Dritten Theils Fünfftcö Buch.
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Bon denTartussles oder Indianischen Papas: Item/denenErd-
Aepffclu/welche ^6enes Larac!en5e8 genennek werden; Item/von L/pcroromnäo 5lvs Il-a5i, oder grossen wilden Galgant.
Artuffeln oder Griebling/wird sonst also be-H schrieben: Tartuffeln/so manauf IndianischÄ6 Papas nonnet/ ist eine Art Nachtschattenmit korrichten Wurtzeln/ heist Lateinisch : 8oianu-n
tudslolum escul<:ntum, ^mciicsnum;Zztta-
ta VjrAini.iii3, ?>cnoccimuz, Ineiorum Hra-Italiänisch/ l'.irtef soll. Französisch/I>r.tuff-8 ; Deren seynd zwey Geschlechte. Der In-dianische gross.' Nachtschatten/ Lo^-mum lnclicum m.1,i>z, hat haarige Blatter / als waren sie mit Wolleüberzogen. Die Frucht ist fast Arms dick und vollkleines Saamens: Hat einen anmuthigen Geschmack/wann sie mit Wein und Pfeffer gekocht werden / fastwie A cischocken. Ist den Indianern eine gemeineSpeise/sie geben dem Leib eine gute Nahrunq/ undweiln sie den Harn befördern / sind sie in den Nieren-Kranckheiren und dem Blasenstein nützlich.Das andere Geschlecht ist der knorrichte Nachtschat-ten/den wir Tartnsteln nennen/ Solznum »uberolumkUcuientu,n,hat dicke/gchreisste/ haarige Stengel/so2. biß^z.Elen hoch mit ihren Neben -Äestlein Herfürwachsen/ und' gemeiniglich auf dep Erden liegen. Die^lärrer vergleichen sich dem St. Barbel-Kraut oderWinter G: ?ß / 'si-'.d schwartz4n 'aun und etwas hang/di - übnqeu aber blei b grün / einer Spannen-lang undohn? Sn-., i)!s Blätter hangen an einem Nipp/undseyNd in 6. biß 8. und mehr Theil unterschieden / aufbeyden Seiten / zwischen weichen auch gantze kleineB'.attlein zu sehen. Die Blumen sind weiß-braun/und haben einen Lmden-Blüh Geruch. ^
Nach der Blüh folgen die Frucht / in Grösse einerHasel-Nuß/theils bleiben auch kleiner/die werden beyderZeirigung schwartz-rsth/ voll weißlucken Saffts/mit vielen kleinen/ runden mW dünnen Saamen an-gefüllt. An den Wurtzeln/ so ziemlich tieff in dis Er-den kriechen/ wachsen runde Knorren oderAepffel/welche man im Herbst ausgräbet/ und im Keller aus-bekakt.
Dieses Gewächs wird von etlichen darum unter dieNachtschatten gezehlet/ weilen seine Blatter denGold-oder Liebs-Aepffel-Blattern/die Blühe mit den Me-lantzen-Blumen / und die Frucht oder Beer aber mitden gemeinen Nachtschatten-Beeren sich vergleichet.In Europa werden diese Aepffel oder Tartuffeln biß-wellen in der Aschen gebraten/und nach abgezogenerHaut mit ^?altz und Pfeffer genossen. Andere schnei-!den die gebratne und gereinigte Wurtzeln Scheiben-!weiß/ schütten eine gepfefferte Brühe darüber/und!essen sie. Die Jralianer kochen sie mir Hammel-Fleisch/'wie die Raben und Pastinach; Die Engellander aberbereiten sie zu mit Oev Essg und Pfeffer / also jo«ensie die ehelichen Werck befördern / den Saamen meh-rer n^id^en^S^m^uchlM^n^ ch
abermeldet dzsp.Lzubinuz. baß diese Wurtzeln inBurgund verbotten seyn/ weilen sievermeynen/ daßdieses Gewachs /so man dessen zuviel geniess.t/den Aus-satz verursache.
2. Tarrusseln/oder gemeine Erd-Aepssel/ sind beyuns ei.ie 6-ii.stc, gute und nützliche Speiß in der Ku-chen/und können den gantzen Winter durch gebrau-cher werden: Man bereitet sie sürnemlich auf viererlei)Art: Erstlich/man siedet sie in Wasser mürbe/und wansie erkalret/so man ziehet ihnen die auswendigeHaut ab/alsdan Wein darüber gegossen/und lässet sie mit BM-ter /Saltz /M'.sscaten-Blüh nnd dergleichen Gewürtzvon neuen kochen/ so sind sie bereit.Iweytens/ kan mansie mit Hüner-Rind- oder Kalbfleisch - Brüh kochenund wü.'tzen; Oder über Kalb-Hammel-Rind-Fleisch/oder Himer kochen und anrichten. Drittens/ schnei-det man die abgssottne Tartuffeln in runde Scheib-lein/und pragelrs in der Pfanne in Oel oder Butter:Oder man schneidet Zwiebeln daran mir Wg / undlassets also durch einander braten. VierdtenS/ ma-chet man auch/so sie abgesotten/ mitSaltz/ Pfeffer/Essig und Oel / einen Salat daraus.
Am besten aber sind sie/so man6(wiedieIta-lianer pflegen) inTunichen oderVaßlein/ mit Roß-marin / Oel und Gewürtz (deßgleichen mit Lorbeer-Blattern ) einmachet ; so werden sie weit in andereLander verführet und für eine rare äsiiczt- HerrenLust gehakten.
z. rotunciug ksculSntus livSIrali, oder
grosser wilder Galgant/ist ein Geschlecht fast den Zu-cker Wurtzeln ähnlich/wird auch von den HollandernIndianische Zucker-Wurtzeln genennet. Hier ist die-ses Garten-Gewächse noch gar frembd / und wemgerbekandt; Es wird erstlich durch den Saamen/welcherim Frühling gesaet wird / wie die geineinen Zucker-Wurtzeln/än einen schattichten und feuchten Ort/wogut und mürb Land ist/und zwar allemal im WachsendesLiechts gezogen/so werden die Wurtzeln oderNuß-lein/ so daran hangen/ im Soinmer so starck / daß mansie im folgenden Winter kan zur Speise gebrauchen.Sie werden vor dem Winter ausg-graben / und inSand/ wie andere Zucker-Wurtzeln/ verwahret.
Im Frühling werden die jungen wieder in vorge-dachte Erden und Ort/ im Abnehmen des Liechks/alle-mal in einem irrdischen Zeichen/2.Zoll weit voneinan-der gepflantzer/ und mit Reinigen vom Unkraut / fleissiggewartet/ so kan man immerzu derer zur Speise nütz-lich und wohl gebrauchen/ auf Art und Weife/wiedieZucker-Wurtzeln. Den Saamen muß man zuvor ausItalien bringen lassen/ weil er hier nicht wachset. Eheman denselben säet/muß man ihn erst im Wasser/wor-unter nach Belieben/etwas süsser Wein gemischet/ein-weicden.
111. Theil.
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