Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
319
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Dritten Theils Vierdtes Buch.

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Aeste/unten über z. schwache/ und einen falschen Ast als . 5 nichts andcls

Mi-H«. Hier w-rb-n di.!w»n°b.m-,w«slKgir »><i di. jwey mm« s-l-ffm > Da« i«I/d>< °ben,w I maM/ u»>hen/werden aus z./und die vntcn aus a.Äugen geschnit-ten/die schwache bleiben stehen; Der falsche Äst wird

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accurat beym alten Stamm abgej'chnitten;wie >lum.6. deutlich zu sehen ist.

Diesen falschen wollen vielmals die Unwissende füreinen Holtz-Ast approdiren/sonderlich wann sie sehen/daß 2. oder 5.Aeste auf einer Seiten/der falsche aberaufder andern stehet; Allein alle Aeste / welche aussolchem entspringen/ sind «untüchtig / ^nd dem Baumnichts nutz/ob stegleich starcke ^e>te treiben/ bringensie doch inlanger Zeit keine Frucht.

Nun hat ein solcher Gaum durch den «stenSchnitt/von welchem °ivirbißhero geredt/viel und starcke Bestegegeben/wie >ium.7.weirers erwiesen wird / welcherBaum vitzcurcu-c, oder frech genannt / weilen erstarck/und Mir vielen Aesten bewachsen/und daher die-ser sonderlich mit Verstand geschnitten seyn will/son-st-« derselbe in vielen Jahren keine Früchte bringenwird; Er hat fast lauter Holtz - Md wenig Fruchr-Aeste/über'dae haben dessen neue Holtz-Aeste noch an-dere an der Seiten angesetzet/ welche wie eine Gabelformiret/wie dann fast alle viZ-ur-ulc Bäume dieArt an sich haben. Nun fragt fichs / weilen dieserGaum MhrAeste gegeben/als zu seiner Figur nöthig/wie Man sich im Schneiden zu verhalten ? So ist zuwissen / daß solche Aeste nicht mehr so kurtz/ sondernlang geschnitten werden/durch welches Lang-Schnei-den die Aeste zurück gehalten / und dem Baum mitFleiß die vielen Zieste gelassen / damit selbigem der vie-le Safft und Gewalt zu treiben bmommen wird /wie 8. zusehen ; allda dieser Baum zum andernmalgLchnitten/ und zwar mit etwas langen Aesten/so an der Figür wie eitte Gabel stehen geblieben / unddas nicht ohne Ursach / dann es muß einem solchenBaum gleichsam eine Last auferlegt werden/damit er/wie vorgesagt / nicht zu geil wird; hingegen meynen et-

macht/ und daher in vielen Jahren nach einander kei>ne Früchte bringen kan/ über das auch durch solchscharff Schneiden nicht nur allein die Frucht- Aejie/sondern «uch dieFrUcht-Knöpffein Holtzti echen müs-sen / istalso die Schuld mir Nichten demBaum zu zu-schreiben.

z. Hier erfordert es nsch bessere Erlauterung/nem-lich/wie derer viel solcher junge u:'.d alte Bäume ha-ben/ die starck init vielen Aesten gewachsen; Die jeni-ge betrachten den B«wm/ und schliesset!/ weiter vielAeste hat/ müsten sie ihm viel wegschneiden; Item/weil erhöhe und starcke Aeste habe/ müsten sie solchekurtz schneiden; schneiden alsdann die starcksn Ae-ste/ so in die Höhe gewachsen/gantz kurtz / deßgleichendie starcken Frucht-Aeste/ welche nahe bey den Holtz-Aesten stehen/ schneiden sie kurtz/ oder wol garl)inweg/in Meynung/dadurch denBauM vomstarckmWach-sen abzuhalten ; Solche müßen aber nachgehendssehen/ daß der Baum folgendes Jahr weit mehr star-cke und allzu viel Aeste gegeben / so im Baum durcheinander stehen.

Man muß aber hingegen wissen/daß ein Unterscheidist im Schneiden eines starck-wachsenden Baums/ge-gen einem / der gern Früchte bringer / dann ein solcherkan wol kurtz beschnitten werden/weilen es ihm nützlichist; Hingegen einem frechen Baum nicht also ; Zwarein junger frecher Baum muß Anfangs auch kurtz be-schnitten werden/ biß er seine Holtz-Aeste ringsherumstehenhar/ hernach aber müssen solche länger gelassenwerden/ dadurch Frucht-Aeste auschnenkommen kön-nen/ dieseFrucht-Äeste bleiben hernach ohne Schnei-den/wodurch der Baum den überflüssigen Safft ver-theilet/und nicht mehr so starck zu treiben vermag/ nachdem aber kan 'ein solcher ebenfalls kurtz geschnittenwerden/ wovon an seinem Ort ein meh-rers soll gedacht wer-den.

mchrMre/

Räch einander beschnitten werden kan / und waö allezeit dabey in Acht

zunehmen.

! mehrere Aeste 'zu machen/sondern auch/ damit sie dieHoltz-Aeste nicht aufhalten / oder von ihrem zweytenTrieb verhindern.

Der schwache Ast bleibet stehen/weilen bey solchemkeine Gefahr / daß er grosse LffcKen khunwerde.End-lichwird der falsche Ast an dem Ort/wo er herausge-wachsen/wie >lum. 2. zusehen/abgeschnitten. Num z.zeiget ferner/ wie der vorige Baum/ nach den erstenSchnitt gewesen / und sünff nicht gar starcke Holtz-Aeste/wie im trsteu Jahr getrieben / sintemal der

Safft

N dem siebenden Kupffer / Num.!. ist einBaum gezcichyet/weicher a.Holtz- 2.Frucht- ^einen schwachen und einen falschen Ast getrie- ^ben hat; Nun werden/was die Holtz-Aeste anbelan-get/solche/ weilen fie oben an dem Stamm stehen/nicht langer/als biß in das zweyte Aug gelassen. DieFrucht-Äeste/ ob wolen solche hier gut sind / auch beyeinem alten Baum/ ohne daß selbige geschnitten/ste-hen bleiben / so werden sie doch an einem solchenjun-.gen Baum kurtz geschnitten/und daß nicht allein um