DeöAdelichenLand-und Feld-LebenS
zu vereinigen sind. Man nimmt von denen Stöcken/j die nahe beysammen stehen / 2. Reben / und schneidetsolche auf an dem Ort / wo die Aeuglein an einanderbleiben sollen / so / daß an jedem etwann der dritteTheil von dem Aeuglein daran bleibe/ dann muß mansich bemühen / daß sie zusammen halten / weßwegenman sie zusammen bindet/ damit sie / wann die Schöß-linge ansangen zu wachsen/nicht wieder voneinandergehen. Da muß nun e.n Aeuglein auf das andere zustehen kommen/fo treiben siebeydeReben zusammen ineinem einigen Schößling/ also/ daß noch selbiges Jahran denen Trauben doppelte / und gleichsam gespalteneBeere wachsen. Diesm also m Wachsthum undVereinigung gebrachten Reben verbindet man wie-derum mit einen andern/ und fahret also fort: Sobeksmmt man Trauben von unterschiedlichen Gar-tungen/ Farben/und A'. ten, Zum Exempel: Trau-ben/daran zugleich Muscateller und gemeine Wein-beere vermischt sind / an welchen theils Beere krum/wie ein Horn/theils länglicht/theils rund sind/ undeine jede allerley Farbm hat.
Blutrothe Citronen zu zeigen. Man pftops-set Citronen-Reisserauf Maulbeer-Bäume/so tragensie endlich rothe Citronen.
37. Süsse Citronen zu zeugen. Man weichet de-rer Kerne/ drey Tage vorher ehe man sie stecket/in Ho-nig-Wasser/ oder welches besser ist/ in Schaass-Milchein/so werden alsdann die C'tronen süß davon.
?8>Daß die Citronen-Baume zu jederZeit Fruchttragen. Hierinnen muß man den Assyrern nachfol-gen/wann esnemlichZeit ist/die Früchte abzunehmen/so soll man einen Theil derZweige von ihrem Stammabschneiden / und gleichsam die überflüssigen Reisser^aus dem Weege thun/die übrigen aber stehen lassen.Wann man nun die Zweige verschnitten / da werdenan den Baum/seiner Fruchtbarkeit halber/noch an-dere lmvor brechen/und wann selbige nun großwor-den/kan man die vorigen/welche stehen geblieben / glei-cher massen abbrechen/und also Gelegenheit machen zujungen Schossen.
Z9. Daß eine Citrone die Form eines MenschenHaupts bekomme. Man formet/ nach der Grösse die-ser Frucht / aus Gips oder Doon / ein dergleichenHaupt /- so / daß es sich in der Mitten von einandertbun lasset; hernach sperret man dieCitronen hinein/doch muß an dem Ort/wo der Stiel durchgehet/ einLoch bleiben / im übrigen machet man sie wohl zu / undbindet siestarck zusammen / damit sie durch der Citro-nen Wachsen/nichtvoneinander stehet; und diesesal-les muß zwar geschehen/wann die Frucht noch klein ist;wannnun die Citrone fo groß wird/ wie sie sonst ge-meiniglichpfleget zu werden / so nimmt sie der Formwahre Bildnuß an sich.
40.Grössere Citronen/dann sonsten/ zu ziehen.Manmuß/wann die Früchte häuffig wachsen/ daß sie denBaum beschweren/zuvor einige von den Citronen her-ab tbun/und nur etliche wenige darauf lassen/so wer-den sie Ml besser zunehmen / dann sonsten/ und eineschöne Grösse berommen. Sonsten werden sie auchdutch stetiges Umgraben grösser.
41. Aepffel- Citronen zu zeugen / die ausAepffeln
und Citronen vermischet seyn. Man pfropffe einenZweig von einem Apffel-Baum auf einen Citronen-Stamm/und wiederhole solches zum öfftern / dannsonsten verdorret dis/was allbereit gewachsen / also-balden. Wann aber der Baum bekleidet/ so nennetman ihn einen Apffel-Citronen-Baum.
42.Viel Granat-Aepffel zu wegen zu bringen.Manwird von einem Granat-Apffel- Baum viel Früchteüberkommen/ wann man seinen Stamm / ehe er aus-schlagt/mit gleich soviel Wolffs-Milchs-Krauts-undBuntzel-Kraut-Safft untereinander vermischet / be-schmieret.
4z. Zu verschaffen / daß man frühzeitige Feigenüberkomme/imgleichen solche/welche purgieren / undden Leib reinigen. Du wirst Feigen vor der Zeit be-kommen/ wann du Tciuben-Koth mit Pfeffer und Oelvermischest und um die Wurtzel giessest.
^ Willr du aber purgierend- oder denLeib eröffnende-Feigen haben/ so wirst du solche erlangen / wann duim Pflantzen oben an die Wurtzeln zerstoßene Christ-Wurtz und Wolffs-Milchö-Kraut legen wirst.
44> Geschriebene Feigen zu zeugen. Schreibet/was ihr wollet/ in ein Feigen - Aug / welches chr pel-tzen wollet/ so wachsen hernach gleich beschriebene Fei-gen daraus.
Nö, SomanFeigen-und Mandel-Baum-Augenmiteinander peltzt/selbige Feigen/so hernachwachsen/tragen auch einen Mandel Kern.
n n. Dem Feigen-Baum sollen seine Früchte nichtabfallen/wann man den Stock mit Maulbeer-Safft. bestreichen lasset.
Oder/man lasset den Stamm/weilen das Gestirn/die Gluckhenne genannt/am Himmel sich sehen lässet/umgraben/ und die Wurtzeln mit Saltz- Brühe undauch so viel Wassere untereinander vermischet/ be-sessen.
45. Halb rothe Md halb weisse Pfirsinge zu zeu-gen. Man darff sie nur zusammen äugeln/so bekom-men sie nach Wunsch und Begehren.
46. Eine wunderbare Vermischung des Pfirsings-und Mandel-Zweigs. M«n muß sie mit den Augenrecht zusammen fügen / und auf Pflaumen-Bäumenpfropffen/so bekommen die Früchte Pfirsing-Fleisch/die Kerne aber werden Mandel-Kern.
47. Eine andere dergleichen Art. Man setzet nem-lick> ein Aeuglein ausdas andere/und nimt sie entwederalle beyde/ oder nur eines darvon. Sonsten bricht manauch aus ein Zweiglein von einem Pfirsing- Baum/und pfropffer es aufeinen süssen Mandel-Baum / dasdaraus wachsende Zweiglein psrovffet Man so dannzum zweyten mal in einen andern Mandel<Baum/undwiederholet dieses zum dritten oder vierdten mal/ sowachsen endlich aufsolchemBaum Pfirsinge mit süs-sen Mandel-Kern.
48 Nüsse ohne Schalen zu zeugen. So mairNüs--se ohneSchalen will wachsend machen/nehme man dieKernlein von den Nüssen/ welche gantz gut sind/wicklesie in eine Baum-Wolle/ oder inWein-oder EichenenBlätter/damit sie von denAmeisen nicht gefressen wer-den/ und setze sie also eingehüllet in die Erden ss gut
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