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Des Adelichen Land-und Feld-LebenS
cxvil.
Wie man kan/ und solle einen Pomerantzen-Garten anlegen/ und
was vor Bäume und Gewachst darein muffen gepflantzet
werden.
i. K?^Aß ein Pomerantzen-Haus in einem wol-
^^ßbestelltenLust Garten/eines von denen aller-
^^besten und raresten Stücken ist/wird kemverständiger Gärtner verneinen. Wie aber solchesam aller füglichsten kan gebauet und angerichtet wer-den/ wollen wir mit wenigen gedencken. Zwar Fürst-liche Gärtner wissen es ohne das wohl / auf was vorArt und Weise es kan gebauet werden / dieses ist nurandern Liebhabern/so es nicht wissen / zur Nachrichtgeschrieben,
Ein solches Haus pfleget man gemeiniglich nichtmeinem Lust Garten zu bauen / weil es einengrossenRaum erfordert/wegen desAuf-und Zudeckens;son-dern gemeiniglich am Enden « Baum- oder Küchen-Garten / und muß gegen den Norden eine ziemlich-dicke Mauer/ allemahl so hoch biß ans Dach/aufge-führet / und noch über dieß ein Lehn - Haus ange>bauet werden/ worinnm im Winter die Gärtner-Ge-sellen können ihre Stuben und Kammern haben/aucheinen Platz/wo sie ihr Holtz zum Einheitzen hinlegen/und daselbst im Winter allerhand Gatten- Geräthcverfertigen können / an solchen Nord - Seiten müssenauch in das Pomerantzen- Haus / um einzuheitzen/etli-che Oefen/nach des Hauses Grösse und Lange gema-chet werden; Gegen den Mittag aber die Laden undFenster / damit im Winter / wann es gelinde/ den dar-innen stehenden Gewachsen kan frische Lussl gegebenwerden.
In diesem Pomerantzen - Garten / muß nur dasErdreich zu den Bäumen und Gewächsen zuvor wolzugerichtet werden/ und brauchet man gemeiniglichsolche Erde / wie sie bey denen Pomerantzen Bäu-men gemeldet. Wann nun solche Erde bereitet ist/so muß man zuvor das Feld in gewisse Lander oderlange Beete austheilen / solche entweder mit gebacke-nen Steinen 2. Schub hoch aufmauren / oder selbermit allerhand Hecke-Werck einfassen / als da sindMyrrhen/ Cypressen/ Lorbeeren/äialcrnus, und wasimmer/ so wohl im Winter alsSommer/ grün bleibet.Man kan' sich auch darzu der Roßmarin bedienen.Wann solche Hecken nun schön aufgezogen werden/und etwa 2.Schuh hoch gewachsen / so kan man sel-bige mit der Garten-Scheer imSommer beschneiden/und giebt als dann dem Garten einen lieblichen Ge-ruch/und sehr fein Ansehen.
2. Wann nun alles verfertiget / so kan man imFrükling/ da es gemeiniglich geschehen muß / einen sol-ckenGarten anrichten/und alsdann allerhandBäum-lein ordentlich in die Reihe der gemachten Beeten/eines um das andere pflantzen/ als Citronen / Po-merantzen/Adams-Aepssel/Zwerg-Limonien/ ?omacie ckins. und dergleichen Arten vielmehr. i,surus
j mexicsna . Sc noUÜs, (Zranst - Bäumlein/ Kkoemins, Luprcllus, Naurus.(5ckzsuz, 8iü^u-, k !u-
iis,oderJohannes-Brod/Laneel-Baume / Muscat-, Nuß-Baum/campKora oder Campffer-Baum/css.üen - Baum / Cubeben- Baum/^jica In6i?sämbores Inclicus und dergleichen berrliche Baum-lein mehr/so viel derer nöthig :Was übrig/als da sind:der Orientalische Pfeffer/ Neglein-Baum/Iasmi.num Inciicum Üc ttil^nicum UNdwas sonstc'Nmehr/ so alle zu erzehlen hier viel zu lang würde fallen/können theils in die Ecken oder Kabmen / theils inKasten und Scherben verpflantzet werden.
An der Nord- Mauer / pfleget man gemeiniglichFeigen-Baume/ allerhand Arten Rosen/ als Monat-Rosen/ kc>s-,s Vamalccnica8,und dergleichen mehr zupflantzen: Wann noch Platz übrig/ so sind der i-su-
rus,^cacia Incjics , I.surus OKcnica,
^Svptig, ^Istcrnu8 8cc. so Winter und Sommergrun bleiben/ gut diese Wand zu bekleiden.
Man muß alle mal die Gewächse nicht gar zu nahean die Ofen pflantzen.
Auch pfleget man von Brettern Schirme um dieOefen / sonderlich wann es Eiserne seyn / zu machen/daß die Hitze die darbey stehendeGewächse nicht so sehrtreffen kan.
Nun kan man alle Gewächse/ so verhanden sind/ indiesen Winter-Garten setzen; Dann, wann an derErde kein Raum mehr solte seyn/ kan Man oben Bret-ter/eines übers Mder legen/und dann von allerhandScherben mir Negelein / l.cucojum und dergleichenGewachsen/ viel daraufstellen. An den k^nen/ ander Winter-Seiten oder Mauer / kan >Nan änemo-nen /kanunculos, frühe Narcissen und Hiacynthen/Lrncu m, iricl ?er/icÄm,und worvon man gerne frü-he Blumen hatte/ordentlich in die Reihe pflantzen/undmit Begiessen (wany es hoch nöthig) abwerten / auchsonsten mit dem Einheitzen vorsichtiglich umgehen/und taglich alle Gewächse fleissig besehen/ob etwa ei-nes oder das andere Mangel bekommt / oder diesel-ben mik denen darzu behöngen Mitteln wieder curi. Iren/ so wird/mit der Hülffe GOttes/alles wohl wach-sen/lieblich/jedes nach seiner Art/grünen/blühen undFrüchte bringen. Und ist dann gewißlich eine solcheHerren Lust/die sich wol sehen läst; Dank/wann imWinter / vor Frost und grosser Kälte / alles erstorben/ja alles mit liessen Schnee bedecket ist / und der grau-same Nord-Wind dermassm wütet/daß es nicht än-derst läst/als wann er die gantze Natur bestürmen undüber einen Haussen werssen wolte/so siehet man in die-sem herrlichen Paradieß Garten/ mit der allergröstenVerwunderung / wie die allerschönsten und rarestenBäumleiN / in so mancherley Gestalt / daher grünen
und