Dritten Theils Funffteö Buch.
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vi.
Nöthiger Unterricht von bequemer Zeit und Gelegenheit / wann
und wie man allerhand Knchen-Kranter säen solle / und nach wieviele»Tagen auch ein- und anderer Saamen auszugehen
pflege-
^vüperstion/KÜlicntxund Würckungen regieren/
vevgrössern/ verkleinern/ vermehren/ vermindern/ bes-ser und geringer machen.
2. Die feuchten und nassen Gründe/ desgleichendie / welche die Flüß-Wasser feuchten oder wßäern /sollen allezeit im neuen Lieebt besäet weiden / dann dieholdseelig-neu-angehende Jahrs Zeit empsahet gleich-sam den herfür-wacksenden Saamen: Au dem magihnen die TrockneZe»! des Sommers / von wegen dröGewässers/ gar nichts schaden. Die jenigen Gründeaber/ so grossen Mangel an Wasser haben/zu demeauch das Wasser beschwerlich dahin zu bringen ist; Daist am besten/ daß man solcher Orten allezeit »m Herbstsäen lasse. Es möchte zwar auch im Frühling gesche-hen/doch mit demBeding/daß man das Erdreich drey-erSHuhtiffer graben lasse. Wegen des Wasser,Mangels wäre das beste Hülff-Mittel/ daß man dasSchnee und Rgen-Wasser/welches Winters-Zeitzu fallen pfleget/ fleissiq aufbehalten möchte. Wannman im Sommer - Quartal säen will/ so muß es «mHeu-oder Augustmonat geschehen/ wann der Mondim Wachsn oder Zunehmen ist. Will man aber imHerbst saen/ so thue mans allwegen im Hetbst undWeinMnat. So man dann zur Frühlings-Zeit sä-et/so niuß es im Hornung und Mertzen geschehen.Aber in kalten / frostigen / und rauhen Ländern undOrten/da die Sonnen-Strahlen nicht zu hitzig nochzu starrte scheinen/ solle allezeit die Frühlings-Saatspat/ hergegen d-eHerbst-Saar desto früher geschehen;Also im Gegentheil soll man in warmen und heissenLän-dern mit der Sa ina i>n Frühling eylen; Zur Herbst-Zeit kerentgegen etwas säumig und desto später bestel-len lassen. Aller Saamen geräth jedes mahl besser /wann er bey temperirter oder mittelmässig - warmerZeit/ als bey frostig-oder allzu hitzig und durrer Zeit ge-säet wird.
z. Folgende Krauter/als Kvchl-Spinat/we ßWegwart/ oder Cichori/ Knoblauch/ Lauch / undZwiebeln sollen im Herbst gesäet werden /, dann sie mö-gen dieKalte wol dulten und erleiden. Nachfolgendeaber / als Kohl/ Senff/Kreß/Coriander/Mör-odergelbe Rüben / teck-Ruben oder Pfeiter-Rüblein /weiß und rothe Rüben/Rettich/Pererlein/ Fenchel/und anderedergkichen mehr/ welcher Wurtzeln undKraut man in täglichen Suppen/oder sonst in der Kü-che und zur Speiß gebrauchen kan/mögen so wol imHerbst als Frühling gesäet werden. Sie gerathen aberallezeit viel besser/wann man sie an warmen und heis-fen Orten im Heumonat/ m temperirten und Mittel-massigen im Augustmonat / in kalten und frostigen a-berim Hsrbstmonat säst. Lattich/ Sauerampffer /
meisten Kuchen-Kräuter/sonderlich aberwas in dem Erdreich wachsen und starckeWurtzeln gewinnen soll / müssen um dasne ie Liecht aesäer werden: welche Regul bey Rüben/Rettich/ Pastenach und dergleichen mehr zu beobach-ten ; Hcrgegen/ was über der Erden in Kraut/ Sten-gel und Frucht wachsen soll/als Köhl/Kraut/ Erbsenund dergleichen / muß um das volle Lischt gesäet undgepflantzet werden. ^5>onst ist eine allgemeine Regul/daß die meisten Küchen Kräuter und Gewächse wollenim zunehmenden Monden/ und zwar von dem erstenTag/ biß an dem sechsten/ gesäet / dergleichen auch ver-pflantzet/ oder versetzet werden; Dann / welche Kü-chen-Kräuter oder Gewächse im abnehmenden Mon-den gesäet werden/die wachsen entweder langsam/oderschlagen gar um/werden untüchtig und verderben.Zudem geschieht es auch offr und viel / ohnangesehen/ daßder Saamen/welcher im zunehmenden Mond gesaetworden/ auch noch über das an sich selbst gut/schön/dick/vollkommen/auch innwendig weiß/nicht verlegennoch verdorben ist: Jedennoch/so ein böseroderwidrige (.onttcliition vorgehet/solche gleichwolverursachet/ daß solcher Saamen nicht zunehmen/wachsen/und wie er soll/über sich kommen will.
Wiewohl nun zwar einige mit ?aii^io wi-driger Meynung sind/als welcher will / daß das Erd,reich / welches an sich selbst gut/ auch milde und gelin-de Lusst hüt / und zu dem mit guten springendenBronnen-Wasserlein befeuchtet und besprenget wi^d/von sich selbst gut und fruchtbar sey/und dahero keinersonderbaren Lehr oder Regul / wie man sich im Säenzu verhalten habe/ gebrauche. Doch gleichwol / kön-nen uns keine Feld-und Garten-Verständige vernei-nen/ sondern müssen vielmehr folgende zwey Stückebekennen und zugeben: Erstlich: daß alles das jenige/was gesaer oder gepflantzet wird/zwey äusserlich« Din-ge hab?: das eine ist die Wurtzel/welche mit demErd-reich ihre Gemeinschafft hat: das andere aber ist derStengel samt dem Kraut oder Laub/welches auch sei-ne eigne Luffr und der Planeten lr.kucm? oderHim-mels-Lauff hat. Für das andere / so müssen sie auch /als vernünffrig/bekennen und zulassen die Oblervanv-ncs oder Bemerckungen der Himmlischen Cörper/was derselben Aufsteigen/Lauff und Ruckgang / Zu-sammenfügung m/und Gegenschein / deßgleichen auchgesechsten -gevierten - und gedritten - Schein betrifft;Nicht weniger müssen sie auch Statt finden lassen denLauffund die Gestalt des Mondes/als welche alle ihresonderbare Würckung haben/ und das jenigs / so imErdreich verborgen lieget/Herfür bringen/deßgleichenauch was gewachsen ist / alles durch ihre Himmlische
Burtzel-