zeit / Saamen. Flußund Bauch-Wurm/ man kan nach Belieben/ ein paarLöffel voll emnehmen.

7. Qrcvinne. oder der gemeine Krähen-Fuß/sonstenauch Rappenfuß/ Hirschhorn oder Hirschgraß genanc/hat eine dünne/ we'.sse / schlechte und zasichte Wurtzel.Die Blätter sind schmal und lang/mir Nebenzincken/den Hirschhörnetn oder Vogeleklauen ähnlich/schwartz gzün/ die wie ein Stern aufderErden liegen;darzwtjchen schiessen auf/ schmale/ iunde und harige lL tengel/ oben mir Aehren/Blühe und Saamen / wieam Wegerich: so haben auch die Blätter einen solchenGeschmack / daß etliche diefts Gewächs für ein Wege-- >nch gehalten.

8. Der Krähenfuß ist kalt und trocken/hat ein mil-des/ ml.oliiches Saltz mit einem gelind-schleimigtenSaffr bey sich/ hiennt dieKrafft allen sebrilischenJast >des Geblüts zu hemmen / gelind zusammen zu ziehen.

Krahensuß wird in Italien / Aranckreich/Engeland ^und Teutschland unter die ^ alat vel einiget / und wie 1andere Kräuter gekocht / dienet also wieder die Mas- 'sersucht/Grieß/Lenden-Stein/ Bauchflüß / Murter-flüß/ Blutspeyen/ und zu Verhütung der Pest. Dasdestillute Krähenfuß-Wasser/^)!orgens und?lbmds6.oder Z.Lorh gerruncken / ist für alle jetzt gemcldte Ge- -brechen gut und nützlich.

Der w.ldeKräl)ensußHeisset"oronnpus l/lvctti-is,(onsria, 8ss!AuinZria,8srsz.ntZris,(irZincn senden-

linum, wird sonst auch zu Teutsch wild Hirsch-Horn/Schlangengraß/ und Schlangenzwang genanndt;Weilen es aber mit den Blumen-Aehren / saamenutw Wurtzel/dem Krahensuß gleichet/rechnes es ^.>r-lkioius unter selbiges Geschlecht. Es wird aberSchlangenzwang darum geheißen / weilen es widerdie giffrige Stich und Biß der Schlangen gelobet ,wird/damit unterschiedlichen Menschen / so von die- 'sein Ungeziefer verletzet worden/ und ein halb Loth der ^Wurtzel gestossen/ in weissem Wein eingenommen ha« 'ben/geschwindeHülff widerfahren / wie Z^.mliioiusbezeuget. E onsten ist der wilde Krahensuß einer mit- -relmassigen Warme/ die sich mehr zu kühlen als zriwärmen neiger.

Man pflegt auch dieses Kraut im weissm Wem zusieden/und die Blühe/wider das grosseZahn-Wche/in dem Mund zuhalten. Es ist auch ein anders.Schlangenzwangbekandt/zu Latein tii'...

smum ailzic^ns inajuz, genandt/dieses hat eine hol^ig-te / lange/ braune Wurtzel/ die Blätter sind gleich de-nen am Flöhekraur / doch grösser / und etwas remh.Die Blumlein wachsen auf glatten Stielen/ darauswird ein kleiner Saamen.

9. Der Pimpmell oder Bibernell finden sich etlicheGeschlechte: Das erste ist die grosse Bibn'aell/?impi^

ncl-