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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
386
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Z86

D«! Adelichc» La»d- lind Felp-LcbcnS

<ken/darauf die gantze Nacht wol geschlassm/undamMorgen von allen Schmertzen frey aufgestanden.

Wider den Lenden-Srein'soll man Knoblauch ausgebrandtem Wem essen/oder drey Knobiauch-Zane in

sotre/ durch ein Tuch getriebe/un warm getruncks/rrel-bet den Stein/machet wol harnen/fördert den Frauenihre Zeit/ und treibet die Nachgeburrh aus.

Knoblauch roh oder gekocht geessen / ist gutwiderdie gelbe Färb am Leib nach der Geibsiicht. Die Zwie-bel recht destilliret zu einem Wasser / ist eine köstlicheArtzney wider die Wurme und Fäule.

8- Knoblauch-v^affr ist gut zu der schabichten'Haut / damit gesalbet / vertreibet die Schuppen aufdem Haupt/ und allerhand Flecken im Angesicht. ZuAschen gebrandt/ mit Honig vermischet / nach !xmBad angestrichen / vertreibt allerley Grind/ Masen/und Flechren am Leib/ und macht das ansfallendeHaarwieder wachsen >; Oder ein Salblein von Knoblauch/Saltz und Wein-Essig. Diese Afchm heilet die böse/offne/ flüssige Geschwar/ darein gesprenget. Widerdas Wehethun der Ohren von Kalte / Knoblauch inBaum Oel gesotten/warm eingetropssr / stillet denSchmertzen.

Knoblailch gesotten und gebraten mit Mastix undBertram/ damit den Mund gewaschen/ ist gut für dasZahn-Wehe; Oder in Essig oder Wasser gesotten/und den Dampffdavon empfangen / so es von kaltenFlüssen entsprungen/ hilssr wohl : Oder eine Zäe inAschen gebraten/und so warm mans leiden kan/aufden Zadn gelegt. Oder mit Weyhrauch und Kün-Holtz in Essig gesotten / und warm im Mund gehal-ten.

Wider das Podagra ein Experiment: Nimm denDarn von einem kleinen gesunden Knaben/ destillierihn/lege darein gestossnenKnoblauch/ vermache dasGeschirr wol / pulrm.-iers 4.Tag nacheinander/als-dann destilliers zum andern mal / dieses streiche mir ei-ner Feder auf dem Schmertzen. Wider die Biß derunsinnigen Hunde/nimm Knoblauch/ Feigenblät-ter/ Chamillen- Blumen / jedes gleich viel / in Wassergesotten/ zerstoßen und Pflaster-weiß übergelegt.

9. ?»rrum.welches auch Spanischer Lauch genen-net wird/ist eben nicht so gar gemein ; Esist einegargesundes Essen/und halten dieFrantzosen / wie auchdie Jtaliäner solches vor ihre allerbeste Suppen-Speise / wie es dann auch gewißlich nicht an-ders ist: dann wann man es in die Fleisch-Brühethut/und eine Suppen davon bereitet / wird man des-sen Güte bald empfinden. Man kochs an Rind-Lam-und Kalb-Flsisch ; man thuts auch in die Pasteren/welches wir den Köchen heimstellen. Wir wollen nurmelden/wie man es eigentlich psianhen soll / damit esfem dick und groß werde/ dann daran ist am meisten ge-legen. Der beste Saame wird aus Italien gebracht;Man kan ihn zwar auch bey uns gar leicht ziehen/aberer ist nicht so gut / als der jenige/ welcher jahrlich ausItalien kommt. Dann/ obs schon von der Art ist / soartet sich doch in diesen kalten Landen/wie andere Ox-wächse/ mekr aus; wie der grosse Fenchel / Holländi-scher/ oder Savoyer-Kohl/und dergleichen mehr.Wer

Lust zu diesen Gewachsen hat/der säet in FrüblmgdenE aamen/ wann andere Kuchen- Saamen gesaet wer-den/im Zunehmen desLiechrs/ auf ein Mist - Beet /und wartet es mit Begiessen Nissig; Wann es aufgin-gen/ und erwann einek> guren Fingers-lang erwachsen /so muß mans auf die Weise/ wie man die Seilen zu-pflantzen pfleget / in Grüblein setzen. Unsere Manierist diesem Wir setzen es in die Reyhe der Settern ; alseine Reyhe Sellery / und eine Rhephe Louch/Wech-sel-weiß/und begiessen es allemal; Im Verpf.antzenn.uß es einen halben Fuß breit von einander gefehltwerden/damit es Raum zuwachsen hat / und d>c:ewerden kan. Wann es nun Zeit ist/ den Sellery zubehausten/so behausier man den ?or ,um gleich mit/)emeh. und höher er wird aufgehauffer / je besser undgrösser er wird.

Er muß im Abnehmen des Licchtes/wieder Selle-ry i n einem indischen Zeichen gepsiantzel werden / sowird er wnß und groß / dann bey diesem Gewächsmuß man nur auf die Grösse handeln Gegen den:Winter grabet man denselbigen aus/und vei wahretihn >m Ke ller in frischen Sande / biß er zur Verspei-sung kan verbrauchet werden. So man will Ssa-men darvon ziehen/müssen von denen im Keller über-bliebenen/ im Frühling peinige in Garten gepfiantzetwerden/so werden sie folgenden Sommer ihren Saa-men bringen. Der Saame halt sich über zwey Jahrnicht.

Der Schnitt - Lauch wird im Frühling von ein-ander gerissen/und eintzeln/^ sein ordentlich wieder indie Reyhe in gut fett Erdreich / darinnen er sich über-flüssig vennehret/ gepfiantzet. Man kan ihn wol umdie Gange oder Beete/ da es nicht hinderlich ist/ pflan-tzen / und etliche Jahr auf einer Stelle stehen lassen/ehe er ausgenommen wird / und dieses darss fast garnicht geschehen/ es sey dann/daß man denselben vermeh-ren will. Er wächset alle Frühling von neuem wiederaus/ und kan auch in Mangelung derPfiantzen/vonsaamen gezogen werden.

Der Hall - oder Jacobs-Lauch wird im Julioausgenommen / und im Ariausto im Abnehmen desLiechts in ein gut mürbes / etwas feuchtes ErdreichReyhen-weiß/ nach der Schnur gepfiantzet/ allemaleinen halben Fuß breit voneinander/ so wird er wohlwachsen und sich vermehren. Man säet gemeiniglichRapuntzeln oder Lactuc-Saamen darunter/ um selbennoch vorm Winter jung zu gebrauchen/wie auch vonden kleinen runden Herbst - Rettichen. Im Früh-ling gegen den May / kan man anfangen/selbige zurSpeise zu gebrauchen/biß sie wieder beginnen harr zuwerden. Die übrigen kan man alsdann / biß zur Ver-pflantzung -Zeit/wann sie zeitig sind/stehen lassen/als-dann ausnehmen/ und um selbe Zeit / wie vor-gedacht / wieder verpflan-zen.

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