Dritten Theils
Htri^Icx Karten5. rub. ferner etliche Sorten der wit?den Melken: Auch sind die Meer-Melren/zugeschwei-gen noch andere mehr. Endlich find auch zugeben-den der stinckettden MeltM ^lriplcx foetiä ^so Vu>.variz, oder Scham-Kraut genannt wird. Das aus-diesemGewächs am Ende des Mayens destillirte Was-ser/heylet die Schrunden und Fisteln des Hindern/oder Mast-Darms/ wie auch die offnen Schaden anheimlichen Orten bey Mann und Weib / stillet zu-gleich den Schmertzen der Gold-Ader/ so man leineneTüchlein darein netzet/ und warmlichr offrüberlegcr.Nieronymus I'razus vermeldet/ dieses Kraut seyeein gewisses Mittel für die Würm/ in faulen Schä-den der Thieren / so man es ihnen anhanget/ oder indie Schäden reibet / davon sie hinaus fallen/wie ersolches selbst gesehen habe.
2.Die Melren sind feucht im andern / und kalk im er-sten Grad: Haben viel wässerigen Safft/ neben etwasnitrosisch flüchtigen Saltz in sich/ und dahero dieEigen-schaffl/ zuerweichen/ zu eröffnen / den^srulgana zubeförderen / und den Harn zu treiben. Man isser diegekochten Melten zu Beförderung des Stulgangs /weilen sie nicht lang im Magen verharren / sondernba.d durchbrechen/nach Meynung Laiemi i>^>. 6. cieiimplic. liieciicam. F^cullät. c. 76. Hingegen meldetplinius I. 20. Kilt, nstur. c. zo.Wie k^lkizgvr?? darfürhaltet/ die Melten können schwerlich verdäuct wer-den/ und sollen die Gelb-oderWassersucht verursachen.
Ferners zeigeti -'Ijmus aus demOlon^lio und Oiaclc,daß die Mcltm dem Magen zuwider seyen / und vielKranckheilen mit sich bringen. Ki-mbiolug hat einenApotheker gekennr / welcher mit dem Melten- Saa-men die starrten Bauren ob-und untersich zu purgirenin, Gebrauch hatte.
Die Lombarder-Bauren pflegten dis Blatter derwilden Melten zu zerschneiden / solche mir geriebnemKaß/ Burler und Eyer zu vermischen / und darausKuchen zu backen/deren sich wider die Verstopffungdes Leibszu bedienen. In der Inful Virginia wirdaul den Stengeln der Melten ein Saltz gemacht/ des-sen die Inwohner sich zu denSpeisen bedienen. Son-sten wird das Kraurauch zu erweichenden und linde-renden Clystiren und Pflastern / wie auch zu kühlendenFuß-Wassern gebrauchet.
z. Des grossen Min oder Meyers mosigte Blüm-lein/ und schwartze glantzende Saamen-Körnlein ste-hen gantz klotzigt / übereinander gedungen/ als diekleine Träublein/ wie an den wilden Melten. DieserMeyer ist kalter und feuchter Natur im andern Grad.Hat viel wasserigen/und etwas nitrosischen Saltz-be-gabten Safftes bey sich/ hiemit die Eigenschafft/zu er-dünnen / zu erweichen / den natürlichen Swlgangzu erhalten/ und die hitzige Galle abzukühlen. Des'rothen Meyers Saamen ein halbQuintlein in Weg-rich-oder Granaten-Sasst eingenommen/ ist gut wider
rothe Ruhr und übrige Flüße der Weiber. Meyerzerflossen und übergelegt / soll die Hüner-Augen oderLeich-Dörner an den Füssen vert-reiben. Aus desgrossen Meyers - S..amen / pfleget man an manchenOrthen sonderbahre Müßlein / wie aus dem Hirszumachen.
!tt. Thni.
Fünffteö Buch. 995
4. Es finden sich etliche Sorten der Garten-Kreß/als erstlich: I^z^unium tiortcnke vulgäre Hc k,>livum.Jst ein scharffes Krautlem/ der Stengel ist dünn/emer Elen hoch: Die Blättlein sind lang / schmal /und zerkerfft: Die weissen kleine Blümlein zierendenGipffel/nach welchen breite runde Hülßlein wachsen >in welchen der rvth-gelbe/ scharff>schmeckendeSaamenlieget. Ferner der Garten-Kreß mit breiten Blättern/t>Iatturlium Ii«rtenke Iatis^>lium. Irem / der kraußeGarten-Kreß M schinalenBlättern />iakiuirium K.r-renke cril^um angultifolium Item / k<sikurtiumtiorlcnse ?eruvii,num. Über diese ist noch derWiesen-Kreß/ der Berg-Kreß./ :c.
s. Der Kressen- saamen wärmet und trocknet imvierdten Grad/steckt voll flüchtigen slc^iischen Sal-tzes/mitgar wenigem Oel/und etwas irrdljchenThei-len vermischet. Gleiche Krafft hat auch das Kraut/so es dürr wird / wenn es aber grün ist / hat es nebenobigen Theilen / auch eine ziemliche wässerichte.Feuch-tigkeit zugleich bey sich / ist nicht so schnrff und hitzig /also / daß man eszurSpeiß wol brauchen kan. Imübugen haben die Kreßen eme gute Tugend/ das ver-unreinigte/ scharffe/melancholische/ versaltzne Geblützu reinigen/innerliche Verstopssungen aufzulösen / al-len versessenen Schleim zu erdünnen / durch den Harnund Mutter zu treiben.
6. Garten-Kreß dienet sehr wol in demScharbock/welche Kranckheirgemein ist in denen Mitternacht- lie-genden Ländern / dahero man zu Verhütung demsel-ben in Holland ihn mir frischem Butter und Brod imMayen isset. Em halb Quintlein Kressg - Saamengestossen/ und in Wegrich-Wasser eingenommen /todter die Würm. So jemand gefallen wäre/undgerunnen Blut imLeib hat/ dem soll man ein Quintleingepulverten Krcß-Saamen im Wein eingeben / undihn daraufschwitzeu lassen / welches Mittel im Oester-reich und Ungarn viel gebraucht wird. So man denKreß mit Schweinen-Schmaltz röstet / und die schup-pichte Räude der Kindern damit ansalbet/ ist es em gu-tes Mitrel. Dieser Saamen wird auch zu denLaugengebraucht/ die Haar fest und steiff zu behalten. Wel-cher von einem Schlag-Fluß/Mangelan derSprachleidet/der soll offtKreßich-Saamenim Mund kauen.Der Sasit von dem Kraut säubert und heylet unreineum sich fressepde Schaden. Man pfleget auch denSaamen zu verzuckern/ welchen so wol Alte undJun-gezu Abtreibung der Wurmen/Eröffnung der ver-stockten Gekröß-Adern/ Verhütung derSchlag-Flüs-sen / Reinigung des Geblüts / und Abtreibung desSchleims undSands aus den Nieren nützlich gebrau-chen können.
Das destillirteKressen-Wafser eröffnet die verstopff-te Leber// Miltzuird Harn-Gänge/fuhret Grieß-undSand aus den Nieren und Blasen/ reiniget die Brustvon dem Schleim/ tödtelund treibet die Würm aus /und ist gut wider die Schwindsucht. Durch die Na-sen gezogen / reiniget das Haupl/ und macht viel Nie-sen. In dem Mund gehalten / ziehet es den Schleimaus dem Haupt/ heylerallerley Unreinigkeit derHaur/schwärtzlichte Flecken/ Krätze/Blattern/Geschwar/»nit solchem Wasser gewaschen. Ja darinnen genetz-
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