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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
383
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Dritten Theils FünfftcS Buch.

Z8?

dergleichen drey Theil Zucker nimmt/und zu den süssennur zwey Theil.

Der Pöpel« Salat bestehet ausWurtzeln/gleichden Erd-Castanien / selbige sind uneben und erkicht/von Farben auswendig grau-schwartz / und wann siewelck und dürr werden/werden sie auch runtzlicht ;,nn-wendig sind sie voller Marcks/eines guten/süssen undlieblichen Geschmacks/ gleich wie die Castanien/undPasteNach durcheinander vermischt / die Blätter sindschmahlund tieffzerschnitten/ unten her etlicher massendemCoriandez gleich/und oben aus kleiner/dieStengelwerden anderthalb Spannen lang/ die Blumen sindklein und weiß/die blühen im Augustmonat/ auf Cro-nen undSchatthütlein/ wie dieCronen desDillkrauts/wann die vergehen / so folget der Saamen/ welcherkleiner ist/ dann der Aniß/von Farben schwartz-grau/

und wohl-riecheNd. Dieses Gewächs findet man nicht^ allein (wis unser^utormeldet) in Oesterreich/sondernauch hin und wieder an vielen Orten TeutschlandsinAsckern/ Feldern/ und Wein-Garten/ sonderlich aberin der Churfürftlichen Pfaltz / in dem Altzeyer-Amt /bey der Stadt Odernhemi aufSt. Peters Berg/ undden umliegenden Aeckern und Wein-Gärten.

2. Diese Erd-Castanien werden von dem Bauers,Volck rohe gessen/ sie sind aber anmuthiger/so mansie in der Aschen bratet/ und mit Saltz isset/oder abersonst kochet. So man die Wnrtzeln schählet/darnc>chmit ein wenig gestossnem Pfeffer in einer Fleifch-Brühsiedet/zu einem Vrühlein / so ist es eine anmu-thige undiiebliche gesunde Speiß / dann sie näh-ret den Leib wol/ und bringetLust zuehelichen Wereken.

dA?. XIV.

Voin Meer-Rettich oderKrecn /RapulihellNind Steck-Rüben.

i. Er Meer-Rettich ist zwar ( schreibt Heß inseiner neuen Garten-Lust) ein gemein undüberallbekannt Garten Gewächs / dan-noch ist an saner Psiantzung viel gelegen / wenn er sollrecht groß und gelinde gegessen werden. Er wird vondenjungen Faseln im Frühling/ welche Fingers-langzerschnitten sind / ineingut/fett/feucht-und lüfftigesErdreich/im allen Liecht/in die Lange 2. Finger tieff/nach der Schnur/ allemal einen halben Fuß breit voneinander eingeleget / und hernach das Land vom Un-kraut fkißig gereiniget Im Herbst/ wenn das Landgereiniget ist/ kan man alten kurtzen Mist darüber brin-gen/und solchen im Winter durch liegen lassen. Danndurch die Einziehung der Fettigkeit aus demselben wirdder Meer-Rettich gut/groß und lieblich zu essen. Manmuß an mehr als einem Orte/ Stücke voll anlegen/damit mn Stück allemal z.Jabrmit Frieden bleibenkan/ehe man dieWurtzel ausgräbet/so werden sie schöngroß/ frisch und wohl-schmeckend. Das Land mußim Sommer wol vereiniget/ und gegen den Herbstaufgehacket und getünqet werden / wie allbereit erweh-net. Solches ist die kurtze und richtigste Anweisung/Meer-Rettich zu ziehen. So weil Heß.

2. Die Wurtzel des Meer-Rettichs ist viel hitzigerund kräfftiger/dann des gemeinen Rettichs: Daherosie auch biß in den dritten Grad hitzig und trocken ge-achter wird. So man aus der Meer-Rettich - Wur-zel sieben oder mehr Scheiblein schneidet/und dieseüber Nacht in ein Maaß weissen Wein leget / dennfrühe getruncken / treibt gewaltig den Stein undHarn/ auch die Frauen-Zeir.

Es haben die Alten eine besondere Artzney gemacht/aus dem Meer-Rettich / so sie zu dem Haupt-wehe ausKalte gebraucht haben / nemlich also: Man schneideMeer-R.ttich-Wurtzeln klein/ dörre sie an einem war-men Orr/darnach stoß man sie zu Pulver: SolchesPulver soll man nehmen einen Löffel voll/und demKrancken in einemTrunckWeins zu trincken eingeben:Darnach soll sich der Krancke zu Bette legen/ und wol

darauf schwitzen: Dieweil aber der Meer-Rettich denAugen schädlich ist/ hat man sich wol fürzusehen/daßman solchen nicht gar zu offt brauche.

?. Meer-Rettich mirHaarstrang im Waßer gesot-ten / das Haupt damit gezwaget / macht das Haarwachsen. Zerstossen und mit Honig vermischt/ heyletdie Mund-Faule. Mit Rautsn-und Pfeffer-Oel zer-stossen/und den Ruck-Grat damit geschmieret/ hilfftwider das Schnaudern im viertägigen Fieber. MitSaltz zerstossen/ und aus die Puls- Adern gebunden/hevler das dreytägige Fieber/ der Leib aberM zuvorrecht purgiret seyn. Dieses Kraut im Wein gesot,ten / mir ein wenig Oel zu einemPflaster gemacht/undübergeleget/ erweichet die Karte Leber und Miltz/ undvertreibt das rröpfflichte Harnen. So jemand nichtharnen kan/ so zerflösse mnn die Wnrtzeln klein/röstees im Butter/legs also warm über die Scham: Überdie Hüffc gelegr/ dienr denen/ so mit dem Hüfft-Wehebeladen sind. Meer - Rettich in Wein geworffen/ solldenfelbigen zu einem Essig machen.

4. Es wird auch eine nützliche Latwerge aus demMeer-Rettich zrkbereitet ( welche doch denen Augennicht wol bekommt) nemlich also: Man nehme einenTheil der reinen gesäuberten Wartzein/ schneide sie zurunden Scheiblein/ - dampffe sie in einem verglasirtenHafen mit gutem firnenWein/ etlichethnn auch Es-sig darzu/ biß sie weich werden : D wnach treibe das-selbige durch ein Tuch / dam t das Feuchte oder derI.iq uor davon komme: Dieses nehme man ein Pfund/geläutert Honig anderthalb Pfund ( etliche nehmen. halb Honia und halb Zucker) laß es bey einem gelin-den Kohl Feuer sieden/ und statigs umrühren/ biß eszu e ner Zatwergen dick werde: Darnach/ wann es! einwenig erkalter ist/ rhueman darzuZimmet einLoth/Jngberanderthalb Loth/ Cardomomi / Cubeben/Negelein / Muscarnus / jedes anderthalb Quint-lein/ und vermische es durcheinander. Diese Larwer-ge ist sonderlich gur den Grieß und Harn zu treiben /und den Stein zu brechen. Etliche zerstossen den

Meer,