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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
317
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Dritten Theils VierdteS Buch.

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in dem Kupffer ttum.?. die zween Holtz-Aeste länger gers dick vom neuen Holtz gelassen werden ; Gemei-

als die anderen sind/ so meynen etliche/wann sie nur die-se zween Holtz-Aeste denen andern gleich schneiden/ wieNun. 2. zu ersehen/ so seye es gantz recht/und derBaum das erste Jahr in völliger Vollkommenheit/ al-leinsiewissen keinen Unterschied zwischen einem schwa-chen und starcken Ast zu machen. Andere lassen demBaum das erste Jahr hohe und lange Aeste/ bindensolche Aeste an ein Lipciii^, und wollen dem Baumauseinmal seine völlige Höhe geben / schneiden auchnichts/ als was für das Gelände hinaus gehet/ ab /und dieses soll alsdann recht geschnitten heissen ; Daßaber solches nicht recht/und keinen Bestand habenkan/ wird hoffentlich ein jeder im fernern Durchlesendieser Materi zur Genüge ersehen. Wir nehmen de,rohalben / um mehrereErläuterung/ denVaum di u m.>. noch einmahl vor/und schneiden/ wie sichs gebüh-ret/den obern HoH-AstzweenZoll/und den uncern /«in Zoll lang / die Schwache bleiben stehen; wie ttums.klarlich zeiget. Es kan auch nicht anders seyn/wanneinem Baum kemHoitz gesparet worden/ er müste dannseine neuen Aeste über den altenStamm hinüber schla-gen; So es sich aber ereignet / daß durch solchKurtz-schneiden mehr Aeste kommen/ wäre solches destobesser/ und hatten wir die Wahl/ solche Aeste nach un-serm Gefallen auszulesen / welch« uns duncken nutzlichzu seyn/ um die Figur des Baums recht zumachen.

Ein solcher Baum / wie auch a!is andere/ so auf sol-che -Muicr beschnitten werden / können so wol durcheinen KhisMcr, als auch zu einem kouquct gebrauchtwerden; Doch ist dieses der Unterschied/ daß/ was anein KspciNer gebraucht wird / muß also eingericht wer-den/ damit munden Baum auf einer wie auf der an-dern Seite mit guten Aesten zu vermehren suchet/dochnicht rings herum / also / daß keine gegen die Mauren/noch gegen der ^lle-zu stehen komme / hingegen müs-sen einem Louqucr gut« Aeste / so ringsherum denBaum füllen/verschaffet/ und da solche gleich Anfangsnicht hervor kommen solten/ müssen selbige durch denzweyten Schnitt darzu gezwungen werden/ wie her-nach in den Capiteln vom zweyten Schnitt weitere ge-handelt wird.

Wir setzen noch mit wenigem folgendes Exempel: indem vierdtenKupffer/ttum. i. ist der erste Baum/ sogeschnitten / zu sehen / welcher nur einen Ast hat/und kurtz geschnitten worden; Wann nun aus demSchnitt wiederum ein «euer Ast treiben solte/ (welchesdoch so leicht nicht geschehen kan ) wie an dein Neben-

niglich zween/ drey und mehr Aeste gibt / welche fastalle bey dem neuen Schnitt herum stehen/ dann wer-den in dem andern Schmtt solche Aeste gelassen/diealsdann an einem övuquet die t-.ircumtcscl ? oderRundung machen / die aber in der Mitten gewachsen /werden heraus geschnitten / damit allezeitdie Uou^uct,indermitten offen ble»ben.Zu einem eheilier werdendie Aeste/ so viel an beyden Seiten seyn/wie auch die-se / so in der Mitten geradin die Höhe stehen/ gelas-sen. Die andere Mge Holtz-Aeste / welche hinein 0-der auswerts wachsen/können gleich im Majo hinweggeschnitten werden; Solche Aeste / die sich nicht anein Llpciiicr schicken/ thue man bald hinweg/ und zwarso bald man gewahr wird / daß solche anfangen zustossen/ verstehe / wann der Baum schon gute Holtz-Aeste hetz di« den Safft an sich ziehen können/wannaber der Baum schwach/ und nicht viel Aeste hatte /dann werden Sommers-Aeit keine von solchen Acstcnweggemacht / wovon w«r unten erwas mehrers han-deln werden.

2. Es wird ferner an etlichen jungen Bäumen(kouquets) verspühret/ daß unterweilen chreHoltz-Aeste / welche zwar rings herum rechr und wol an demBaum stehen/ dannoch siehet man öffters/daß solcheAeste fast jahrlich sich alle nur nach einer Seite len-cken/wodurch dann kommt/ daß manchmal der Baumsamt dein Stamm sich gleichsam sencket/ und deswe-gen ein Ast höher als der ander stehet / die Ursach istdem starcken feuchten Winde zu zuschreiben; Deßglel-chen thut die Nähe einer Mauren oder Gebau auchviel zur Sach/ indeme der Baum von solchem weg/und der freyen Lasst zu wachset / woraus, dann folget/daß der Baum sich nach einer Seite sencket / wie esdann in leichtem Erdreich vielmals geschichr/ und deß-wegen Nicht gerad oder aufrecht stehen kan. Diesemvorzukommen / muß ein kurtzer Pfahl nahe bey demlLZtamm eingeschlagen werden / um solchen aufzurich-ten ; Gesetzt abcr/der Stamm stünde gerad/ die Holtz-Aeste hingegen dennoch aufeine ^eite / also daß eine^seite höherdann die andere wäre/ dann werden aufder hohen Seite die Aeste kürtzer als auf Veränderngeschnitten/so und dergestallr /daßnemlich die Aeste/aufder Neff-gesenckM / ein biß zwey Augen langer ge-lassen werden/ und also wird der Baumbezwungen/aufrecht zu wachsen. Und ist nicht genug / daß einBaum in die Runde/ wie sich gehöret/ wachse / son-dern es erfordert auch/daß man solchen in seinerForm

Baum >ium z. / welcher Ast lang / auch oben ein fri- behalte/ damit er auch aufrecht und in der Höhe rings

schesAug hat/ so wurdesolcherÄst wieder abgeschnit-ten/ wie im vorigen Jahr / weilen aber ein Ast/sokurtz geschnitten/ solchem auch nur «ines halben Fin-

herum Aleich wachse/ welches dann sonderlich bedun-gen BaMm in Acht genommen werden muß.

c^l'. ix.

Wie ein Bauin das erste und andere Jahr beschnitten

Werden muß.

Eil / wir in vorigen Capiteln gesehen / wie' gen / wie solche zwey Jahr nach einander geschnittenein Baum zum erstenmal geschnitten wird/ werden müssen; Weisen demnach den Leser zu den sech-so wollen wir in diesem Capitel weiter^ zei-' sten Kupffer-Blat/mit »um.i. g^eichnel/in welchem

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