Dritten Theils
contrikuiren / sondern der letzte / der in den Baum.kommt / ist es / darum es einem frechen Baum sonder-lich nöthig/und muß deswegen in Kommers-Zeit auf' obbeschricbcne Art undWeise mit demselben dergestaltl isvin werden.
Allein kurtz von allen zu sagen / die jenigen / so inSchneiden geschwind/ und ohne Bedenckcn/einenAstnach dem andern hinweg schneiden/bey denen ist es eini gewiß Zeichen/ daß solche nicht viel davon verstehen/sintemal auch der bejte Me-jtec hierinnen behutsamgehen muß/und wol össrers/wann er a.oder z. Aestegeschnitten/ den Baum von ferne ansiehel/damir sol-cher m gehörige Figur gebracht werde; Zudem sokan es so geschwind nichr geschehen/ und lasser sichauch nicht rbun/ indemeja an jedem Ast r.ch'.enAugen zu erst gesuchet werden müssen / ist also nichtgenug/ daß man in den Tag / gleich als ob man R'ey-den Bäume vor sich Härte/Hinein schneide. Manchermeyner zwar / und halt diesen für einem geschicktenKerl/ dein solches so geschwind von statten gehet / zudr.tte/wann noch die Zierath/ LLr-mnnien oder dasSchwingen deraerp-nl,- dazukommt/ und anderenärrische com^iun-nren mehr; aliein/ solches alles istnur Lachens wehrt/ und solche Geschwindigkeit nur ei-ne Thorheit zu nennen. Man solre keinem/er sey auchwer er wolle/ einen Baun? schneiden lassen / biß daßman solchen «x.immuet / und tüchtig darzu befun-den.
f. Einige wollen auch / wiewol ohne Grund / be-haupten/als sey ein gewisser Tag dem Schneiden zugeordnet / daß ein Baum Früchte bringen müste/ undso das nicht oolsr viret / könne der Baum so bald keineFrüchte bemgen/ allein solche Leute reden wol(wie manzu sagen pflegt) in den ^ag hinein/wollen viel von Zeitun) Tag schwatzen^ und wissen nicht einmal von deinSchneiden (an welchem doch am meisten gelegen) zui-zi onniten/ sintemal/ wann es nur am Tag geleg nwäre /würdm viele nicht nöthig gehabt häben/so weit-läufig davon zu schreiben.
Etliche begehen auch diesen Fehler/und schneiden dieZwerg - Baume nach dem ersten Trieb an den Holtz-A.sten / so wol «sommers-als Wmters-Zeit/ auf glei-che Manier; Man betrachte aber / wo solche Baum-Verderber hinaus wollen/wann sie nemuch denBaumAnfangs mit solcher Art schneiden / verderben/unddenselben zum zweitenmal gleichfalls fortschneiden;Diejenigen machen aus dem Ausbrechen oder Aus-schneiden/ von welchem in diesem Capitel schon obengedacht worden/ ein allgemein Schneiden/und sindnut solcher Blindheit so wohl Frantzosett als Teutscheangesteckt/ die erstere geben zwar dem-.ten Schnitteine» fthönenNaMeN ^irellcr s fruit, allein sie pr^cli-ciren solches/wie vorgesagt/an den Holtz-Aesten /nach dem ersten Trieb / und schneiden alle Holtz-Aestein dem Sommer kurtz/ ohne Unterscheid junger oderalter Baume/welche aber gantz c^nrr^il-, undnur zu des Baums Schaden. Es finden sich auch et-liche/ welche die Arste eines Baums an Reiffe durchein-ander anbinden/ in Meynung / solchen Baum rundwie ein Vaß zuziehen / womit sie dann nichts mehr^ ausrichten/ Äs / daß sie Aeste biegen; Geben auch für/
Nlerores'-OUw. M
daß em Baum/ welcher keineFrüchte geben will/ durchso krum -gebogene Aeste/ Früchte die Menge geben/undsehen nicht dahin / wie der Baum dm cd solch Biegenm eine so heßliche Figur/und ohn Hossnung Früchtezutragen/ versttier wird / denn sie >ehen nickt auf denEnd zweck; ÄlZir versichern / wann ein solcher!rant über einen Bmmn x kommen solre/ wür-de er vielzu biegen haben/biß er Früchte hei aus bräch-te. Schreiben auch so gar in die weite Welt hinein /man könne ohne Unterscheid von allerband grossenFrucht/ als Bnsn/ Aepffel/ ^i'ricol, tc. durch Eini-gen und Einsch, t den kleine Baume haben/ und da-Ulbedienen sie sich uner artigen Manier/ daßsienem-l ch den grossen Baum mir seinem Stamm und Aestenzu der Erden/oder zu sagen/den Kopff unter die Füs-se legen / demnach sollen hundertfältige Fi ücht heraustoniMen/ aber weit gefehlet/dieselbiqe verstehen nicht/daß von einem gosten abgelegten Baum auch wiedergrosse starcke Wurtzsln anätzen/ we!che zu einem klei-nen Baum sich gar Nicht brauchen lasset/und ist ebendieses schon vor vielen Jahr en bey denen Frantzosennicht nichrübuch gewesen/ sondern längst verworftenworden / anders hätten sie sich so lange Zeit hero derArt Quirlen / Hohannes-Aepffelund andere derglei-chen kleiner Stamme nicht bedienet.
Es hat mancher mit seinen Bäumen genug zu thun/daß er solche klein halte / undFrüchte davon bekomme/über das muß erja in acht nehmen / daß solche Stäm-me über den Ort/ wo sie gepfropffet/ nichr in die Erdegesetzet werden/aufdaß selbige an den guten Stäm-men keine Wurtzeln ansetzen können / dann so einZwerg- Baum an seinem guten Stamm Wurtzelnmachet/treiber er starck / krmget Nicht gern Früchte /und siehet einen wilden Baum nichr ungleich : Wiekan dann ein solcher unerfahrner behaupten / daß dieBaume/ somemalen gepfropffet/und ihre Wurtzelnvon dein gutenSlamm entsproj^en/vor kleineBaume/und darzu in Scherben oder Kübeln Bestand habenkönnen / ohne daß ein einiges Schneiden dabey ge-dacht worden? Solche neue o>tcipu!i, oder nochniemals gewesene Lehr - Jungen/ dörssen sich nurdurch Hören Sagen oder Lesen/ unterstehen / denenso lang-geübten ^isQicis vorzuschreiben ; Sie müs-sen aber wissm / daß ihre ungegrüudete Eummffeschon längstens mir der Feder ausge strichen / und dieProb IN >issura sich weit anders erwiesen hat.
6. Ferner sind noch etliche/ welche ihre Baume inallerhand Fiqu' en/ (als in z. 4. s. 6. Ecke/oder untenin 4. Ecke und oben rund) schneiden/ etliche ziehen HhreBäume gleich den Pyramiden hoch in die Höhe / an-dere lassen den Stamm eines kouquelin derMittenhoch wachsen / machen drey/ vier und mehr Kronen ü-ber einander; Etliche machen aus einem Baum unteneiN 8s>ci>>cr,UNd oben ein «»uczuct.
Diese biß hieherangezogene schneiden alle Aefteineiner Lange ohne Unterscheid derselbigen/ und nur aus-wendig des Baums/damit sie die verlangte Figur be,kommen ; Solche Baume machen in der Mitten ei-nen dicken Stamm/ welcher den Frucht-Aesten allen'Safft entziehet / und einem hoch wachsenden Baumnicht ungleich ist / wiewohlm alle Frucht - Aeste eines
Tt Z solchen