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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
346
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Des Adeliche» Land- und Feld-LebcnS

nimmt man die verwahrte Nester / auch gestossnenSchwefel und trocknen Feld-Kimmeldarzu/ machetdavon einen Rauch im gantzen Garten / mit einemWinde/ daß von selbigen alle Baume beräuchertwerden / wovon dann die übrigen sterben / und sichgantz verlieren. Sonsten brennet man auch / wanndie Raupen gar zu groß/ und an einem Baum sehrü-berhand genommen /.solchemir Stroh-Wischen ab/weil aber dieses etwas gefährlich/wegen desBran des/der daraus entstehen könnte/ kan man um mehrer Si-cherheit Willen dieses brauchen : Man grabet die Er-de um den Baum/nachdem er groß ist / ein Spannebreit/ einer halben oder gantzen Ellen tieff/ thut dareingute ungebrauchte Asche / benebens etwas Kalck undSaltz / ja auch nach einiger Meynung ein wenig ge-stossnen Schwefel/ durcheinander gemischet / dieses a-beristhiebeyinAcht zunehmen; daßnemlich/wennesregne / man das Erdreich zwar nicht/ wenn es abertrocken Wetter ist / mir allemFleiß/wolbegiesse/danndieses erwehnte/ wenn es verschmelzt/machet einensauren Grund / welches kein Ungezieffer/ weder Rau-pen noch Ameisen vertragen kan.

Mann nimmt auch Ochsen - Galle / und Rußaus dem Schorstein/rühret selbigen ein mit Wasser /

und ^'streichet die Stämme darmit Andere nehmenauch ein Nest der Ameisen / verbrennen es/ und streuenvon dem Pulver in die andern Nester/wodurch auchdenselbigen gewehret wird.

Jrem / man bindet um den Stamme entweder ei-nen Wollen-Tuch /^ oder machet einen Ring mit Krei-de um selbigen/ wer über sie nachgehends nicht kommenkönnen / weil sie in diesem stecken bleiben und abfallen.Am besten aber ist/ wenn man Asche mit Kreide ver-menget / um den Stamm streuet/ worüber sie nicht ge-hen / sondern öffters gar sterben müssen. Es beschrei-ben auch etliche berühmt: Gärtner dieses Mittel: wennman siehet / daß etliche Bäume trauren/so soll mangleich zur Wurtzel räumen/ und zusehen/obetwannAmeisen oder andere Würmer dar bey sich aufhalten /und solche beschädigen; findet man dergleichen / sonehmt nur ein wenig Wasser mit Brandtwein ver-vermischet / und rühre Nuß darein aus dem Schor-stein/schürte dasselbe dabey/ so werden sie sich bald ver-liehren/ und weg begeben.

Item / wann man Hunds-Koth mit faulem Hornzerreibt/und die Pfiantzm damit begiessec/ so vertreibtsalles Ungezieffer.

xx v.

Von Speyerlinge - oder Eschrövlcin - Maulbcer-und Mandel-

Bäumen.

1. vrbuz. oder Speyerlinq/Sperber-Spor-dder i

^ Sorb-Apssel-Baum ist viererleyArt/dann ihr

^ Frucht ist theils wie ein Apffel/ rheils wie ein !

Birn/ theils wie ein Ey/theils wie die Eschröslein/oderArlesbeer/ welches-eigentlich Lorkus lvlvcltris,und die jenigen Beerseynd/ die wir allhier/aber nurwegen der Form / Hagenbutzen nennen / und ausFrancken überbracht werden. Dieser Baum wächsthoch auf mit einem schönen geraden Stamm q?'.bfar-bigr/die Blätter vergleichen sich in etwas dem Napel-Laub / sind rings herum hart zerkerfft mit einem langenSril/ zu beyden Seiten der Ast/ die Blühe ist weiß /und trauschlecht; Dieser Baum kan (i. durch dasSäen und Jmpffen aufgebracht werden / das Jmpf-ftnmagauf Hagenbutzen oderwildeBirn-Stamme/oder auf die von Kern gezogneBäumlein geschehen-

2.) Diese Baume wachsen am liebsten in kalten undfeuchten Qrten in Gebürgen/und wo fast sonst Nichts jwachsen will, z.) Wann man die Wildling/ wo mansie in den Waldern antrifft/ ein oder zwey mahl verse-tzet/werden sie sich mercklich verbessern.

2. Der Maulbeer-Baum/ welcher von etlichen derkluge Baum / und des Sommers Vorlauffer benam-set wird/ weilen er nicht eher ausschlägt / als biß alleNachtgefröst und kalte Reiffen durch die einbrechen-de Sommer - Wärme sich endigen/ ist ein recht ange-nehmer und nutzlicherBaum; Er wachst gemeiniglichmit einem in etwas gewundnem Stamm/ziemlicherDicke / aber nicht gar zu hoch auf/ die Aeste sind gantz

knockericht/ und breiten sich weit aus/ ihre Blätter sindunterschiedner Gestalt / und gleichen fast den Wein-Blärtern. Wann er einen warmen Otthat/sokomter für andern Bäumen zu einem hohen Alter.

Hieher gehöret Lvcmnoru, .derEgyptischeFeigewMaulbeer-Baum/ welcher mit seinerGrösse undBlat-tern dem schwartzenMaulbeer-Baum ähnlich seyn soll;seine Früchte seyn an Gestalt unsern Feigen gleich/ aberAschen-farb/ und nicht gar wolgeschmack/ darum sienur den armen Leuthen zur Speise dienen. DieFrüchte werden nicht zeitig/sie seyen dann zuvor mitEssen aufgerissen/ so bald man einFrucht abnimmet/ sowächset alsbald ein andere hernach; Also/daß dieserBaum drey oder vier mahl im Jahr seine Früchtebringet; die Früchte wachsen nicht zu eüsserst an denAesten/ sondern an dem Stamm. Wann die Fruchtzeitig ist/ gibt sie einen weissen Safft.wie Milch vonsich. Weil aber dieser Baum in Teutschland nicht zufinden/sondern inEgypten/jnju6-xa,Oria, undkko^»wachset/ auch die^urorc«, wegen der Früchte zwistigseyn/(dann p-na und l^obciius wollen; die Fruchtseye ohne Körner; ö-iiomusaber/so siebeyäicair >meinem Garten gesehen/sagt: Sie haben Körner)so ist unnöthig hievon viel Wort zu machen. »

Dieses ist wohl zu mercken: So man den Safft /

welcher in der?irtzney auch sehr nutzlich gebraucht wud/

aus dieses Baumes zarten Stammen bringen will / so

muß man denselbigen/ehe dann er die Frucht bringet/

mit einemStein/die äussersteRinde garsanfft und lin-

'