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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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364 DeoAdelichenLand-und Feld-Lebenö

Die Mft-Beettmifunterj

i. Er ein Mist-Beet will machen/der kan esZUWaufunterschiedliche Arten verrichten. Uber-«iTBKdie jenigen Manieren / welche unser ^urorbeybringet/ können nachfolgende beobachtet werden:Man grabet im Garten an einem solchen Ort/ wo dierauhen und scharffev Winde/ vermittelst einerWand/können zurück gehalten werden/und er die gantze undvöllige Mittags-Sonne hat/einen Graben / etwann/nachdem der Ort hoch oder niedrig lst/^oders.Schuhtieff/die Breite aber soll s. Fuß seyn/ die Lange weifetder Ort selber / und kan es ein jeder ss lang machen /als es ihm beliebet. Will man z. oder 4. in einer Rei-hehaben/ so muß 2. gute Schuh breit ein Gang da-zwischen gelassen/ werden. Wenn solches gethan ist/sosoll man Eichene/ oder in Ermanglung derselbenTännene Bretter nehmen/zuvor aber jede Ecke / undin der Mitte eichene Pfahle / so dicke als es nöthig/ ein-setzen/und alsdann die Bretter von Grunde aus femgleich und gerade annageln/und damit ausfüttern /biß etwann 2. Fuß hoch über Die Erde/ doch/ daß esgegen Mittag etwann ein halben Fuß niedriger/ als ge-gen die Nord-Seite gelassen werde: damit esschrög.wird / und gegen den Mittag den Widerschein derSonne haben kan. Wann nun solches zugerichtet /und mit Brettern ausgefüttert ist/welches am bestenimHerbst zu richten ist/weil man gemeiniglich imFlüh-ling/ um selbe Zeit/da es geschehen müste/ wegen desFrosts noch nicht in die Erde kommen kan: Alsdannkan man im halben Februario/ nachdem der Winterkalt oder gelinde ist/ es auf folgende Weise ferner zu-richten: Nemlich/man muß vor allen Dingen dahinsehen/ daß man frischen/ trocknen/ reinen Pferd-Mist/welcher an einem trocknen Orte aufeinemHaufen gele-^ gen/ undseineKraffre undWarme noch alle in sich hat/so viel nötig darzu bringen lassen/ alsdan lege man den-selben ordentlich mit einer Mist-Gabel Lager -oderSchicht-weiß hinein/und trette alle mahl so viel mög-lich ist / es dick aufeinander^ daß es an allen Orthendick werde; Hernach so lege er wieder einLager darauf/und trette wiederum denselben so dick es s yn kan /gleichem/ und giesse dann mit etlichen EymernWai-ser darüber her.

Nach diesem folget ferner die dritte Lage / oderSchicht/so ebenfalls muß wie die vorigen dick einge-treten werden; Und alsdann die Vierdte / biß es al-so etwann einer Hand-breit unter die Bretter mitMistausgefüllet ist/alsdann muß die oberste Lage mir kur-zem altenKühe-Mist fein gleich/ etwann zweyZoll hochuberleget/und dickt getretten werden; hieraufkan manwiederum etliche Eymer Wasser darüber giessen/ da-mit der trockne Mist desto besser sich erhitze. Folgendsman mit den darzu gemachtenSrroh-Decken es etlicheTage zudecken/ damit der Mist sich erhitze/ und kanman in wehrender Zeit/ die Erde/so darauf soll / zubttreiten/welche von verfaultem Mist/Holtz-und Säg,

. IV.

Span-Erde/ durcheinander gemenget/ und durch einSieb/ welches Trat oder Holtz gemacht ist/ gesiebetwerden muß: Diese Erde soll man;wey gute quereHände hoch fein ordentlich darüber schuttm/und gleichmachen: Uno wieder 1. oder 2.Tage warten/ aisdanmir einem Finger/ darein fühlen/ ob die Hitze weg / undes zum Besäen gerecht ist. Alsdann kan man inGOt- ^tes Namen im Zunehmen des Liechts und luffrigenZeichen darein säen/ was jedem beliebig ist/als vonallerhand frühen Kopss-Salat/Rud:s und Monath-Rettichen/ Sellery/Porro/ Blumen-Kohl / frühenweissen Kopffkohl/Majoran/Basilicum/und allerhandBlumen-Saamen.

2. Auf eine andere Weise kan man vorn gegen denMittag etwann 2. E-chuye tieff/ und einen halbenSchuh breit eine Grube machen / solche mit Pferde-Mist dicht aussüllen/ und gute Erde 2. Hand-hochdarauf legen / und alsdenn von den niedrigen Frühe-Erbsen darein pslantzen/ und solche die Nacht übermir denen darzu gemachten schmahlen Decken zude-cken/ so kan man gar früh Erbsen davon bekommen;Hinten an die Nord-Seiren/ und an beyden Enden /gegen Morgen und Abend/ kan man Kressen-lind Sa-lat-Saamen säen/um solche frühe zu gebrauchen.Willman/ so kan man auch nacb der Schnur geradem derMitte der Lange nach eine Furche machen / um Melo-nen mir dem vollen Mond/ wenn solche zu wachsnanfangen / und dasLand emnehmenwollen / darein zulegen; Mittler Weile kan mandie jcnigen Dinge/sodarein gesäet / weg thun/ und an andere Qerter ver-pflantzen. Wer aber so vielKosten eines mnBretterneinzufassen/ nicht anwenden will/ der kan nur bloß/ wieerst gedacht/ ein Loch in die Erde graben lassen/ und sol-ches ohne Bretter mitMist/ etwann2. oder?.Schuhhoch über die Erde ausfüllen/ und Pfähle darum indieErde schlagen/und oben umher mit einem Bret ein-fassen: damit die Erde nicht herabfalle; Oder manmachet es nur der Erden gantz gleich/doch alle mahl ge-1gen der Nord-Seite um einen halben Scbuh höher / ^als gegen den Mittag / damit es einen Widerschein /wie bey den vorigen gedacht/ haben kan. Darum mußman aber eines Schuhes hoch ein Gelender machen/damit man die Decken kan darüber legen. Ist nunkeine Malier verbanden/ so muß man solche an ein Ge-bäude machen/ damit sie vor dem Nord-Wind ge-sichert sind/ und die völlige Mirtags-Sonne habenkönnen.

?. Man kan auch die Mist-Beete bloß aufdieErdemachen/ohne Ausgrabung der Löcher; Diese Artenaber werden gemeiniglich nur zu denen Melonen ge-brauchet. Wenn aber keine Mauer/Wände oderGebäude in einem Garten verHanden/und der Gartendem Nord-Winde sehr unterworffen wäre/ so müsteder Garten-Herr nothwendig Schirm-Wand / vsn! Mauren oder dicken Brettern/so dicht in einander ge-füget