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solchen Baums gar wenig Lufft noch Sonne (wegender Menge Aeste und Blätter so innwendig desBaumK) haben ki-m/ so leben dannoch solche in derMeynung/viel Früchte zu bekommen/an deren Stattsie aber viel Blätter zehlen.
Auch finden sich einige/welche ihre Zwerg-Baumeunter die grosse hochwachsende Bäume/oder zwischenzweyen grossen/einen Zwerg^Baum setzen/ dergleichenaber zu prZäicüen gar nichts tauget.
Es wäre allhier noch vieles beyzubringen/allein wirwollen dem geneigten Leser nur noch diesen grossenFehler weisen/daß nemlich ihrer viel den erstew>L)chnitt«ines Baums gleich Anfangs zu hoch machen; ja sogar/ wann auch der Baum nur einen Ast das ersteJahr getrieben/und darzu oben am Stamm siehet/schneiden solchen zum ersten mal lang biß in das dritteAug; Wir wollen hiervon nicht urtheilen / sonderneinem jeden/der diesen Unterricht bedachtsam durch-lesen hat / über geben/ ein jeder wolle sich deßwegenvor dergleichen ungegründte Lehrer vorsehen/sintemaldie meisten Zwerg-Bäume durch sothanes Blmdhin-ein - schneiden elendiglich verderben/und in -nilci-abein^tand gebracht werden.
Auf oben-angebogene hochwachsende oder hochge-lassene Zwerg-Baume ist ferner die Frag / ob diejeni-ge nun/ die auf solche Weise ^rsZ^iren/jemalsFrüch-te von einem kleinen Zwerg-Baum mögen genössenhaben/wir stellen es dahin/und mag auch wol seyn/daßaber die Frucht von einem hohen Baum solchen Ge-schmack und Grösse/gleich wie ein kleiner geschnittnerZwerg-Baum/ giebet/kan nicht seyn. Die jenige/ sosolches nicht oblcrviret/können solches pr»biren/undden Unterscheid der Früchte versuchen / sind alsdannversichert/daß sie ihre Zwerg-Baume nimmer so hochin dieHöhe ziehen werden/ dann es istderVernunsitgemäß/daß ein Baum/ welcher kurtz bey der Erdenstehet / sich vor dem Wind viel besser als ein grosserbeschützen kan / so kan auch die Sonne ihreKrafftund Würckung dur chdrmgender/ als an einem hohenBaum/anwelchem durch die Lufft solcher ksscü be-nommen / vollbringen / dann an diesem letztern dieFrüchte kleiner / und nimmermehr so reich von Ge-schmack werden können.
' Es verursachet weitets der Wind in den Früchtenhoher Bäume/viel Steine oder harte Kern/da Hin-gegen/ wann solche Art Früchte auf einem kleinenStamm kurtz bey der Erden stünden / seine steinenach und nach verlieren/ und in selbigen nicht so vielmehr zu finden seyn würden. Dieses ist össrers vonuns und unterschiedlichen Liebhabern probiret / undvon einem hohen Baum auf einen kleinen Stamm
Des Adelichen 8and-lmdFeld-Lebet>6.
gepf> opsset worden/ Hernachmals bey der Art Früch- und Regen durch solche kleineBaume nickt verbinde! t
te gegen einander gekostet / allein man hat einengros-sen Ünrer ftheid / so wol am Geschmack als an Grössebefunden/deßwegen wir dann auch mit gutem Fughievon besser railvnniren können.
7. Es möchte aber allhie jemand einwenden : Eingrosser Baum müste ja mehr Früchte als ein kleinerAarim bringen?
Wir antworten hierauf: Daß solches der Wahr-heit ähnlich zu seyn scheinet; Allein es muß kein Zwerg -
Baum seyn; auch keiner/ so auf kleine Stamme ge-pfropsset/und in die Höhe gelassen worden/ sondernes muß hier von den wilden Stämmen solches verstan-den wer den. Etliche meynen zwar/ein Zwerg-Baum/weil er klein / könne nicht viel Früchte bnngemAlleindie tagliche Erfahrung zeiget uns / daß ein Zwerg-Baum als ein öouczust von 4. s. biß S.Scbuh hoch(und ungefehr solcher weiter in der Mitten offenseyn soll)über600.schöne vollkommene/ ohne etlichei cio. kleinere Früchte / ein Jahr in das andere tra-gen und bringen kan. Mo nun deren Bäume 2. bißZoo. siehen / weiche doch keinen grossen Platz erfor-dern/auch von allerley Arten Früchte/ sowol Som-mer-Herbst-und Winters-Zeiten haben kan/ daß hin-gegen/wann grosse Bäum? amvorgemeldten Platzstünden/nimmer so viel haben werden.
Man cjjspulirer endlich deßwegen gar nicht/daß eingrosser Baum mehr Früchte / als ein kleiner Zwerg-Baum/giebet/ dieweilen aber ihrer viel nicht recht wis-sen/was eigentlich Zwerg-Baume sind / denen gebenwir folgendes Exempel:
Wir setzen einen Garten/ dessen Länge und BreitelOo.Schuy in sich hält/wann wir nun einen solchenPlatz mir grossen Bäumen besetzen / und nach gehöri-ger Ordnung/jeden Baum-O.E chuh 5p2tiun-<wel-ches die wenigsteWeite ist) geben wollten/ so kommen/nach richtiger Rechnung/nicht mehr dann 2s.solcherBäume in einen so grossen Platz/ nun aber ist bekandt/daß der Galtung Baume wol 8. io. auch i s.JahrZeit erfordern/ biß sie Früchte bringen; Und gesetzt/daß ein jeder Baum / mit der Zeit/1O00. Früchtebrachte/so hätte man von den 25. Bäumen 25000.Stück Früchte / in allem / zu hoffen.
Wir nehmen nun vorbeschriebenen Platz von i OO.Schuh nochmalen vor/ und befinden / daß in solchemso wol rings herum an derMauren/als an derLonn c-ic>-,deßgleichen an Lohnet», gemächlich 150.Zwerg-Bäume gesetzt werden können/ welcbe uns inz. 4. zum höchsten 6. Jahren/vollkommene Frücktegeben: Wann nun jeder von solchen Awerg Bäu-men/wollen nur sagen / 300. stück Früchte jährlichträget/kommt das ?<>cit auf 45000. heraus/ welchesdann weit mehr / als vorgemeidte 25000./ und könnenauf solche Weise sagen / daß wir vielmehr Fckicbtevon den kleinen als von grossen Bäume haben können;Über das/ bekommen wir dieser letztern nur sünff undzwantzigerley Art; da wir hingegen von den andernwol hunderterley haben können / und das zu allenFrucht-Zeiten/früh-und spat/schön und wolgesckmack-re; benebens kan das dpan m mir allerhand Ku-chen-Krautern besetzt werden / sintemalen die Senn
wird/und jedes seineWm ckung durchdringender voll-bringen kan; Hingegen an den grossen Bäumen dasGegentheil sich erwsiset/indeme weder Sonn / Re-gen oder Thau ihre effcäen verrichten können; Undist ferner bekandt / daß an den grossen Bäumen diestarcke Wurtzeln das Erdreich / worauf man Küchen-Gewächs säen oderpflantzenwolte / nur ausmergelnoder aushungern; Summa/ ein solcher Baum er,fordert einen grossen Platz.