Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
343
Einzelbild herunterladen
 

Dritten Theils Vierdteö Buch.

?4Z

Rinden gantz naß und von dem Stamme loß/solchesist gefahrlich ; Solchen Baum muß man schröpftenoder behende ritzen/ und gleich an zwey oder drey Oer-tern/ nachdem der Baum dick ist/so laufft das Was-ser heraus / und klebet die Rinde wieder an seinemStamm. Hat man nun den Baumgeritzet oderge-schröpffet/somuß man ihn auch den andern Tag wie-der gantz beschmieren mit Baum-Salbe ; Sonstwanu man den Stamm nicht beschmiert / so trucknet! die Rmde sehr aus/und theilet sich von demSram/> welcher dannoch an einem Orte gantz kaht bleibet/ und! der Baum bekommt darvon den Brand / ob gleich der! Safft von dem Baun» noch nicht gantz ausgelauf-i fen/ schaders nicht/ daß man ihn verschmieret / danndie Baum- .^albe hindert nicht den übrigen Safft /sondern wird nur von ihm naß oder feucht/und heiletdoch demnach die geschnittne oder geritzte Wunde.Die Wassersucht an den Bäumen kommet manch-mal aus Geilheit der schönen fetten oder aus der sehrnassen Erde und Grund/ in dem die Wurtzeln manch-

mal aus guter Erde oder Grunde / meinem andern/und vielleicht sehr wasserichren und versauleten Grun-de kommen/so wnd die Rinde auswendig geil vonder Feuchtigkeit/ daß endlich der Safft zu den Bäu-men sich begiebet/welche denselben ^afft nicht kön-nen an sich nehmen / so bleibet er zwischen der Rindeüberflüssig / daß aüch dse Rinde von oben oder vonunten bricht. So muß man der Rinde helffen durchdas Schröpften oder Ritzen ; Zum Überfluß/ mußman den Baum auch umgraben biß an die Wurtzelnund «hmLuffc geben/ und von ferne an die Wu.tzelnmit Pferde-Mist belegen / welcher den nassen Safft^ mit seiner Hitze etwas verzehret und vertrocknet/ undsolcher Gestallt erquicket die Wurtzel den Stammwieder / daß sie aus dem nassen und sauren GrundedurchHitze des Pferde-Mists/frisch bleibet / und nichtversandt oder ersticket; Solche wassersüchtige Bäu-me haben wir in eines vornehmen Herrn in RigaGarten gesehen / so natürlich / als wir die Wasser-sucht beschreiben.

xxi.

Wie wandte H.lze und Kälte der Bäume theils

theils erkennen und cunren solle.

Ann die Blätter/nach unnatürlicher grosser unten in die Krone/ mit Brand-Salbe / welche fol,

Hitze/anfangen welck zuhängen/ ist gemeiniglich dieses ein Zeichen/ daß die Wurtzelnmatt/und gantz Kraffrloß seytt ; Weswegen dannauch/ wo man denenselben hierinnen nicht zu Hülffekommt / so vertrocknet der gcmtzs Stamm selbst/oderzum wenigsten einige Aeste; Diesem aber zu helffm /pfl-get man erstlich/wann die Baume jung seyn/dieWurtzeln/ gegenNachts/ zu begiessen/ jedoch nicht al-le Mönd/ sondern nur um den dritten oder vierdten^ Tag/ nach dem grosse Hitze des Tages gewesen; Wandiesem ohngeachtet / dennoch einige Gefahr wäre / sokan man die Baume umgraben/ die Erde etwas lösenund von allem Grase reinigen/folgends selbige mit ge-brauchter Asche/davon Lauge gemacht worden ist/be--schütten/ dann selbige ist eine gewisse Artzney/vor über-natürliche Hitze / jedoch muß Mbige Asche / da sie irr-gends trocken wbrden/ mit Wasser angefeuchtet undbeneker werden. Hierauf nmftt man wieder auf ge-dachte Aschen etwas Erde/wodurch dann geschieht/daß die versenckte Asche keine Hitze an die Wurtzel! kommen last/sondern vielmehr eine mässige Kühlungund Feuchtigkeit derselben mittheilet.

Sonsten pfleget man auch/ bey sogestallter Hitze/ei-niae Rasen aus morastigen suMpffichcen Oertern ab-zustechen/ welche man nachgehends um den Stamm«uf die Wurtzeln etwas bergicht setzet ; Wann esa-ber nach denen Hunds-Tagen beginnet kühl und lüff-tig zu werden/ muß man selbige Rasen wieder von demScammeabnehmen/und dieErde/ damit sie den fri

> gender Bestallt zu bereitet wird:

Man Nimmt / nach Gelegenheit und Vielheit derBaume/ungefehr ein haib Pjund Lein-Oel/ ein halbPfund Wallwurtz-Safft / ein halb Pfund Hauß,wurtzel.Safft/ ein halb Pfund Hönig/ ein Pfund fet-ten Laim/ ein Viertel-Pfund reinenKühe-Mist; die«ses wird nachgehends zu einerBrand-Salbe gemacht/und werden damit so wohl die grosse als kleine Bau,me bewahret.

Sonsten kan man auch / um mehrerer Sicherheithalben/über gedachte Salben / besonders um/unge

leicht/ als sonst/ vertrocknet; Doch ist auch hierbep/wie bereits erwehnet/»n Acht zu nehmen / daß beymRegen oder kühlen Wetter dasMoos abgelöset wer,de: Und dieses fty genug vom prsfcrvirett.

z. Wann aber durch einen Brand die Bäumeschon beschädiget seyn / beschneidet oder behauet manerstlich die Baume biß auf das Leben/darauf beschmie-ret man noch eine halbe Elle mehr/ als abgeschnittenoder abgehauen ist/ oder den Baum mit Baum-Sal-be / welche auf folgende Weise zu bereitet wird:

Erstlich / mmmt man em Pfund von unreinemBaum-Oel/ ein halb Pfund Terpentin / ein PfundHaußwurtzel/»mgieichen auch etwas Küh-Mist/ftlbi-ges vermischet man untereinander / lässet es nachge-hends ein wenig kochen/(dann es gar zu sehr in dieHö-he zu sieden pfleget) und wann es kalt worden/ besät

schen Safft und fette Feuchtigkeit allgemählich an bet man die verbrandte Bäume damit/wodurch dann

die Wurtzeln lasse/lochenck und loß machen. nicht allein das annoch befindliche Versehrte Holtz ver,

, Verhoffen/ dieses nicht helf- zehret/sondern auch der frische Saffr mächtig in die

fenwollre/ beschmieret mau die Bäume von oben biß Aeste vertheilet wird, Daß/wo Nicht im Herbst / oder

Söm-