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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
363
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Dritten Theils Vierdrcs Buch-

könne/weil es dann/zumals wegen der vciicatc^s ammeisten gilt.

z. Ferner die Gestalt und Form des Kuchen - Gar^tens belangend/ halten erfahrne Gärtner darfür/ daßes besser und bequemer sey/wenn derselbe etwas längerals breit/ oder aber durchaus gevieret abgezeichnet undzugerichtet werde/ wegm der Spatzier - Gange/dieman in einem länglichren Garten / viel bequemer undanmuthiger anstellen könne; A>so daß/ wann ein Gar-ten etwann 4s. Schuh breit/ so soll er in dieLänHe6s. oderys.haben; Soer aber 6o.^>chuh breit wä-re/ so muß er wenigstens 90. oder i c>o. lang seyn. Undso fort an/je nach Beschaffenheit und Weite des Pla-tzes/weil man ebennichr ltnÄ^c.ebunden ist; sinte-mal)! es einem jeden frey stehet/ sich nach derForm undManier / so ihme am besten beliebet/ auch dieGelegen-heit oder Gestalt des Orts mitbringen mag / zuren und zurichten; Mann im übrigen der Garten nurrecht zugerichtet / und/ wie es billig seyn soll/ gebauetwird.

4. Von Abtheilung des Kttchen-Gartens hier auchetwas zu melden / ist solche Abtheilung bey weitemnicht so künstlich / wie im Blumen-Garten/ sonderngeschieht schlechter in länglichten Beeten/ denn nunviel oder wenig/ nach des Raums Gelegenheit / undGrösse tnrmiret und angerichtet werden; Die Breiteaber der Beeten ist insgemein nicht über 4. Fuß einerRheinlandischen Ruten; Damit man iinJätten oderMieden die Mittel-Linie mit der Hand von beydenSeiten bequem erreichen möge; Wo derPlatzgroß/so kan man einen breiten Creutz-Gang in der Mittenzum Spatzieren machen. Die kleinere Steige aberzwischen den Beeten bleiben schmahl/ wie gebräuch-lich/ ohngefehr anderthalb Schuh breit/ sder wie essonst emem jeglichen gefallen mag.

s. Die Beschaffenheit und Zurichtung des Grund ^und Bodens betreffend/ so ist zu förderst zu wissen/ daßnicht ein jeder Grund und Boden zu einem Kraut-oderKüchen-Garten gut und tauglich sey/ dann/ wann ent-weder der harte ungeschlachte Letten/oder der magereSand-Grund allzusehr fürschlüge / und die gute Er-de übertrefften/ so ist dann solch Erdreich den mehrernTheils Gewächsen im Kraut-undKüchen-Gärtengantzlich zuwider/ und innrem Wachsthum verhin<derlich. Der beste ift< wie mit unserm äutorc fast al-le Garten - Verstandige davor halten) ein schwacherG-'uild/der nicht laimigt/ kreidigt/ steinigt/noch naß/dann derselbe allem dem / so darein gesaet/ oder ge-pflantzetwerden mag / sehr angenehm/ daß auch dieKüchen-Krauter besser und vollkommener Herfür spros-sen und aufwachsen.

Wann aber auch schon bey einem andern ForwerckoderLand-Gut sich ein Platz befindete/ da man zwareinen Küchen - Garten anrichten könnte oder wollte /der Grund aber nicht am besten beschaffen wäre / soll

man doch deßwegen sich nicht abschrecken oder denMuth sincken lassen/ sintemahl solcher Mangel/)urch Ernst und Fleiß des Eigemhums-odel Grund-Herrn/ gar wohl kan und mag ersetzet und verbes-sert werden.

Die Zurichtung des Grund und Bodens nun be-treffend/ wofern derselbe von Natur schwartz und gutist; Bestehet nur darmn / daß er ohngefebr zweenFußtlchaufgehacket/ wolzerklopffet/ von allen«Vtei-nen und Wurtzeln sieissig gesäubert/ mit altem langverfaulten Mist vermenget/ und also ein Jahr langunbesäer gelassen werde; So wird dasselbe Erdreichhernachmahls seine Gewachsen nur vollkommener^chönheil und Nutzen sich geben. Ist aber derGrund/ wie « llererst erwähnet/büß und mangelhaft/so muß er / und zwar vor der Mistung/ erstlich fvigcn-geiwer Massen verbessert werden:

1.) Wo harter/ungeschlachter L'.tten/und laimig-ter Grund vel Handen/ muß solcher zweyFuß tieft ein-gehacket / und mit einem guten Theil Sund - G undvermischet werden / so wird er alsdann d,e P istungdesto besser annehmen / und nutzbar werden. Nochbesser aber ist es/ wann nach solcher Zubereitung/daserste Jahr El bsen hinein gesaer werden: das machetden Boden mild / und reiniget ihn vom Unkraut. 2.)Ist der Grund oder Bod.n allzumager/oder sündigt/so thut das Gegentheil nemlich nach geschehener Säu-berung/ menget ihn mit Laim oder Letten / welcherden Sand-Grund dergestalt temperirt/ daß er die dar-auf folgende Mistung krafflig ansich ziehet z.) Eingar zu steinigter Grund soll gleichfalls zween Fuß tieffaufgehacket/ und nachWegwerffung der gröster.Stci-ne/ durch eine Harcke/ womit die kleinen Sterne auchdavon kommen/ gerollet/ und endlich gemijler werden.4. ) Äst der Boden dann gar zu naß / so muß mandie übrige Feuchtigkeit/durch lange Graben/ oder an-dere grosse und tieffe Lochet / darauf das üduge Ge-wässer sich darinne versammle/abführen.

6. Ist aber dem Gärtner diese Art der Verlxss -rung nicht allerdings anständig/so bediene er sieb fol-gender: Ist der Grund lett und laimicht/ so misch, tdenselben mit Sand und abgefallener B ald-^rreu. Den Sand - M und vermenget mit einerschwartzen / faulen aber groben El den / aus den G>. ä-den; Item mir kurtzem Kühe-oder Rinder-Mist/auchmit zusammen gefaulter Laub und Spän Eid<n. Be-gibt es sich aber erwann auch / daß der Boden zu naß /und also nit allen Garten-Gewächsen bequeme/sonder-lich denen/ we che den Winter durch im Gart-n ver-bleiben ; So kan selbiger verbessert werden/ wann mannemlich sandichtErdreich darunter mengen/auchWas-

ser verfliesse/ und die tlbermässlge Feuchtigkeit / welchedem Garten schädlich ist / dergestalt verzehren mö-ge.

RN. Thnl.

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