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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
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388
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Des Adelichm Land unv FcldLcbcnö

4. Erd-Nuß/welche man auch Erckel-Nuß/ Erd-Feige / Erd-Mandel und Sau-Brod nennet / heisstLateinisch / ^scuctuapios, Lkamoebalsnus, ?^nis jior-

cinus. QIsn«je« terrse, ^stb^ius arvenNs, re^ens tu-

bcro^z, hat eine ziemliche lange / und etwas dickeWurtzeln/ wie kleine Rüblein; Die kleine sind Erdm-farb/ inwendig weiß / und eims süssen Castanien-Ge--schmacks. Es bangen erwann drey oder vier NüMn/als lange Feigen an einem dünnen Faden/ und liegentieff im Letten-Grund verborgen. Welche Nüßlem/wo sie mit dem Pflug nicht zerstöbret werden/ stoßensie alle Jahr neue Früchte / diebleiben im selben Jahrweiß und zart. Wann die Schwein diese Nuß ge-wahr werden/ wühlen sie hefftig darnach.

Dieses Gewächs bringet in. Brach - Monat seineliebliche/wohl-riechende Rosenfarbe Blumen^ nachwelchen kleine Schöttlein ersolgen/ darin der Caameligt. Wa6)st in den Feldern und Aeckern. An etiichen Orten werden die Blumen Zesammlet / und em

xvii. .

Von Salat/Lattich allnlen Sorte»/ Eiidwl/c.'zu!it;°r. oderBlu-

Men- Kohl Und Lauliradi.

Wasser daraus gezogen/welches falschlich für RosenWasser gegeben wird. Wird aber in der Artzney mchlgebraucht.

s. Orvi 0t?cinsrum . eine Wurtzel / wann sienoch frisch ist / kan solche in der Küchen gebrauchtwerden/man kan sie an Rind-Kalb-und Lam-Fleischkochen/ auch zu Salat/ auf die Weise/ wie die Zucker-Wurtzeln gebrauchen/ sie lieben ein frey/lucker/ lusstigund gut Erdreich / worinn im Frühling ,hr Saamengesaet wird/welches im alten Liecht/in einem lüfftigenZeichen/ als der Zwilling oder Waag/muß geschehen/auf solche Art wachsen sie wol/ doch müssen sie alleHerbst/gleich den Zucker-Wurtzeln wieder ausgenom-men werden. Sie werden auch sonsten zur Artzneynützlich gebraucht. Hiervon soll etwas besser unten/unter dem Namen Wiesen- Kümmel/mitmehrern gehandelt wer-den, -

Er Salat/oder Lactuca/ wird füglich inzweyerley Arten unterschieden / nemlich indie frühe und spate; Was die frühe anbe-langet/ sind folgende die besten: kom-m-,.gel-ber und rother; Sonderlicher Kopss-Salat; Prin-tzen Kopff - Salat ; Waloneser Kopff - Salat;Schmaltz-Salar / so oben mir röthlichten Kanten;Augspurger gelber Kopff - Salat / und dergleichenmehr. Die spaten Salats-Arten/ welche vor die be-^enund raresten zuhalten / sind nachfolgende: Gel-ier und grüner Prahl-Galar/oder Holländischer dich-ter Kops-Salat; Herbst-grüner Kopff- Salat; Grü-!ner und brauner Kraur- Salat; etliche nennen ihnden braun-und grünen Ungarischen / Gelbe UnMi-cbenKopff-Salat;NeuergrosserHol!andischerKopff-Salat/sonsten Dannenbinder genannt: Brachaui-cher dicker Köpft- Salat ; Grüner dicker Salat mirrothen Kanten; Klein dichter grüner Kopff-Salar;Etraßburger grüner tauerhaffterKopff-Salat/undnoch andere gute Arten mehr/die Kürtze halber nichtzu melden.

' 2. Der Salat wird bey unsern Zeiten im Anfangdes Nacht-Essens genossen / es haben ihn aber die Al-ten zu End der Mahlzeit gebraucht. Der Lattich er-weicht den Srulgang /sürnemlich / so man ihn nurFleisch-Brübe kochet/derohalben dann auch die Al-len jederzeit sür das erste ein Müßlein von Lattich be-reitet/ bey den Mahlzeiten aufgetragen haben. Derrohe und gesoltne Lattich/wird vom Laicnc» i^itz.z.cjc/Xliü emai-. ?scuitar. c.4O. sehr gepriesen ; dann ermeldet/ daß von allen Eß-Kräurern keines seye/ wel-ches dem Leib bessere Nabrung und Geblüt mittheile/als eben der Lattich/ welcher ihm in seiner Jugend und.Mer gar wol bekommen / die hitzige Magen-Gallenvertrieben/und einen sanfften Schlaff verursacht ha-

be. Welche ein blödes / dunckles Geficht / oder einenschwehren Athem haben/und Blut speyen/ oder denen/der Magen erkaltet/ und die viel Schleim haben / diesollen sich des Lattichs enthalten. ?iinius üb, n^wr.

c.8. schreibet/daß der Kayser ^ußulluz. durchVorsichtigkeit seines lUcckci, ^.nwnii klus«?, seyemit dem Gebrauch des Lattichs / von gefahrlichenSchwachheiten errettet worden. So man unteremLatlich-Safft ein wenig Campffer vermischt/und dtt^ Gemacht damit geschmieret/stiller es den Fluß desna»türli6)en S^amens.

Man destillirer auch ein Wasser aus dem Lattich-Kraul / welches nützlich gebraucht wird in allerleyFiebern/und hitzigen Kranckheiten ; es dämpffet dieschwartze Gall/ löschet das entzündete Geblüt und denDurst/machet einen sanfften Schlaff/Morgens undzu Nachts vor dem schlaffs. oder 6. Lothgetruncken!So die Daug-Ammen dieses Wasser trincken/ erhältes ihnen die Milch. Aus dein Saamen machet manein Oel also: Lasse den Saamen in Rosen-Wasser! wohl erweichen/ alsdann presse ein Oel daraus/wel-ches sehr gut ist wiser den Saamen-Fluß / dessen emwenig etliche Tage nacheinander im Wem/oder einem^üpplein eingenommen.

z. Endivien oderAndivien heissct Lateinisch intvbu,,Intul)U5,

sütlvz , k^nciivia 6omeKica> knclivia ^.omsna. AArdinößemein in drey Geschlecht abgetheilet/als nemlich :Erstlich ist bekannt der grosse Endivien mit breitenBlattern Int^bus lsliva l?,tif()>i>j livc Lkälvia vu!-Hat eine weisse zaßlichte Wurtzel/ eines bitternGeschmacks. Die Blätter sind breit/ dem Lattich-^ Kraut nicht unähnlich / doch kraußer und etwas steif-^ fer. Der Stengel wachst 2. E en hoch / inwendighohl/ daraus entspringen vielZweiglein oder A>ste /

Viti