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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
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313
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Dritten Theils Vierdtes BüH.

die man pfleget an ein zu setzen; zu einem öou'-

czuct aber mögen wol drey sieben blesben/so erstarcköund frische Wurtzeln hat; So es sich aber befindet/daß solche Stamme nicht aus dem Gepfropssren ge-wachsen sind/ sondern erst an dem Mittel-Scamm an-gesetzet hätten / selbe werden alle hinweg geschnitten/und nur derMttel-Slamm verwahret/bißzehen oderzwölff Zoll. Welches alles leicht zu begreiffen / wieim beygefügten Kupsser/mit mehrern zu erjchenist.

z. Allhier muß diese Regel «bser virtt werden/daßalle Baume/ vor der Pfiantzung/recht kurtz geschnit-ten werden/massen sehr viel daran gelegen/dahero esauch kommet/daß bey den meisten solche grosse Fehleremschieichen/ mdeme sie gleich Anfangs aus Unwissen-heit ihre Bäume gar zu lang lassen/in der Meynung/einen Zwerg-Baum daraus zu machen / welches aberschlechten Nutzen bringet / dann wann solche zwey /drey und mehrJabr gestanden/ ist es nöthig/nach ver-fiossnen Jahren / sie wiederum abzuschneiden/wie mandann unterschiedlicher Orten/nicht mir ein / sondernviel hundert/ nach so viel verfiossnen JahreN / abge-nommen/ und angefangen bieseibige von Neuen Aeftenaufzuziehen/ nur 'weilen se.bige aus Unwissenheit/ An-fangs zu lang gelassen worden seynd; Deswegen wireinem jedenLiebhcwer/ aufobbeschriebeneManier/ mitden Zwerg-Bäumen umzugehen / gewiesen habenwollen.

Man hat vielmal solche Bäume gesetzet / derenStamm/sammt der Wurtzel/keinen Schuh lang ge-wesen/ dennoch hat solcher seine KffsÄen mehr als dieandere gethan;Wan solche Baume vor der Pfiantzungrecht geschnitten worden/können selbige zu ihren Zei-ten/als imFrüh-und ^pat-Jahr/gegen demVoll-Mond / gepflantzet werden; jedoch bey keiner nassenZeit oder Regen-Werter/wobey auch wol in Acht zu

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nehmen/ daß dieWurtzel« nicht zu tieffder Erden cin^gepraget »verden.

4. Em Baum aber wild darum an derWurtzelund Stamm beschnitten / weileä die ausgerissnenWurtzeln von ihrer natürlichen Nahrung hinweggenommen seynd / daher der Safftsich eme Zeitlangverlieret/ und wo derselbe weichet/ da wird der Baumschwach; alsdann muß man jolchemBaum helffen/daher er dann auch abgenommen wird ; Dann dasist gewiß / je länger ein Baum ausser der Erden ist / jeschwacher er wird/ und fängt erstlich bey denen kleinenWurtzeln anzu sterbeN/nimmt nach und nach ab/danndie jenige Wmhel/ welche halb oder gar todt ist/kankeine neue annehmen / aus welcher k,ulon folget/ daßalle Wurzeln darum beschnitten werden / auf daß sol-che neue Wurtzeln gewinnen können.

Ferner/ daß die Wurtzeln und Stämme müssen be-schnitten werden / lernen wir an einen, Baum/ der mitallen seinen Aesten und Wurtzeln gepflanket ist / diesertreibet kleine Aeste/schmale gelblichts Blatter/und istan sich selbst schwach; Dahingegen ein anderer/dergeschnitten/anWurtzel/Stamm undAeste starck/grS-ne/breite Blätter hat/und treibet schöne junge Wur-tzeln; Folget hieraus/daß durch das Schneiden neueWurtzeln hervor sprossen/oder doch wenigstens stär-ker dardurch werden / welche neue Wurtzeln capabelsind/ dem Baum fortzuhelffen; Massen ein Baum vonseinen eigenen Wurtzeln nicht wachsen kan/ mit wel-chen er gesetzer wird / ssndern muß andere neue in dieErde hinein schlagen/wie an einem Baum/ der ge-pflantzet und verdorben/zusehen ist; sintemalen wannman suchen herausnehme / gar keine neue Wurtzelnanzutresten seynd/so gibt alsdann solcher Baum selb-stenZeugnüß / daß seine eigne Wurtzeln nur solltengebraucht werden/ um neue zu machen/darum sie dannauch geschnitten werden.

VI.

mengenennet werde/welcher Moder böö/undwie solche an dem Baum

zu erkennen.

Edermänn ist bekandt/daß alle die/sv da wol-len lesen lernen / zuvor alle Buchstaben ken-^nen müssen. Ebenermassen verhält es sichauch hier : Dann die jenige/ so da wollen Bäumeschneiden/ müssen vorhero nothwendig alle Aeste einesBaums recht erkennen lernen / ehe Und bevor sie sol-chen schneiden» Es werden aber an einem Baumviererley Aeste erkannt/erstlich/der Holtz-Ast/von denFrantzosen örancke k boiz, Zweytens / der Frucht-est/öranckL Ätruit; Drittens/ falsch Holtz / ksuxbois: Vierdtens/ der schwache Ast / koiblc genennet.

Die ersten/ss da Holtz-Aeste genennet werden/ sinddie allergröste an einem Baiim / welche herkommenaus vielen ^saffr des Baums/ sinttmal / so der Baumnicht viel Safft h«t / hat er auch wenig solcher Aeste/stehen alle aufrecht/hoch an dem Baum/ und treibenmit Gewalt in die Höhe; Die Aeste haben etwas gros-lU.cheli.

se Augen/stehen eng bey einander/und diese seynd es/die dem Baum eine rechte Art geben / daß solcher vielmanierlicher und schöner ms Gesicht kommen; danndurch diese Aeste wird die Figur des Baums gemachtund erhalten / Massen solche dessen Leben/werden dar-um Holtz-Aeste genannt / wie dann auch alleFruchr-Aeste aus solchen herstammen/ und in Ermanglungderen / wenig Früchte zu hoffen.

Zum andern/folgen die Frucht-Aeste; diese kommenheraus vorigenHoltz-Aesten/seynd theils lange/theilskurtze und schwache Aeste/etliche gerad/etliche ein we-nig gebogen/ stehen hinein und auswärts bes BaumF/doch nicht bey den Holtz-Aesten/weilen sie keine l-ui m izusammen/der eintreibet starck/ der anderegemach/einer suchet Holtz/ der andere Frucht / und füllen alsomir ihren Blattern und Früchten LenBaum; Seyndalso die besten Aeste / von welchen die Frucht her-

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kommet/