Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
397
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Dritten Theils Fünffteö Buch.

Z97

2o.Tropffen imTauben Kropff-oderBorretsch-Was-fer eingenommen/isteine herzliche Artzney für die/so mitderMiltzsucht/dem Scharboek/Verfallenden Sucht/dem Auffwallen der feuerigen Gallen / und demvielfältigen Zorn behafftet sind. Sie reiniget dasGeblür/ erhält die Oeffnung des Leibes / löschet die inner-liche Hitze/dämpffer die Galle/und erwecket Luft ;umEisen. Wenn man bemeldten ^>afft auf gelindenFeuer hall? einsieden lasset / und hernach denRest in Keller setzet/ so wird das Essentzialische Saltzan das Geschirr anschiesscN. Dieses Saltz ist ein treff-liches Mittel in allen öberzehlren Zustanden/ sonderlich»st es nutzlich im Sominer aus den Reisen mitzufüh-len / um mir dem Trinck-Wasser zur Abkühlung zuvermischen.

12. oracunculus oder Dragon, Kraut wird imHerbst oder Frühling in einem schattichten / feuchtenOrth/ in ein Mes Erdreich gepflantzet/nachdem dieWurtzel zuvor zertheilet/und voneinander gerissen/eepfleget sich sehr zu vermehren / wo es einmahl hinge-

' XXI.

Vom Pftsser-Kraut/Bertram/ Löffel- Kraut/ Umkiiico Vcncr.5,

oder Nabel-Kraut/ Portulaca/ Grevinne/ oder Kraen'/Fuß / Pimpmcli

und Körbel-Kraut.

pflanzet wird / darum soll man es nicht mitten indie Garten-Beeter pflantzen/ sondern nur an einemEnd derselben. Wenn die Wurtzel in kleine Stü-cke zertheilet/ und in die Erde geleget wird / so wächsetsie leichtlich/und kan also dadurch bald vermehret wer-den.

iz; Dragon hat ein flüchtig sicalisches Saltz beysich/ und daher gleiche Eigenschasst mit dem Brünn-kreß.Dragon wird mir Lattich und unter dem Kräu-ter-Salat gegessen/ solcher bekommt wohl dem kaltenMagen/zertheilet die Blähung/treibet den Harn/undder Frauen Blumen/ reiniget das scharbockische Ge-blüt/ eröffnet die Verstopssung der Leber und desMil-tzes/ und wehret dem Abnehmen.

Dieses Kraut in dem Mund gekäuet / zieher denSpeichel und wässerigen Schleim aus dein feuchtenHaupt/ nnd vertreibet alle die Flüsse / so sich hin undwieder in dem Haupt/Ohren oder Augen ver-halten.

i. K^i^-As Pfeffer-Kraut hat breite Blätter/ wel-sichdemLorbeer-L iUbvergleichen/ aus-^^Dgenommen/ daß sie grösser/ länger und gelin-der sind/ rings umher zerkerbet: Am Geschmack gantzscharff als der Pfeffer: Die Wurtzel ist weiß/ lang/und eines Fingers dick / am Geschmack scharffwie dieBlätter. Der Stengel wachst bey zwey Elcn hoch/'hat etliche Zweige / daran wachsen viel kleine weisseBlümlein/ auf welche ein kleiner ^saamen nachfolget.

Die Blatter werden mit Essig und Zucker / aberdieWurtzelnmir Milch bereitet/ und wie eine Salsenin Italien zumGebratens dargestellt.Bey uns pflegtman die Blätter rohe mir dem Fleisch zu essen.

Etliche zerhacken das Kraut klein / mischen weissenZucker und Essig darzn / und essens also mit denFleisch-Speisen.Es stärcket den Magen/erwecket denLust zum Essm / und befördert die Dauung. Inden Wein geleget und davon orcjinsri getruncken/eröfinet die Verstopssung des Miltzes/vertreibet denScharbock/ und^einiget das Geblüt derMiltzsüchti-gen gar wohl.

2. DieBertram-Wurtzel / welche im Ende desMayens am kräfftigsten ist / bat ein sehr scharffes/beissendes/flüchtiges/ aromatisch-ölichtesSaltz beysich/ist deßwegen sehr hitzig/brennend und warm/tro-cken im dritten Grid? hat daher die Eigenschafft / zuerdünnern/zu eröffnen und zu zertheilen / widerstehetallerSäure/ und daraus entstehenden Fäulung/ treibtdurch den Harn/Schweiß und Speichel/trocknet dieFlüß/ bringet di» Monatliche Reinigung/erwecket dieverlokrne Mannheit/ und bringet Lust zu ehelichenWercken.

Wider das drey- oder viertägige Fieber: Man neh-me Bertram-Wurtzeln/stösset sie zu Pulver: DiesesPu'vers ein Quintlein schwer/ er.iche mal ein paar

tund vor dem Anstoß des Fiebers/mit eiiem gutenTrunck starcken Wein eingenommen / heylet solcheKranckheit von Grund aus.

Bertram- Wurtzel an dem Hals gehängt / undaufblosser Haut getragen / auch osstmals daran ge-rochen/dienet wider die fallende Sucht/ absonderlichbey noch jungen Leuten.

Die Bertram Wurtzel zerstossen / in Brandtweingebaitzt/ und auf die lahm» Zung gestrichen / bringetdie verlohrne Sprach wieder.

Wider die schwere Schlaffsuchten und Schlag-Flüsse : Nehmet Bertram- Wurtzel / Osterlucey-Wurtzel/ Meister-Wurtzel / jedes ein Loth/ Wohlge-mut!) / Roßmarin/ Haselwurtz - Blätter / jedes eineHand voll/Tausendgüldenkraut - Blümlein / Bur-hel-Blumen/ jedes so viel/als man zwischen s. Fingerfasset/ Kreß- und Fenchel-Saamen/jedes ein halbLoth/zerstosset alles untereinander / siedets in 2.Maaß fri-schem Wasser / seyhet es durch ein Tuch / vermischetRosen-Honig/Rauten-Oel/jedes 2.Lorh / und einQuintlein Saltz darunter / daraus machet ein Cly-stier/welches man in rechter Wärme beybringen kan.

Dasi das Bier lang gut bleibe und nicht sauerwerde: Nimm a.Loth Bertram- Wurtzel / schneidesie klein/und thue eine gute Handvoll Tausendgul-den-K:aut/so auch soll klein zerschnitten werden/dazzu/und lMcke solches zusammen in einem Säcklein insBier.

Der ausgedruckte Löffelkraut-Safft/samt dem

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