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Des Adelichen Land-und Feld-L<ben6
kommet/ und deswegen auch Frucht-Aeste genennetwerden.
Die dritten werden genannt falsche Aeste/ welch«entsteinn von dem überflüssigen Safft des Baums/dann so der Baum den vielenSafft nicht hat/so wach-st»: auch keine dergleichen Aeste; sie haben flache Au-gen/ welche ziemlich weit von einander stehen / wach-sen ausdem alten Holtz r-ks in die Höhe/ sind groß/wie die Holtz Aeste / doch stehen sie niemalen bey den-selben / nur wo dc? Baum überflüssigen Safft hat/da brechen sie heraus/tragen nicht gern Früchte/undbenehmen/über das/dem BallM seinen Safft; Es istzwa^ ein böser und schlimmer Ast/ doch zu Zeiten sehrnützlich; Wk'einem jeden aN seinem Ort klar sslige-
wird deßwegen auch nicht viel von d»e,en mehr ge-dacht.
z. Nun sind in diesem Capitel dem curieusen Lieb-haber vier biß sechserley Aeste/ sammt deren Namenund Eigenschaffcen / beschrieben / und zwar zu den,Ende/ausdaß man es/wann wir von ein - oder demandern Ast ferner reden werden/ besser verstebenkan.Und damir sich niemand einbilde/ er habe dmch obucr-hin Lesen / beschriebene Aeste erlernet / oder erkannt/so dienet zut Nachricht/und erinnere jeden / daß erdieses Capitel fleissig übe: lese/ und wiederhole/ auchbeygefügtes Kupffer-Blat m^usu» bctrachle/dannwir brechen noch keine Früchte / wir müssen vorher
dem Baum seine Aeste/ als Geburts-Glieder dessel-
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siarrk gewachsen seynd
Erfinden sich über jetzt gemeldte noch andere falscheAeste/Mlche gleich das erste oder andere-Jahr an dieMNge Bäume kommen/sehen denen Holtz-Aestengantzähnlich / und werden auf folgende Weise erkandt:Wann ein junger Baum seine starcke Holtz-Aesteoben stehend hat/und unter solchen zween oder mehrAeste stehen/nemlich einer kleiner als der ander; wannnun unter diesen kleinen ein starcker folget^ so ist derstarcke'falsch; Item/ so unten an dem Slamm -dieHoltz-Aeste seynd/und über denselben die kleine stehen/über den kleinen aber ein starcker kommt/ so ist er eben-maW falsch/und kommt von dem überflüssigen Safftdes Baums.
Die vierdte/ als schwache Aeste/ sind die/so nach de-Ml.Fruchr-Aesten stehen/ haben aber nicht so vielSafftals diese/dah'erste schwächer/ und an der Spitze desHoltzesschwartz werden; Dieser muß nicht schlechterDings obenhin angeschen werden / inassen derselbegleich im Früh-Jähr mit den andern Aesten herauskommt/ nicht aber so viel als der Fruchr-Ast bekömmt/"und dieser nicht so viel als der Holtz-Ast/ der nicht soviel als der falsche Äst/und also einer dem andern dieKrafft benimmt/und schwacher wird ; Und dieses istder letztere/ darum er auch der schwache genennetwird.
'5. Es finden sich ferser/ ohne vorher erzehltevie-rerley Art Aeste/ noch zweyerley / die ersten / 1o keinerechte Frücht-noch Holtz-Aeste seynd / werden öran-ckes incZiffcrcncc genennet) d.i. sie seynd ^ustarckzueinem Frucht-und zu schwach zu einem Holtz-Ast/ste-hen nichtan dem Ort/wo die Holtz-Aeste seyNd/ son-dern unter denselben/haben MehrSafft als die Frucht-Aeste/ daher sie auch starcker; Diese Aeste wollen ei-nen guten Meister haben/so listen selbige in vielen Jah-ren Nacheinander keine Früchte bringe/seynd auch nichtzu Holtz-Aesten zu gebrauchen/wovon ein mehrers anseinem Ort/ wie solche zu gebrauchen/Meldung ge-schicht. Die andern kommen erst nach den Hunds-T«gen/undzwar^om vielen Safft/ an unterschied-lichen Orten des Baums/werden rouxjct- . oderLrancli-8 genennet/ bringen keine Früchte/wiesolches ihre eigene Färb zeiget/ werden auch allehin-l weg geschnitten / nemlich wo sie heraus gewachsen/
zeiget werden. -Sie befinden sich meistens an den ben verschaffen/ vermittelst solchen er Früchte brin-Bäumen /-welche schon etliche Jahr gestanden/ und. gen kan.
" ' Ein Baum ist gleichsam die Figur Menschlichen Le-
bens/wir aber sind 5iZuräti«) ipla,/a dasLeben übersolchen / daher stehet auch solcher in des KünstlersHand / daß wir solchen nach unsern Willen lenclen;Will er zu frech wachsen/müssen 'wir ihn zurück hal-ten; Ist er trag/Müssen wir ihn treiben; Bringt erviel Früchte / und kein Holtz / müssen wir ihm Holtzmachen/ sintemal er ohne solche Hülffe nickt lcmgeleben kan; Summa/wir müssen ihn/ nach un,erm Ge-fallen/einrichten / welches dann änderst nicht gese-hen kan/als durch ein verständiges Schneiden. Gxaber der Anfang zum Schneiden gemacht wird/achtenwir für nöthig / dieses bißher Beschriebene in eineSumma zu bringen / damit ein jedtrdie kailon derBaum-Schneidung wisse/ und auswendig rceiürenkan/ worbey vier Stück in Ächt zu nehmen.
i) Ein Baum "wird beschnitten um zweyerley Ur-sachen Willen: Erstlich / damit derselbe die Mengegrössere und bessere Früchte bringe. Zweytens/ daßder Baum viel manierlicher ins Gesichte komme/ alsder/so niemals beschnittenwörden.
^ Zum andern/ pflegt man zu schneiden/so bald dieBlätter abfallen/ bis andere neue kommen.
?) Zum dritten/Heisset Schneiden hinweg thun al-le böse Aeste/welche dem Baum schädlich/und bewah-ren diejenige/so gut sind/ zu welchen dann gehören/die kurtze/als Frucht-Aeste/ welche in ihrer Länge ge-lassen/ die aber gar zu lang / werden nn wenig abge-nommen.
4) VieMens / ist die Manier zu schneidet! diese :daß der Schnitt genau bey dem Auge geschehe/ undder Baum seine Aeste auf der einen Seite / gleich derandern bekomme. Derer Aeste aber sind viererley/alsHoltz-Aeste/ Frucht-Aeste / falsch - und schwache Aeste.Aus den Holtz-Aesten wird der Baum gemacht / mitden Frucht-Aesten wird der Baum geziere't/die falschewerden hinweg geschnitten / und die schwache züFrucht-Aesten rescrviret.
Die zum Schneiden gebrauchliche Instrumentssind: (Es werden in dem beygefügten Kupffer be-queme Instruments bey sich zutragen deutlich gezei--get/) Erstlich/eine Hippe/oder Garten-Messer / beyden Frantzosen 8-rpcttc, welche Form zumBauM-^Achneiden gar kömmlich und bequem ist: Man hatoeren >
groß und kleine / die besten aber find diese/ an
welchen