DeS Adelichen Land-und Feld-Lebens
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s Garten beschreibet die Ursach weitlaufftig/ warum!d-eBäume wurmig und unftuchtbar seyen / solche^ Bäume sollen umgegraben / die Wurtzel mit einemE-sen aufgespaltet/ und in die Spalte ein Keulvonsaurem Kirsch-Baum-Hvltz hinein geschlagen seyn /welche Cur gantz sicher/und keiner andernUrsachekanbeygemessen werden / als daß dieses eingeschlagneAoltzpcrSymszztKiam dem Bitumhelffe / daß die Früchte! nicht mehr würmig wachsen / und die Wurtzel des' Baums des eingeschlagnenHoltzes Natur ansiÄ)Neh-me / auch ftuchtbarwerde. Ich will mchr wider die-ses Mitteletwasreden/ weilich aber solches noch kein<mahl habe praüiciret ( fahret sbgemeldter ^utor fort)so kan ich nicht sagen/ daß es prodslum sey/biß ich zu ge-legner Zeit werde solches versuchen.
Das Aderlassen nur den grossen Bäumen geschieht" gemeiniglich im Herbst/ im Oktober / bey mir aber undinTeutschland im November; indem dieKalte nichtso bald m Teutschland als in Lieff-und Cur-Land her-! bey nahet/ und also etwas später das Leben sich in die! Wurtzel begiebei.
! z. Habe ich aber den Hagedorn zu den Keulen nicht! können bekommen/ so nähme D frisch hart Holtz/ als^ Eichen/ Hagekuchen/ welche'auch der Wurtzel nichtschaden / sondern fruchtbaren ^tsc6ithat. Die Ur-sach des sogenannten Äderlassens ist diese/ daß derSafft/ oder die grosse überflüssige Feuchtigkeit/ welchevorher allein in die Blätter und in das Holtz geschos-sen/ und in selbige sich zertheilet hat/durch das An-schlagen des Keuls zurück getrieben/ und gleichsam da-durch erschröcket werde / und nicht so starck mehr dasHoltz treibe. ^ ^ -»- !
4-Noch ein andere Art ist den unfruchtbaren Bau- !wen zu he'.ffen. Wann die Bäume gar zu sehr insHoltz wachsen / und keine Frucht tragen wollen/ daßman selbige beschneide/so starck/ als wenn sie erstlich ein-gesetzet werden; worauf dann selbige wieder ausschla-gen/nicht mchr so starck msHoltz fchiessen/und nachArtdes Kerns oder Reiser Früchte bringen.
s. Ferner machet man unfruchtbare Bäume frucht-bar durch Fontanell setzen/ folgender Gestalt: Manbohret ein Loch in den Stamm/ ohngefehrvon demletzten untersten und dickesten Aste / abwerts blß in denKern und schüttet ein gut Theil Erde mit ein wenigQuecksilber vermischt / in gedachtes Loch/ machet esmit frischem Holtze/ besonders mit Hagedorn; wiederzu /undverschmierets mit Baum-Salbe / so/ daß keinWasser darzu kommen könne ? Hieraufdringet danngedachtes Quecksilber/nach seiner Eigenschaffl hinun-ter/und zerspaltet die vornehmste Mutter-Wurtzel/zu welcher man nicht einmal / bey Birnen/ ( weil derenWurtzel gleich hinunter in die Erde gehet) mit Ader-lassen kommen kan/und bekommet derBaum gleichsamvon unten Lufft/ ja der Safft wird verhindert / daß ersich nicht so sehr in die Aeste / sondern viel mchr sol-gends in die Früchte austheilen muß.
6. Man hilffet den grossen und kleinen Bäumenauch zur Fruchtbarkeit durch Schröpffen/ solcher Ge-stalt : Wann der Baum zu viel auswallenden Safftyat/so muß man im April/Majo / oder Junio am A-bevd/ in dem vollen Mond denselbigen solcher Gestalt
schröpffen / nemlkh / man macht mit einem scharffenspitzigen Pfropff - oder Baum-Messer an einem kleinenStamm/ von dessen Aesten biß aufdie Erde gleich/undgantz gelind in der Rinde/jedoch nicht biß aufs Holtzhinein/ nur zween Riß herab/ also/daß sie nicht ü-ber / sondern neben einander kommen/ und müssensolche Risse zwischen der Mitternacht und Abend-Sei-re am Stamm gemacht werden. Wann aber derBaum grösserist / ksnman4. Risse mit dem Messer/fein gerad / nicht wett voneinander / und von oberstenAesten biß gegen die Erde herab machen/ dadurch be-gibt sich die Rinde auseinander/ und bekommet derSafft lufft / wird der Stamm breit / und hilffet zurFruchtbarkeit.
7. WannabereinalterBaumist/und will nichttragen/hilffet man.ihm gleich durchs Purgieren solcherGestalt: Anden kalten Landern bohret man im zuneh-menden Mend( im April und Majo/ in TeutfchlandaberimMartio) ein Loch in den Stamm/ aller-nächst bey der Wurtzel / biß aufden Kern ; ja auchwol zwey oder drey abwerts/und lässetdieLöcher alsooffenstehen /4. biß 6. Wochen/ so wird sich durchdieselbe alle böse und übrige Feuchtigkeit ziehen; Manthut auch wohl etwas von gestossnem kiirokalsn»darein / sonderlich/ wann der Baum etwas träget /und doch Wurm-stichig Obst bringet/ oder vor derReiffe von dem Baum fallet / schlagt man einenPflock oder Keulvon Hagedornen darvor/ so werdennicht allein die Würme vertrieben/ sondern es wirdderBaum auch wol tragen / und sein Obst darnachfeste behalten. Läst der Baum sich an / als wenn erwolt« verwachsen/ so verschmieret Man die gebohrteLöcher mit Baum - Salbe / und bindet etwas Msoßdarüber/ oder alte Tücher/ so wirds desto eher heil/und bekommet der Baum keinen Brand / oder zufäl-ligen Schaden.
i8.Jch habe gesehen in Churland/daßeinigeGärt-ner sich unterstanden haben die Baume zu curiren /und fruchtbar zumachen/ solcher Gestalt: Sie gru-ben um die Bäume biß an die Wurtzel / und spaltetenmit Keulen die Wurtzel / steckten in die Spalte einenSchieffer - oder Ziegelstein/ und darnach wieder zuge-deckt; habe aber schlechten Nutzen in drey Jahren ge-sehen / weil ich da bin gewesen / die Vernunfft giebets;den wenn ein trockner.Somer folget/so vertrocknen 0-der beschimmein die Wurtzeln: Wenn es hingegensehr naß / verfaulen dieselbige / weil sie die Risse mitden Steinen / als welche jederzeit etwas Erde behal-ten / nicht verwachsen können: Geschieh! er irgendsnoch / daß solche gedachte Bäume noch Früchte tra-gen/ lassen sie selbige/ehe sie reiff werden/ abfallen/und können sie nicht behalten: ^st also am sichersten
bey der oben-gemeldten Mode und Weise zubleiben/ weils nicht allein von mir/ sondernvon vielen andernist probiert wor-den. So weit 1., L.