Des
!ein Baum zusehen/welcher das erste Jahr 4>Holk-und 4-schwache Aeste getrieben hat. Diese Holtz-Ae-ste nun/ weilen deren viele sind/ auch unten am Stackstcyen/ müssen etwas lanq gelassen/' und biß auf vierAugen stehen bleiben. Hingegen werden die 4/chwa-chen / sammt dem alten Stamm / von einem solchenBauin / weilen selbige solchen verstellen/ heraus ge-jchnitten/wie^usr!.! deutlich zusehen; An einer!-r aber können solche mittlere Aeste / die sich in dieBreite geben/wol stehen bleiben/angesehen sie den an-dern Aesten keinen Schaden bringen / dann durch dasAnbinden alle Aeste Lufft und Sonne genug habendaheroeö dann auch kommt/daß an einem i lpciii-rdie Frucht etwas besser/als an einem freyen Baum/cd^r kvuquct, anzutreffen / an welchem letztem dar-um di? Aeste in der Mitten heraus geschnitten wer-den. Ferner ist 5>mn. 2 zusehen/ wie ein solcherBaum/. welcher 4.Holtz-Aeste unten stehen hat/ das erstemalgeschnitten wird.
^um.z.sind zu sehen/die Effecten oder Trieb / sodurch den ersten Schnitt kommen/als welcherBaumHoltz-und Frucht-Aeste / einer Seiren gleich Verän-dern/getrieben/ auch seine Aeste ungezwungen / freyund loß zu einem öou^uct stehen hat ; Wolle manaber solchen Baum zu einer gebrauchen / so
muß man die jungen Aeste/welche darzn nüklich/gleichMiMajo zum erstenmal ordentlich anbinden/ und zwardergestalt/ daß kein Ast über dem andern/ oderCreutz-Weise angebunden wird/ so müssen auch selbiger Zeit/die übel-stehend« Aeste weggemacht werden; Wovonwir weiter lehren/ und wie solche recht gebunden undgeschnitten wttden müssen / an seinem Ort/ im beyge-fügten Kupffer deutlich zeigen wollen. Weilen abnvorerwehnter Baum zu einem kouquet verordnet/auch bißher gesehen worden / wie solcher das ersteJahr geschnitten/und wie er/ich nach solchem Schnei-den angelassen/so folget / wie ein solcher Baum'dasandere Jahr geschnitten werden muß.
Es wird allhier gesehen/ob der Baum seine Aestean dem Ort/ welche zu der Figur des Baums könnenemplvynwerden/gegeben hat; D'sist/daß ein sol-cher Baum rmgs herum ( als zu einem vouquel er-fordert/) mir A sten wol versehen /und in der Mittenoffen ist/dann so deren etliche nicht an den rechten Ortkommen wären / allwo sie billich stehen sollten / oderstünden/etliche in der Mitten/allws keine hingehören/oheraber waren aufeiner Seite viel/aufder andernwenig / so müssen alsdann solche Fehler in dem an-dern Schnitt ersetzet/und der Baum dadurch in seinerechte Figur gebracht werden. Zum Erempel Wannzween Holtz-Aeste weit von einander stünden/und manselbige gern bey einander haben wollte/ wie wollte mansolchen helffen? N6. Durch Kurtz- Schneiden; sin-temalen die Aeste durch sothanes Kurtz- Schneidennicht allein zusammen wachsen / sondern auch derenmehrgiebet/ als man zuweilen nöthig hat. Deßglei-chen ein Baum/welcher nach dem ersten Schnitt aufsolche Art gewachsen wäre/ daß nemlich eine Seiteschön/und mit Aesten wol versehen / auf der andernSeiten aber starcke doch wenig Aeste hatte/wie woll-
d-und Feld-Lebens
te man solchen zu recht bringen / damit er beyder Sei !ten ezsi oder gleich käme ?
Ebenmassig muß solches durch Kurtz - Schneiden/und zwar an dem Ort oder Seite/wo der Baum dievielen Aeste hat/geschehen/ dann dadurch wird solcheraufgehalten/ wo es nöthig ist; hingegen wird er durchKurtz-Schneiden auch vermehret/allwo es der Bamnerfordert / indem er aufder andern Seiten/allda er diestarcke doch wenige Aeste hat / auch kurtz geschnittenwird / auf daß solcher wiederum neue Aeste hervorbringen kan.
Jlem/wann ein Ast an einem jungen Baum unge-fehr brechen sollte/ wodurch dann der Baum seineAeste nur ha!b hätte ? So werden ebenfalls die Ae-ste/welche noch stehen/ recht kurtz geschnitten / und kanman gleich das andere Jahr den Baum in seine rech-te F-gur bringen / welches Kurtz-Schneiden/ob esgleich dem Baum etwas aufhält / dennoch beßer ist/einen gantzen als halben Baum zu haben.
Weilen nun der Baum ^um.z. beyder SeitenHoltz-Aeste / und unter denselben auch Frucht-Aestt ste-hend hat/ welche als schwache Aeste ( so doch zumUluilruÄm oderFrüchte bringenkönnen scikitziret)hierangesehen werden; Solche können ohne Schneidenstehen bleiben/die starke Frucht-Aeste aber werden aufHoltz geschnitten/ desgle.chen die Holtz-Aeste / damitdem Baum durch solche g-lassne Aeste der Safft et-was benommen / durch weiches Mittel er alsdannaus dem zweyten Schnitt gute Frucht-Aeste zu gebenprsNiren kan; Wie dann in Aum. 4. klarlich zu se-hen/wie ein solcher Baum zum zweytmmal geschnit-ten werden muß.
So auch der Baum nach dem ersten Schnitt nichtso viel Aeste/als wol nöthig / heraus gegeben / undhätte an Statt s.biß 6 guter starcker Aeste nur dreyoder weniger gegeben / so werden solche in dem zwey-ten Schnitt kurh geschnitten / biß so lang der Baumgute Aeste heraus giebt / auch werden oMrmals mdem ersten Schneiden viel vor gute Aeste stehengelas-sen / es füget sich aber/daß von solchem Schnitt bessere/und zur Figur des Baums nützlichere aufder Seiten(bey den erstem/welche vor gut stehen geblieben/Her-aus kommen/ wann man nun den besten oder neuenAst behalten will/ muß man den alten Ast/in dem zwey-ten Schnitt/ samt dem alten Holtz hinweg schneiden/aus der k2ilon> weilen der Baum bessere Aeste gege-ben hat/welches man gar leicht an einem Gaum /wanman ihn zum zweytenmal schneiden will/ observiren/oder vorher sehen kan. Dann wann wir anmercken/daß die Holtz-Aeste/welche in dem ersten Schnitt ste-hen geblieben/dick und starck in die Höhe schiessen/undfrecher als die neue aussehen / dann müssen solche (wallsie schon in dem ersten Jahr stehen geblieben/) in demzweyten Schickt gar hinweg geschnitten werden / sin,temalen/ wo selbige stehen blieben/ wür den sie / wegenihrerStärcke/alleandereAesteund dengantzen Baumverderben/ dann das ist gewiß / daß vielmals nach demersten Schnitt bessere Aeste als vorher stehen geblie-ben / heraus kommen; Hingegen »st nicht zu laugnen/daß auch nach dem ersten Schnitt neue böse Aeste ausdem Stamm kommen/welche nicht gut sind/und ob