Des Adelichen Land 'Unp Feld Lebens
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Breite nach gegen Mittag/wie bereits vor gemeldet/man zwey nehme ; Dafern selbige aber sich zu lang be-finden/soll man sie in Mitten durchschneiden/ daß siealso vier geben/jedes in der Breite/ wie schon ange-deutet ; Die twey äussersten könnte man mit man-cherley schönen Blumen-Krautern besetzen; Hintenherdann/gegen Mitternacht/ sollein gleich weiter Platzabgezeichnet/ aber nur zwey Beete daraus iormirerwerden/ das eine für Kapis-Kraut (Weis- Kraut/Koj>f Kohl oder weisser Kohl) und Kohl; das ande-resur frühe Rüben und Rettich/ weilen dergleichenGewächs viel einen mehrern Platz/oder grössern/alsandere erfordern.
Der innere übrige Platz soll der Lange nach abge-theilet werden ; wann es aber irgend zu lange Beetegeben möchte/ sollen selbige gleichfalls inderMittendes Gartens getheilt/und also eine Creutz Furche oderSpatzier-Gang dardurch gemacht werden/derselbe/wie auch die Furchen/ den Kripften nach / sollen z. in4.Schuh breit kommen/ die andern aber nur andert-halbe/oderauffs höchste-.Schuh breit seyn.
»r.. Die Beeten sollen fein ordentlich/ jedes mitseiner sonderbaren Gattung Saamen besäet/ und der-selbe nicht untereinander vermischet / noch das Hun-derste unter das Tausendste geworffen/und also einMischmasch gemacht werden; Ausser dem/ wao mannicht lang la^en stehen / sondern bald ausziehen will.Die erwehnren Kripffen/ können gleichfalls an denenOrten Verronnen wohl gelegen/ mit schönen Blu-men gezieret werden/ (sonderlich / wo kein absonderli-cher Blumen-Garten vorhanden) an schatrichtenOr-ten aber mögen sie mit Mayen-Blümlein/Erdbeeren/gefüllten Schlüssel-Blumen / wie auch etwann mitActzney-Krautern/ als Hirschzung/Alantwurtzeln/Weißwurtzeln/ u.a.m. welchen der^chatten nicht un-angenehm/besetzet werden.
z. Andere lassen sich eine andere Abtheilung belie-ben/ so zwar auch nicht unbequem scheinet/und folgen-der Gestalt praüiciret werden kan: In Mitten desGattens soll man dieGeländer oder Beete austheilen/also daß die Kraut- Kohl- und Ruben-Beere den grö-sten Raum oder Platz in sich begreiffen. Darnach sollman zwey andere darneben graben / und eines mitzweyerley Rettich-Saamen/ dds andere aber mit klei-nen Steck- oder Pfeffer-Rüblein / weiß - oder rothenRüben/ Meer,Rettich/ oder/nach jedermanns Belie-ben/ mit etwas anders besäen.
Wann nun solches geschehen / so soll man einenGang oder Weeg drey Schuh breit richten/ und her-nach erst andere sonderliche Beetlein/als zum Spinat/(oder grün Kraut) Mangolt/ Molten/ Sauerampf-fer/Stein-Klee/ Senff/Fenchel/Pelersil. u.a.m. an-stellen.
Dann wiederum einen andern Weeg drey Schuhbreit/sormiren; Alsdann ebenfalls ein geviertes Beetfür Lauch; darneben aber zwey andere für Zwiebeln/Knoblauch/ oder sonst für andere Gewächs / das run-de Zwiebeln oder Wurtzeln träget / desgleichen auchzuPastenach ( Welschen-Peterlein)machen lassen.
> Disseit solcher Beetlein soll man wiednum einengros-sen Spatzier-Gang vierthalb oder vier Schuh breit
tormiren/ und darnach viel andere Be etlein anrichten/darein man allerhand schmackhafftig- und wolriechm-de Kräuter undWurtzeln/auchWinterische Eß-Kräu-ter oder Küchen-Speisen säen könne.
Es wäre auch nicht unbequem / wann man ein son-derliches Beetlein für Salbey/ eines für Asop/ ein an-ders für Majoran/ desgleichen für Roßmarm/ Thi-mian/ Lypreß / Saturey/ Frauen- Müntz / Basilien/Lavendel/Spick/Poley/auch eine Art Chamillen/undanders mehr anrichtet/ als deren Kräuter alle/mansich nicht nur nützlich in der Küchen / sondern auch imHaus zur Ärtzney össters sehr wohl bedienen kan.
4. Die Geländer oder Garten-Beere soll manall-wege gegen die Mittag-Sonne richten/und ziemlicherMassen hoch machen / das Erdreich mit gutem Roß-oder Rind-Mist tungen und untereinander vermen-gen/ dann also den Grund eine Zeitlang unbesaet lie>gen lassen. Hernach ein Geländer oder Beet im Mer-tzen bey zunehmenden Liecht / mit Lattich / Bortzel-Kraut/ und andern Salat-Krautern ( dann sie gehmi>n Mertzen so wohl und sichrer auf/ als im Hornung)besäen; wann sie dann Fingers-hoch gewachsen sind,soll man sie versetzen/und in ihre eigene Beetlein ver-pflantzen. A»n Ende des vorgemeldten Geländersoder Beetes/ohngejehr zwey Hand vom Rand/magman Artischocken saen.
Nö. Ein sonderlich Geländer oder Beet/ soll manauch für allerhand lieblich- hoidseelig und wohlriechen-de Kräuter machen/ als welche man des Wmrers dörroder trocken zur Küche behalten / und sich deren zurtäglichen Speisi in Suppen und Brühen bedienenkan. Man mag auch mit solchen die Rande am Blu,men-Garten: deßgleichen/waun man Jr:-Gartcn an-leget/ functiren/umsetzen und zieren. Dergleichen sind/der Roßmarin/ der Majoran/ der Salbey/ der satu-rey / oder Thymian/ der Bastlien / Garten - Balsam/Frauen-Müntz / und anders mehr.
Die Citrullen/Cucumern/ oder Gurcken/ deßglei,chen die langen und runden Kürbisse / soll man in einander Geländer oder Beet/ gegen dem lebendigenHag oder Reben- Gezelt zu / Den und setzen lassen.Noch ein ander lang und schmal Beet aber soll manvon allerley Art Melonen, Saat besäen/ dieweil mandiese zum öfftern besprengen/und derselben WurtzelnWasser geben muß.
nu. Was Art Kräuter-Werck man aber nichtversetzen / sondern in ihren Beeten verbleiben lassenwill/als die Cucumern oder Gurcken/Melonen/unddergleichen Früchte/ dasselbige soll man mittelmäsiigzertheilen/ und mit laulichtem Wasser/ das nemlich ei-ne Zeitlang an der Sonn in besonderen Geschirrengestanden/und etliche Tag vorher geschöpfft wordenist/ össters sonderlich bey dürr und Heissem Wetter/be-giessen; Wiewolen fast alle Garten-Kräuter und Ge-wächs/welche man in die Beeten oder Geländer säet/wiederum versetzet seyn wollen : Solche Verpfian-tzung aberverursachet/daß dieKüchen-Kräuter/Früch,te und andere Gewächse desto frecher wachsen/auch schöner/grösser / besser undschmackhasstiger wer-den.