Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
345
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Dritten Theils Vierdrcs Buch.

cx?. xxiil.

Baum-Salöen und undPeltz-Wax zu bereiten.

Ute Baum-Salbe zu machen. Nimm Ter-pentin/ sauer Kn-schen-Hartz/ und Jungfrau-Wax/ jedes gleich viel/lasse es untereinander /! in einemTiegel zergehen; Oder vermische Wax/Hartz/^ Baum-Oel / und Schm-ser/ eines so viel als des an--! dern / laß auf einer Gluhr zergehen/ dann giesse es in! frisch Brunnen-Wasser/und knete es zu einer Salbe/! biß es sich aufstreichen last.'i Ein Baum^albe wird von »c-ivlc p 67. also ge-machet ; 1. Nimm zwey Theil reimn Küh-Mist / einTheil Leim oder Thon/ ein Theil Reh-oder Bocks-H iar/ solche müssen sehr klein geHacker werden / diesesalles mit Mist-Pfütze angenetzct / und durcheinandergearbeitet/als gleichkam einen Teig/ darnach gepulve-refnet/ klein gestossmcn Schwefel darunter gemischernach l-»r«>porlion der Maße ii biß Z.Gros, solcheswol durcheinander gemenger / darnach solche an schad-baffte Bäume/ wie auch an denen Wurtzeln und Äe-sten/sonderlich an jungen Bäumen/für den Brand /grosse Hitze / und Kalte zu gebrauchen. DieseSalbe hat eben solche Würckungals das besteBaum-Wax/ so zum össtern prob-retund gerühmet wor-den.

2. Was anbelanget das B aum-Wax/pflege ich /sck reibe: p. 6s solcher Gestalt zu prspanren :Jch nchme 1) ein Pfund rein gelb Wax/ 2) zweyPfund ^ein gelb Hartz/ z) unaesiltzne Butter/ oderHirsch Unschlitt/ oder Bocks-Talch / 4) Terpenrin /s) und Baum-Oel/ jedes drey viertel Pfund/ 6)etwas reinen gestoßnen Schwefel; dieses wird allesfolgender Gestalt zusammen geschmoltzen; Erstlich derHartz alleine/und wann nach dessen Zerlassung einigeUnreiniqke,t aufdem Boden zu sehen/ muß das reine inein ander sauber Gevaß abgegossen/ und das War auseinem kleinen Feuer geschmoltzen/' selbiges glich allezeitumgerühret werden / damit es nicht in die Höhe stei-ge/ iind auslausse. Wenn es nun recht untereinandergeschmoltzen/so nehm man den Keße! vom Feuer/ und

thue den Terpentin hinein/ es muß aber ferner wol ge-rühret werden / daß es nicht in die Höhe steiget / dar-nach setze man es wieder aufdie Kohlen/und laß es einwenig kochen / wenn nun alles kiar ist/nimmt man denKeßel vom Feuer/und thut den in kleine Stücklein ge,schnirtnen Talch darunter / lasset es wieder / wie zu-vor / zerschmeltzen/wann es wieder klar/ so nimmtmans vom Feuer/ und giesset das Baum-Oel darun-tsr/ setzes es abermahl aufein kleinFeuer/ daß alles weluntereinander gekochet/ alsdann schüttet man den reingestossnen Schwefel darunter/ und rührets/ biß es zu-sammen klar ist/ wenn dieses geschehen/nimmt maneine Mulder oder Vaßlein/ und giesset ohngefthr zweyMaaß gut Bier hinein/(so man aber kein Bier hat/nimmt man Wasser) doch heilet jenes besser/ und istkeäffciM als dieses/ ist auch gut für der MenschenWanden. Alsdann giesset man das 6-lii »irte alleszu-sammen; Wann-nun dieses kalt/und etwas hartge-worden/ so beschmieret man die Hand ein wenig mitBaum-Oel oder Bocks-Talch / und nimmt ein Stücknach dem andern/ durchknetet und bearbeitet solchessehr wol/biß es trocken wird/dieses muß man für denMäusen verwahren/ und zwar an einem solchen Orte /da es nicht zu warm.

Man kan auch folgender Gestalt damit Handthie-ren: Man nehme denKeßel/worinnendiecl-ltMirten Materien beysammen / vsm Feuer hinweg undgiesset Bier darein / weilen nun solches so fort ansängetin die Hohe zusteigen / muß geschwinde conunmretwerden/ mit dem Zugiessen/ sollen auch schon drey odervier Maaß Bier darzu nöthig seyn/ biß es nicht mehraufsteiget/sondern stille wird/ hernach bleibt es stehen /um etwas kalt zu werden / daß mans mit den Handenkan durch arbeiten/ und an langlichtenStücken herausnehmen/lässet es trocken werden/undist so danngut zumGebmuch aufdie vier und mehrJahre.

xxiv. .

Wie man allerhand Ungeziesser von den Bäumen und aus den

Gärten vertreiben könne.

>^Er vielfältig-von uns angezogne Holyk inseinem vermehrten dreyfachen Garten-Büchlein lässet sich hievon p. s z. also ver-nehmen/und zwar erstlich von den Raupen : Für dieRsupen und ander Ungezicsser in Garren/pfleget mangankeKeffei vollWermuthzunehmen/und denselbenmit Wasser zu kochen/und mit selbigem Wasser dieBaume / auch allerhand Kräuter und Blumen zu be-sprengen und benetzen/ so verliehret sich dasUngezieffer.Und wann es sich noch nicht im Garten gefunden ^ odervermehret hat/ wird sichs so leicht nicht finden. Sonst

Ul. TW»,.

halten bey mir viel darvor/ und pr?>Ziciren diese! Weise/Raupezuvertreiben:Jm?sbr.wen derSchneevon oben noch gefrohrenist/fallen sie alleRaupen-l Nester / und so viel möglich/ die Baume von selbigenzu reinigen/ und wo sie nit rereichen kölmen/so habensieaufeiner Stange eine bequeme Scheer/ mit selbigerschneiden sie die einqewicklete Blätter von den Aestmab/ und verwahren sie in einem Korbe/uNd kaltem Or-the oder Keller; Im Früh-Jahr hernach / wenn dieB atter auf den Bäumen anfangen zu grünen / undsich demnach selbiges Ungezieffer zu finden pfleget/ so

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nimmt