Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
385
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Dritten Theils Fünfftes Buch.

dem Fach in den weisscnZwiebeln ist/ um die Eichel desz Männlichen Glieds gewickelt / und ein wenig obendurchlöchert/ treibet den verstandenen Harn,j ^ z.Von dcm'Bafft derZwiebeln und seinem inner-und^ äusserlrchen Gebrauch ist dieses zu mercken. Es wird

> dieserSaffr zu vielen Sachen von denen ü uwribus be-! schrieben / fürnemlich aber ist er nützlich den jenigen/so

> mit der Pestikntz behafftet sind / und nach der Mey-^ nung ttaierii, also zugebrauchen : Man soll einei Zwiebel nehmen/sie oben aufschneiden und aus holen/

darnach ein Quintlein Thcriack darein thun / und in' heisser Aschen braten / wie zuvor auch gemeldet ist;

> Wann solches geschehen / soll man das Aeusserste ab-! schälen/und darnach eine Untz ober zwey Loth Grana-

ten-Wein oder Z/rupi uLeluütatis ciiri darzuthun/und den Safft auspressen/ zu welchen ausgetrucktenisafft man nehmen soll zwey Quintlein Tormentill-Wasser/ und dem Krancken zu trincken geben/darnachsoll er sich warm zudecken/ einen Schweiß zuhalten:Der gemeine Mann nimmt nur die gebratne Zwiebelund truckr sie aus/doch kan man ein wenig Cardobene-ditten^Wasser darzunehmen / dann also gibt sie mehrSafft von sich. Punk,» schreibet/wann man den SafftvonZwiebeln mit Fenchel-Saffr vermische/seye er son-derlich gut wider die an^angmde Wassersucht. Zwie-bsl-Saffr micVeil-Saffr den^'ungen Kindern einge-flässt/ rödtet und treibet die Wurm von ihnen. Zwi-bel-S.ifftmit Wein getruncken / fördert den Frauenihre Zeit.

4. Der au sserliche Gebrauch des Sassts ist dieser:Zwiebel-Saffr mir Hsnig vermischt und angestrichen/macht ein klar Gesicht/schreibet Ololcori^ss; ( Ver-treibet die Fell und den Anfang des Starens. Indie Nase gezogen / reiniget das Haupt vom Rotzund Schleim;) und vermeldet an selbigen Ort/wannman den Saffr mit Essig/ Rauten und Honig vermi-sche und anstreiche/ so heileer die Biß der tobendenHunde.

Zwiebel-Safft mit Hüner - Schmaltz vermischt/istgut wider die Schäden der Füöe/ so die Schuh wundgerieben haben/ daraus geschmieret» Das Haupt da-mit gerieben/ machet das Haar wiederum wachsend.Esmeldet weiter anftlbigenOrt / daß

man den Safft mit Rauten und Honig vermischensoll/ und den Hals damit bestreichen / sey gut wider dieDomain , wie solches auch k>Uniuz bezeuget. DieGülden-Ader mit diesem Saffr gerieben/eröffnet sie.Und so man den in die Ohren rröpffelt / machet er dasGebor wieder gut/ sonderlich / so man zerstossnen Fen-chel in eine ausgeholte Zwiebel thut/ bratet/und denSaffc daraus truckt. Also auch Romischen Kümmelgestosssn/ in eine ausgehölte Zwiebel gethan / gebratenund ausgelruckc/ und denSafftin dieOhren getropfft/stärcket das Gehör.

Zwiebel-Saamen zerstoßen mit warm Wasser imMund gehalten/ todter die Wurm in den Zahnen/und treibt sie heraus. Der Safft mit Essig vermischt/und an der sonnen angestrichen / vertreibet die weisseundschwartze MasenamLeib. Zwiebel - Safft mitEssig vermengt/ und in die Nasen an sich gezogen/ stil-let das Bluten; W-'lches auch einZwibel entzwey ge-

schnitten/und für die Nasen gehalten/ thut. Widerdas Podagra/da keine Geschwulst/ schmiere das OrtmirZwiebel-Cafft/ streue schwachen Puffer darauf/subtil gepulvert / darnach netze einen schwamm inWein/ darinnen Kümmel gesotten ist / und binde esaufdas Ort: Dieses ziehet die böse Feuchtigkeit ausden Gliedern zur Haut heraus/ und zerthci'et sie.

s. Die Schalotten werden im Herbst/ um Michae-lis/ ini 'Abnehmen des Liechtö / in gut lucker / ftndigesErdreich/ordentlich nach der Schnur/in die Beeten/allemal 4.Zoll breit von einander/und z.Zoll tieffge-pflantzet/so werden sie ins künsstige Jahr wol wach-sen und sich sehr vermehren. Man kan sie auch wolim Frühling erst pflantzen; wir halten ee aber im Herbstvor besser. Um Jacobi werden sie wieder ausgenom-men/wann das Kraut oben welck mch dürreist / als-dann kan tnan sie auf einen lüffligen Boden von ein-ander legen / sie von Unflat reinigen und von einandertheilen. Die grossen kan man zur Speise/ die kleinenaber zur Verpflanzung verwahren. Man kan sie son-sten wohl stehen lassen 2. oder biß in das zte Jahr/ehe man sie auLNimmt / sonderlich wo es gut trockenund sandiges Erdreich giebt / so werden die Zwiebelndesto grösser.

Wann man darvon gebrauchen will/ so kan man soviel nöthig ist/ausnehmen / und die andern stehen las-sen: Auch müssen sie im Sommes vom Unkraut fleis-sig gereini-.;et werden. Sie werden über dis auch wolvonden Saamen/ welcher aus Italien oderFranck-reich gebracht wird/ erzogen, solchen säet man aufgleiche Weise mit den Zwiebeln in ein gutes und sandi-ges Erdreich im Abnehmen des Liechts. Doch/ weilman von den jungen Absätzen so viel übrig hat/also istes nicht nöthig/ solche vom Saamen zu ziehen.

6. Der Knoblauch hatBlatter/die etwas schmalersind dann der Lauch/ zu beyden Seiten scharff: DerStengel ist rund/ glatt und hohl / an dessen Gipffeldie Blumen und Saamen wie an der Zwiebel gestal-tet/so erst im andern Jahr hevfür kommt. Die Wur-tzeln ist wie eine Zwiebel / aus vielen Zaen oder Ker-nen zusammen gesetzet / deren bißweilen auf die dreis.sig zwischen den dünnenHäurlein verschlossen/amKopswachsen viel kleine dünne Härlein heraus.

7. Der Knoblauch wird geessen nicht allein wie eineSpeis»/ sondern auch wie eine Artzney: Aber der star-cke Geruch bekommt übel dem blöden Hirn/ machettrübe Augen/ beweget Zorn/ fördert den Schlaff undDurst. Den Geruch nach dem Essen zu vertreiben/essen etliche grüne Rauten darauf; andere eine roheBohne; etliche eine gebratneMangolt-Wmtzel/oderPeterlein/ oder Eppich: Diese Stück benehmen denGestanck und Dampffung in dem Haupt. Er erwär-met und trocknet den kalten und feuchten Magen/ zer-theilet die zähe Feuchtigkeit im Leib/eröffnet dieVer,stopssung/ und vertheilt die Winde; Dann / (Z->icnuzschreibet von einem Bauren / dem die windige Darm-Gicht viel Leids gethan: Wann sie aber ihn ankom-men/ hat er sich starck gegürtet / und Knoblauch mitBrod geessen/sich geübet/nichts getruncken/ biß aufden Abend / alsdann hat er einen guten Wein getrun-

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