Dritten Theils Vierdteö Buch.
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Rinden gantz naß und von dem Stamme loß/solchesist gefahrlich ; Solchen Baum muß man schröpftenoder behende ritzen/ und gleich an zwey oder drey Oer-tern/ nachdem der Baum dick ist/so laufft das Was-ser heraus / und klebet die Rinde wieder an seinemStamm. Hat man nun den Baumgeritzet oderge-schröpffet/somuß man ihn auch den andern Tag wie-der gantz beschmieren mit Baum-Salbe ; Sonstwanu man den Stamm nicht beschmiert / so trucknet! die Rmde sehr aus/und theilet sich von demSram/> welcher dannoch an einem Orte gantz kaht bleibet/ und! der Baum bekommt darvon den Brand / ob gleich der! Safft von dem Baun» noch nicht gantz ausgelauf-i fen/ schaders nicht/ daß man ihn verschmieret / danndie Baum- .^albe hindert nicht den übrigen Safft /sondern wird nur von ihm naß oder feucht/und heiletdoch demnach die geschnittne oder geritzte Wunde.Die Wassersucht an den Bäumen kommet manch-mal aus Geilheit der schönen fetten oder aus der sehrnassen Erde und Grund/ in dem die Wurtzeln manch-
mal aus guter Erde oder Grunde / meinem andern/und vielleicht sehr wasserichren und versauleten Grun-de kommen/so wnd die Rinde auswendig geil vonder Feuchtigkeit/ daß endlich der Safft zu den Bäu-men sich begiebet/welche denselben ^afft nicht kön-nen an sich nehmen / so bleibet er zwischen der Rindeüberflüssig / daß aüch dse Rinde von oben oder vonunten bricht. So muß man der Rinde helffen durchdas Schröpften oder Ritzen ; Zum Überfluß/ mußman den Baum auch umgraben biß an die Wurtzelnund «hmLuffc geben/ und von ferne an die Wu.tzelnmit Pferde-Mist belegen / welcher den nassen Safft^ mit seiner Hitze etwas verzehret und vertrocknet/ undsolcher Gestallt erquicket die Wurtzel den Stammwieder / daß sie aus dem nassen und sauren GrundedurchHitze des Pferde-Mists/frisch bleibet / und nichtversandt oder ersticket; Solche wassersüchtige Bäu-me haben wir in eines vornehmen Herrn in RigaGarten gesehen / so natürlich / als wir die Wasser-sucht beschreiben.
xxi.
Wie wandte H.lze und Kälte der Bäume theils
theils erkennen und cunren solle.
Ann die Blätter/nach unnatürlicher grosser unten in die Krone/ mit Brand-Salbe / welche fol,
Hitze/anfangen welck zuhängen/ ist gemeiniglich dieses ein Zeichen/ daß die Wurtzelnmatt/und gantz Kraffrloß seytt ; Weswegen dannauch/ wo man denenselben hierinnen nicht zu Hülffekommt / so vertrocknet der gcmtzs Stamm selbst/oderzum wenigsten einige Aeste; Diesem aber zu helffm /pfl-get man erstlich/wann die Baume jung seyn/dieWurtzeln/ gegenNachts/ zu begiessen/ jedoch nicht al-le Mönd/ sondern nur um den dritten oder vierdten^ Tag/ nach dem grosse Hitze des Tages gewesen; Wandiesem ohngeachtet / dennoch einige Gefahr wäre / sokan man die Baume umgraben/ die Erde etwas lösenund von allem Grase reinigen/folgends selbige mit ge-brauchter Asche/davon Lauge gemacht worden ist/be--schütten/ dann selbige ist eine gewisse Artzney/vor über-natürliche Hitze / jedoch muß Mbige Asche / da sie irr-gends trocken wbrden/ mit Wasser angefeuchtet undbeneker werden. Hierauf nmftt man wieder auf ge-dachte Aschen etwas Erde/wodurch dann geschieht/daß die versenckte Asche keine Hitze an die Wurtzel! kommen last/sondern vielmehr eine mässige Kühlungund Feuchtigkeit derselben mittheilet.
Sonsten pfleget man auch/ bey sogestallter Hitze/ei-niae Rasen aus morastigen suMpffichcen Oertern ab-zustechen/ welche man nachgehends um den Stamm«uf die Wurtzeln etwas bergicht setzet ; Wann esa-ber nach denen Hunds-Tagen beginnet kühl und lüff-tig zu werden/ muß man selbige Rasen wieder von demScammeabnehmen/und dieErde/ damit sie den fri
> gender Bestallt zu bereitet wird:
Man Nimmt / nach Gelegenheit und Vielheit derBaume/ungefehr ein haib Pjund Lein-Oel/ ein halbPfund Wallwurtz-Safft / ein halb Pfund Hauß,wurtzel.Safft/ ein halb Pfund Hönig/ ein Pfund fet-ten Laim/ ein Viertel-Pfund reinenKühe-Mist; die«ses wird nachgehends zu einerBrand-Salbe gemacht/und werden damit so wohl die grosse als kleine Bau,me bewahret.
Sonsten kan man auch / um mehrerer Sicherheithalben/über gedachte Salben / besonders um/unge
leicht/ als sonst/ vertrocknet; Doch ist auch hierbep/wie bereits erwehnet/»n Acht zu nehmen / daß beymRegen oder kühlen Wetter dasMoos abgelöset wer,de: Und dieses fty genug vom prsfcrvirett.
z. Wann aber durch einen Brand die Bäumeschon beschädiget seyn / beschneidet oder behauet manerstlich die Baume biß auf das Leben/darauf beschmie-ret man noch eine halbe Elle mehr/ als abgeschnittenoder abgehauen ist/ oder den Baum mit Baum-Sal-be / welche auf folgende Weise zu bereitet wird:
Erstlich / mmmt man em Pfund von unreinemBaum-Oel/ ein halb Pfund Terpentin / ein PfundHaußwurtzel/»mgieichen auch etwas Küh-Mist/ftlbi-ges vermischet man untereinander / lässet es nachge-hends ein wenig kochen/(dann es gar zu sehr in dieHö-he zu sieden pfleget) und wann es kalt worden/ besät
schen Safft und fette Feuchtigkeit allgemählich an bet man die verbrandte Bäume damit/wodurch dann
die Wurtzeln lasse/lochenck und loß machen. nicht allein das annoch befindliche Versehrte Holtz ver,
, Verhoffen/ dieses nicht helf- zehret/sondern auch der frische Saffr mächtig in die
fenwollre/ beschmieret mau die Bäume von oben biß Aeste vertheilet wird, Daß/wo Nicht im Herbst / oder
Söm-